Der Sport-Tag

"Maximal Maschinchen": Sammer beklagt Zustand des deutschen Fußballs

13.07.2025 | 20:35 Uhr

Matthias Sammer hat die grundsätzliche Entwicklung des deutschen Fußballs kritisiert. "Wir Deutschen sind, wie man an unserer Fußballgeschichte sieht, immer mannschaftlich geschlossen, robust und kompakt aufgetreten", erklärte der ehemalige Nationalspieler im Interview mit dem kicker: "Wir hatten Einzelspieler, die Genies waren; aber als Mannschaft waren wir eine Maschine. Heute sind wir noch maximal ein Maschinchen."

Derzeit herrsche "eine falsche Interpretation vor", sagte Sammer: "Wir haben keine Künstliche Intelligenz auf dem Platz, keine KI, sondern denkende und fühlende Menschen, die Selbstvertrauen und Abläufe brauchen." Für Sammer ist einer der Gründe, dass der deutsche Fußball "seine grundsätzliche Identität und damit wesentliche Stärken verloren" habe. Sicherlich seien Veränderungen und Innovationen notwendig gewesen, diesen Aspekten sei jedoch in der Wahrnehmung und Argumentation "ein höherer Stellenwert zuerkannt als den traditionellen Stärken", sagte der 57-Jährige.

"Diese wurden fälschlicherweise als Rumpelfußball, Fußball von gestern oder oldschool abgetan. Die Balance zwischen Innovation und Tradition, um unsere Identität zu bewahren, ist uns nicht geglückt", sagte Sammer: "Bewusst provokativ stelle ich mir, wenn ich den deutschen Fußball gerade sehe, die Frage: Wofür steht der deutsche Fußball heute eigentlich? Ich kann es nicht erkennen."

Verwendete Quelle: ntv.de