Fußballstar Kylian Mbappé sowie seine Real-Kollegen Vinícius Júnior und Ibrahima Konaté sind in der hitzigen innenpolitischen Diskussion wegen des Massenandrangs auf die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta kritisiert worden. Beim Spiel von Real Madrid gegen den FC Elche am Dienstag hatten beide Vereine vereinbart, dass die Spieler Shirts mit der Solidaritätsaufschrift "Todos somos Caballas" (Wir sind alle aus Ceuta) tragen. Darunter stand in kleinerer Schrift: "Ceuta y sus caballeros de la mar" (Ceuta und seine Ritter des Meeres).
Zwar zogen die drei die Shirts an, rollten den unteren Saum jedoch so weit nach oben, dass der untere Text verdeckt war. Zudem zogen sie die Shirts vor der Begrüßung der gegnerischen Spieler schnell wieder aus. Vor allem konservative und rechtsextreme Kreise sowie ihnen nahestehende Medien prangerten dies als Verweigerung der Solidarität mit den mehr als 80.000 Einwohnern Ceutas an. Denselben Vorwurf erheben sie auch gegen die linke Regierung von Spaniens Ministerpräsidenten Pedro Sánchez.
Mbappé wies die Kritik zurück und beklagte indirekt mangelndes Mitleid mit Migranten. In einem Interview mit der spanischen Sportzeitung "As" bekräftigte er seine "volle Solidarität mit Ceuta". "Ich wollte aber auch ein Zeichen setzen und meine Gedanken an all die Immigranten ausdrücken, die ihr Leben verloren haben und die ebenfalls unter schwierigen Bedingungen leben", fügte er hinzu.