Der Nationalspieler und frischgebackene neue Kapitän des VfB Stuttgart, Deniz Undav, wünscht sich bei der Belastungsteuerung im Profi-Fußball mehr Fingerspitzengefühl von den Verantwortlichen. "Die Datenanalyse bringt dem Fußball viel, aber es wird mittlerweile zu viel ins Laptop geschaut. Fußballer werden bei der Trainingsteuerung zu sehr als Roboter betrachtet", kritisierte der Stürmer in einem Gespräch mit dem am Freitag erscheinenden "Bundesliga-Magazin".
Viel zu oft werde gesagt: "Wir haben diese Fitnesswerte über dich, und hier ist das neueste Fitnessprogramm, deshalb musst du das exakt so machen. Dann kommt aber ein Spieler vielleicht aus Brasilien und hat solche Übungen noch nie im Leben gemacht. Und dann wundert man sich, wenn er drei Wochen später verletzt ist", monierte Undav.
Der 30-Jährige appellierte daher, jeden Profi als ein Individuum zu betrachten und forderte: "Wir müssen beim Training wieder mehr die Gewohnheiten und Erfahrungen der einzelnen Spieler berücksichtigen." Die Kritik wolle er ausdrücklich nicht auf seinen Verein bezogen wissen, "sondern allgemein".