Der Sport-Tag

Der Sport-TagÖzil und Gündogan leisten "Wahlkampfhilfe" für Erdogan

14.05.2018, 15:36 Uhr
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Fußballfan und Fußballerkritiker: Cem Özdemir. (Foto: picture alliance / Marijan Murat)

Und auch hier wird der Sport heute zum strittigen politischen Inhalt: Der türkischstämmige Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir hat die deutschen Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan hart für ihr Treffen mit dem umstrittenen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan kritisiert. "Der Bundespräsident eines deutschen Nationalspielers heißt Frank-Walter Steinmeier, die Bundeskanzlerin Angela Merkel und das Parlament heißt Deutscher Bundestag", sagte der langjährige Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen: "Es sitzt in Berlin, nicht in Ankara."

Auch DFB-Präsident Reinhard Grindel hat die Nationalspieler hart gerügt. "Der Fußball und der DFB stehen für Werte, die von Herrn Erdogan nicht hinreichend beachtet werden", schrieb Grindel bei Twitter. "Deshalb ist es nicht gut, dass sich unsere Nationalspieler für seine Wahlkampfmanöver missbrauchen lassen."

Özil und Gündogan hatten Erdogan am Sonntag in London getroffen und bei einem Fototermin signierte Trikots ihrer Vereine FC Arsenal bzw. Manchester City überreicht. "Anstatt Erdogan diese geschmacklose Wahlkampfhilfe zu leisten, wünsche ich mir von den Spielern, dass sie sich aufs Fußballspielen konzentrieren", sagte Özdemir. Er riet Özil und Gündogan, "noch einmal die Begriffe Rechtsstaatlichkeit und Demokratie nachzuschlagen". Erdogan hat die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen auf den 24. Juni vorgezogen. Sein Wunsch ist der Umbau der Türkei zu einem Präsidialsystem.