Schalke-Legende Gerald Asamoah unterstellt Bastian Schweinsteiger für dessen Aussagen über den Spielstil der Elfenbeinküste keinen Rassismus - sieht in der gesamten Debatte aber typische Stereotype wirksam. "Ich kenne Basti seit Jahren sehr gut und bin mir ganz sicher: Er ist kein Rassist. Das ist für mich aber auch gar nicht der Punkt, und ihn jetzt öffentlich anzugehen, bringt die Debatte aus meiner Sicht nicht weiter", schrieb Asamoah bei "Linkedin".
Schweinsteiger hatte den Fußball der Elfenbeinküste als ARD-Experte als "ein bisschen unorthodox", "ein bisschen wild" und "vielleicht auch manchmal nicht ganz so von der Taktik geprägt". Nationaltrainer Emerse Fae nannte die Aussage "traurig" und wertete sie als rassistisch. Asamoah dagegen wünscht sich mehr Sensibilität und Differenzierung. Mit der weit verbreiteten These, dass "Spieler aus Afrika und allgemein schwarze Fußballer wild, taktisch und technisch schwach und nicht so spielintelligent wie Europäer (also Weiße), dafür körperlich stark, robust und athletisch und so weiter" seien, wäre "schnell ein ganzer Kontinent mit ein, zwei Sätzen beschrieben", so der 47-Jährige. Er habe "das Gefühl, dass wir uns oft mehr damit beschäftigen, ob jetzt jemand ein Rassist ist oder nicht. Ich würde mir aber wünschen, dass wir uns eher darum kümmern, diese Denkmuster ernsthaft zu hinterfragen".
Afrika sei "einfach ein riesiger Erdteil mit so vielen unterschiedlichen Sprachen, Völkern und Kulturen", daher gebe es auch nicht den einen afrikanischen Spielstil, stellte Asamoah klar. "Eigentlich ist das alles auch erforscht und erwiesen. Aber solche Ansichten halten sich bis heute. Nicht aus bösem Willen", schrieb der ehemalige Stürmer: "Sondern weil diese Stereotypen ganz tief gesellschaftlich verankert sind und wie selbstverständlich weitergegeben werden."
