Der Sport-Tag

Psychiatrie-Aussage fliegt Geschke um die Ohren

26.07.2021 | 18:57 Uhr

Der deutsche Radprofi Simon Geschke ist für seinen Vergleich der Corona-Quarantäne bei Olympia in Tokio mit einer Psychiatrie von Patientenvertretern in Deutschland kritisiert worden. Man sei "gelinde gesagt, verwundert über diese Aussage", schüre sie "doch Vorurteile, dass Psychiatrie einem Gefängnis gleich sei oder sogar schlimmer", schrieb die Deutsche Depressionsliga e.V. in einem offenen Brief an Geschke. "Mit Ihrem Vergleich besteht die Gefahr, dass Betroffene sich als Menschen zweiter Klasse fühlen, wenn sie sich in Psychiatrie begeben. Das darf nicht sein", hieß es.

Der Radsportler war kurz vor dem olympischen Straßenrennen in Japan positiv getestet worden und befindet sich nun in einem Hotel in Tokio für mehr als eine Woche in Quarantäne. "Hier geht absolut nichts", hatte er gesagt. "Das ist halb Psychiatrie, halb Gefängnis. Wobei es Psychiatrie eher trifft." Die DepressionLiga, eine Patientenvertretung für an Depressionen erkrankte Menschen, unterstrich, dass psychiatrische Einrichtungen "der einzige und richtige Weg" seien, "um aus einer psychischen Erkrankung wie Depression herauszukommen.

Verwendete Quelle: ntv.de