Das Foul am Kanadier Ismael Koné beim 6:0-Sieg gegen Katar, bei dem er sich mutmaßlich den Unterschenkel gebrochen hat, hat eine Diskussion über die Schiedsrichterlinie bei der Fußball-WM entfacht. "Man muss den Spielern Grenzen setzen. Es ist nicht immer Absicht. Es ist meistens Fahrlässigkeit. Aber man muss manchmal eben präventiv agieren. Hier waren die FIFA und Pierluigi Collina zu nachsichtig", sagte Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe der "Bild" in Richtung des Chefs der Schiedsrichterkommission.
Seit Collinas Amtsantritt 2017 habe es bei Weltmeisterschaften nur wenige Rote Karten gegeben, sagte Gräfe und verwies auf einige Platzverweise nach Notbremsen und Handspielen sowie einen nach einer Tätlichkeit, aber keinen für ein brutales oder ernsthaftes Foulspiel. "Wenn dermaßen gesundheitsgefährdend agiert wird, von hinten auf die Wade getreten wird, in den Achillessehnenbereich, auf Kniehöhe oder noch höher, mit den Stollen - dann muss es zum Schutz aller Rote Karten geben", sagte Gräfe
"Alle konnten hören, wie die Knochen brechen"

Nicht alle Experten sahen den Platzverweis jedoch als zwingend an. "Die Rote Karte können wir nicht ganz nachvollziehen, weil es nach einer sehr unglücklichen Verletzung aussieht, auch wenn sie sehr schwer wiegt. Ich sehe da maximal ein normales Foul, weder Gelb noch Rot", sagte MagentaTV-Experte Thomas Müller. Auch sein Kollege Mats Hummels sprach von einem "08/15-Foul", das "sehr unglücklich ausging".
