Der Sport-TagMaradona-Prozess hat für Richterin bittere Folgen
Die argentinische Richterin Julieta Makintach ist nach ihrer umstrittenen Mitwirkung an einer TV-Dokumentation über den Prozess zum Tod der Fußballlegende Diego Maradona endgültig ihres Amtes enthoben worden. Ein Sondergericht der Provinz Buenos Aires sprach am Dienstag einstimmig eine Amtsenthebung aus und untersagte der 48-Jährigen jede weitere Tätigkeit im Justizwesen.
Makintach war im Mai zurückgetreten. Zuvor hatten mehrere Verteidiger ihre Unparteilichkeit in Zweifel gezogen. Makintach, eine von drei Richtern in dem Verfahren, war wegen ihrer angeblichen Beteiligung an einem Dokumentarfilm über den Fall in die Kritik geraten. Argentinische Medien hatten Filmmaterial veröffentlicht, das sie offenbar bei einem Interview im Gerichtssaal zeigt - trotz eines ausdrücklichen Verbots von Kameraaufnahmen. Demnach ging es um eine Mini-Serie mit ihr als zentraler Figur.
Als Folge wurde der Prozess in San Isidro, bei dem bereits über 40 Zeugen gehört worden waren, gestoppt und muss neu aufgerollt werden. "Sie hat gelogen, manipuliert, war parteiisch und hat ihre Macht missbraucht", sagte Staatsanwältin Analia Duarte.