Die jüngste Entscheidung des Bundeskartellamts zur 50+1-Regel erhöht nach Ansicht von Sportrechtler Paul Lambertz den Druck auf die bisherigen Ausnahmen für einzelne Vereine. "50+1 lebt weiter. Aber die Schonfrist für die Ausnahmen ist vorbei", sagte der Fachanwalt für Sportrecht der Deutschen Presse-Agentur. "Die eigentliche Botschaft der Entscheidung lautet nicht, "50+1 bleibt", sondern: "50+1 muss für alle gelten"", so Lambertz.
Die Sonderbehandlungen einzelner Klubs gerate dadurch stärker unter Rechtfertigungsdruck, sagte er. Die Bundesliga erhalte zwar Rechtssicherheit, aber keine Entwarnung. "Wer heute einen Sieg für die Investoren erwartet hat, wird enttäuscht sein. Wer einen Freibrief für die bisherigen Ausnahmen erwartet hat, allerdings auch", betonte Lambertz. Die Diskussion verschiebe sich nun von der Existenz auf die diskriminierungsfreie Anwendung der Regel.
