Beinahe hätte Superjoker Cyle Larin mit seinem historischen Schuss zum ersten WM-Punkt Kanadas einen medizinischen Notfall verursacht. "Ehrlich gesagt hab ich gedacht, ich falle in Ohnmacht. Es war verrückt", gab Mitspieler Ismael Koné zu, als er daran dachte, wie der Ball ins Tor flog und die 40.000 Fans in Toronto komplett ausrasteten. Kein Sieg, aber ein ganzes Land atmete auf – und Larin irgendwie auch.
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"Ich treffe, wenn Kanada mich braucht", sagte der Stürmer, nachdem er nur drei Minuten nach seiner Einwechslung in der 76. Minute den Treffer erzielt hatte, der dem Co-Gastgeber das 1:1 (0:1) im Auftaktspiel gegen Bosnien-Herzegowina brachte. Er wolle, so Larin, "in jedem Spiel spielen", aber manchmal habe er es nicht in der Hand. Nun habe er "gezeigt, dass ich spielen sollte". Die Degradierung durch Nationaltrainer Jesse Marsch, der Larin überraschend zunächst auf die Bank gesetzt hatte, hatte dem 31-Jährigen gar nicht geschmeckt.
Larin sorgte für Kanadas ersten Punktgewinn bei einer Fußball-Weltmeisterschaft überhaupt, bei den bisherigen Teilnahmen 1986 und 2022 waren die Nordamerikaner jeweils ohne einen müden Zähler in der Vorrunde gescheitert. Entsprechend nannte die Zeitung "Globe and Mail" die neueste fußballerische Errungenschaft des Mutterlands des Eishockeys "das größte Unentschieden der nationalen Geschichte".