Alexander Zverev muss nach seinem frühen Aus beim ATP-Masters in Montreal heftig Kritik einstecken. Die ehemalige Weltranglistenerste im Doppel, Rennae Stubbs, warf ihm vor, nach seiner Niederlage gegen Tallon Griekspoor Ausreden zu suchen. Zverev zeigte sich unzufrieden mit den Bedingungen und den verwendeten Wilson-Bällen, die sich deutlich von den Dunlop-Bällen unterscheiden, mit denen in Wimbledon gespielt wurde. Gleichzeitig stellte er jedoch klar, dass dies nicht der Hauptgrund für seine Niederlage gewesen sei. "Ich bin einfach noch nicht in der Form, die ich in den vergangenen Monaten hatte", erklärte die deutsche Nummer eins.
Für Stubbs sind solche Aussagen dennoch fehl am Platz. Im "The Rennae Stubbs Tennis Podcast" erinnerte sie daran, wie die größten Spieler der Tennisgeschichte mit Niederlagen umgingen. "Habt ihr jemals Rafael Nadal, Novak Djokovic, Roger Federer oder Serena Williams nach einer Niederlage die Bälle verantwortlich machen hören? Was machen wir hier eigentlich? Ja, die Bälle sind anders, aber das gilt für beide Spieler", sagte die Australierin, die vor einigen Jahren unter anderem Serena Williams trainierte.
Ihre Podcast-Kollegin Caitlin Thompson verwies dabei auf ein berühmtes Zitat der Tennis-Legende Billie Jean King: "Champions passen sich an." Stubbs stimmte dieser Aussage uneingeschränkt zu. Ihrer Meinung nach gehöre es zur Aufgabe eines Topspielers, sich auf unterschiedliche Bedingungen einzustellen. "Dann spann deine Saiten eben härter oder finde eine andere Lösung. Wir kennen diese Situation alle. Nach Wimbledon fliegen die Wilson-Bälle anders. Manche Spieler mögen das, andere nicht – aber man muss sich anpassen", erklärte sie.