Die niederländische Trainerlegende Louis van Gaal hat die Führung seines Ex-Klubs Manchester United nach der schlechtesten Premier-League-Saison der Geschichte scharf kritisiert. Der englische Traditionsverein sei zu sehr vom kommerziellen Erfolg getrieben und entferne sich immer weiter von dem, was er einmal war. "Es ist immer noch ein kommerzieller Klub und kein Fußballverein. Das habe ich schon einmal gesagt - und das ist immer schwierig", sagte der 73-Jährige in einem Sky-Sports-Interview.
Vor allem stößt van Gaal die Transferpolitik auf und dass bei den Red Devils nicht die Trainer das Sagen haben, sondern die Eigentümer. "Wenn nicht der Trainer entscheidet, welcher Spieler kommen soll, ist das sehr schwierig. Dabei sollte es genau so sein, denn dann kann man den Trainer entlassen, wenn er keine Ergebnisse erzielt. Aber wenn andere Leute die Spieler kaufen, dann hat man ein Problem", sagte van Gaal, der mit den Red Devils 2016 den FA Cup gewann.
Der frühere niederländische Nationalcoach hatte bereits während seiner Amtszeit von 2014 bis 2016 die Transferaktivitäten von Manchester United kritisiert. Er wollte damals das Team verjüngen und bestimmte Spieler haben. "Ich habe keinen einzigen davon bekommen", hatte van Gaal 2020 bei Voetbal International gesagt.