Der Sport-TagHSV reagiert auf Kuntz' Darstellung
Beim Hamburger SV geht die öffentliche Auseinandersetzung um die Trennung von Stefan Kuntz in die nächste Runde. In einem weiteren Statement nannte der Aufsichtsrat neue Details zu den Vorwürfen gegen den ehemaligen Sportvorstand. "Das von mehreren Hinweisgebenden unabhängig voneinander glaubhaft geschilderte Fehlverhalten, das zu internen Ermittlungen führte, umfasst zahlreiche schwerwiegende Pflichtverletzungen, die jeden verantwortungsvollen Aufsichtsrat zum Handeln veranlassen mussten", heißt es in einer Mitteilung des Fußball-Bundesligisten.
Hintergrund ist, dass sich der 63 Jahre alte Kuntz am vergangenen Wochenende in der "Süddeutschen Zeitung" gegen diese Vorwürfe gewehrt hatte. Unter anderem sagte sein Anwalt Christian Schertz, dass der frühere Nationalspieler bis heute nicht wisse, "was ihm von welcher Person und in welcher Situation überhaupt konkret vorgeworfen wird".
Diese Darstellung nennen die Mitglieder des Aufsichtsrats "nachweislich unwahr". In der Erklärung heißt es: "Am 18. Dezember wurde Stefan Kuntz förmlich über die Untersuchung informiert; am 19. Dezember wurden seinen damaligen Anwälten in anonymisierter Form die Inhalte sämtlicher bis dahin vorliegender Zeugenaussagen mitgeteilt." Außerdem habe der Aufsichtsrat Kuntz "zwei Termine (22./23. Dezember) für die Anhörung angeboten; hierauf gingen Stefan Kuntz und seine Anwälte nicht ein".