Die mit Spannung erwartete Entscheidung zur Reform der Regionalligen wird zu einer Zerreißprobe. Weil wesentliche Inhalte kurzfristig geändert worden seien, verkündete Drittligist Hansa Rostock als erster Verein einen Boykott der geplanten Abstimmung. Zuvor hatte auch das "Bündnis der Fanszenen Deutschland" die Klubs zum Boykott aufgerufen.
Größter Streitpunkt ist eine Änderung im von vielen Klubs favorisierten Kompassmodell. "Statt der ursprünglich vorgesehenen 20er-Staffeln sollen es nun nur noch 18 Teams pro Liga sein", teilte Hansa mit, ein zentraler Punkt werde somit "auf den letzten Metern verändert. Der F.C. Hansa Rostock wird daher an der heutigen Abstimmung nicht teilnehmen."
Weil nicht alle Meister der fünf Regionalligen in die 3. Liga aufsteigen können, gibt es seit Jahren die Forderung nach einer Reform. Die Kompass-Variante mit 20 Klubs pro Staffel hatte viele Fürsprecher gewonnen - bis in der zur Abstimmung vorgelegten Variante überraschend nur noch von 18 Vereinen die Rede war. Auch andere Vereine wie die BSG Chemie Leipzig hatten über eine "Sabotage an den Reformbemühungen" geklagt, die auf eine "Verhinderung der überfälligen Reform" hinauslaufe.