Sport-TagRettig durchleuchtet verkrustete DFB-Strukturen
Der langjährige Bundesliga-Manager Andreas Rettig sieht verkrustete Strukturen als großes Problem beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) und wünscht sich unter anderem eine stärkere Einbindung junger Menschen. "In Anlehnung an die Politik, egal, wie man zu Jusos, der Jungen Union oder der Grünen Jugend steht: Eine Interessenvertretung junger Leute würde ich sehr begrüßen", sagte Rettig im Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger".
Für den einstigen Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) sei es momentan "höchst fraglich", ob beim DFB die richtigen Leute in der Verantwortung stehen. Dies habe auch mit dem typischen Karriereweg innerhalb des Verbandes zu tun. "Bislang ist es in der Regel so: Um DFB-Präsident zu werden, muss man eine Ochsentour vom Kreis über den Bezirk zum Verband absolvieren, um irgendwann Regionalfürst zu sein", sagte Rettig.
"Dann hat man einen grauen Bart und weiße Haare - und landet schließlich im DFB-Präsidium, hat aber schon 25 Jahre lang Allianzen geschmiedet. Das System bedingt genau diese Abhängigkeiten, die dem deutschen Fußball mehr schaden als nutzen, daher bekommen wir auch kein frisches Blut in den DFB." Künftig müsse auch "das Wissen der Basis" viel besser genutzt werden.