Nach der Machtdemonstration von Rad-König Tadej Pogacar auf der 6. Etappe der Tour de France und dem schon großen Vorsprung des Titelverteidigers werden Stimmen laut, die die Organisatoren der Großen Schleife kritisieren. Unter anderem fragen sie, ob es nicht ein Fehler war, das Feld so früh schon über den legendären Col du Tourmalet zu jagen und somit den Weg für ein weiteres atemberaubendes Solo von Tadej Pogacar freizumachen. Streckendesigner Thierry Gouvenou sieht keine Fehleinschätzung, gibt aber zu, dass er den Verlauf der Etappe in dieser Form nicht hat kommen sehen.
"Wir waren etwas unsicher, wie schwer die 6. Etappe sein würde, weil wir natürlich ganz genau wussten, dass der Tourmalet einen entscheidenden Moment darstellen würde. Aber um ehrlich zu sein, haben wir nicht mit so großen Abständen gerechnet. Wir dachten, die Abstände im Ziel würden viel kleiner sein", sagte der Franzose im Interview mit dem Sender "TV2".

Pogacar liefert in Pyrenäen ganz große Show
Was das Thema Spannung angehe, könne man nun durchaus sagen, die Streckenführung sei ein "Fehlschlag", gab der Verantwortliche zu. "Aber auch das gehört zum Radsport." Das größte Problem sei nicht die Streckenführung gewesen, sondern Pogacar. "So ist Pogacar einfach. Er ist so stark, dass ihm jede Route liegt. Ja, natürlich hätte ich mir ein engeres Rennen gewünscht. Das Problem war aber nicht die Route. Das Problem ist der Unterschied zwischen Pogacar und den anderen Fahrern", sagte Gouvenou.