Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay in die Verlängerung. Die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann glich zuvor den 0:1-Halbzeitrückstand gegen den krassen Außenseiter aus. Kai Havertz traf mit dem Hinterkopf in der 55. Minute nach einer Flanke von Florian Wirtz.
Der Treffer für Paraguay fiel in der 42. Minute, kurz vor der Pause. Die Südamerikaner trafen nach ihrem ersten Eckball, den Manuel Neuer mit der Faust klärte. Die DFB-Elf konnte daraus aber keinen Konter entwickeln. An der linken Seite reichte ein Doppelpass, um die deutsche Defensive auszuhebeln. Die anschließende Flanke vollendete der nur 1,73 Meter große Julio Enciso per Kopf.
Zuvor hatte die DFB-Elf zwar erdrückenden Ballbesitz, aber keine Chancen daraus kreieren können. Es entwickelte sich über lange Strecken ein handballartiges, behäbiges Ballgeschiebe rund um den paraguayischen Strafraum herum. Am Ende der ersten Hälfte wiesen beide Teams beinahe denselben Wert bei den Expected Goals auf (0,3 zu 0,2 für das DFB-Team). Auch nach dem Ausgleich blieb die Partie einseitig, Paraguay fuhr im Ansatz gefährliche Konter.
Undav beginnt - und kann nicht helfen
Nagelsmann hatte seine Mannschaft nur leicht verändert auf den Rasen geschickt. Überraschend bot er Deniz Undav für Jamal Musiala auf. "Deniz hat sich das auch verdient", sagte der Bundestrainer vor Anpfiff. Der bislang formschwache Musiala soll dagegen als Joker in der zweiten Hälfte wirken. Ansonsten begann Nathaniel Brown wieder für David Raum auf der linken Defensivseite. Zur Pause kam Leon Goretzka für Felix Nmecha.
Nach gut einer Stunde drehte Nagelsmann seine Entscheidung für Undav jedoch wieder zurück - und brachte Musiala für den diesmal glück- und weitestgehend wirkungslosen Stürmer.
Nagelsmann erklärt Startelf: "Deniz hat es auch verdient"

Die DFB-Elf hatte zudem ihre Lehren aus der 1:2-Niederlage gegen Ecuador gezogen. Nagelsmann erklärte vor dem Spiel, dass sein Team die "Drecksack-Mentalität" der Gegner auch annehmen müsse. Doch die Nationalelf übernahm sie sogar direkt: Gleich mehrfach mussten Spieler von Paraguay in der ersten Viertelstunde wegen kleinerer Fouls behandelt werden. Besonders Aleksandar Pavlovic langte mehrfach zu.
Der Gewinner der Partie spielt am 4. Juli in Philadelphia im Achtelfinale gegen den Sieger aus Frankreich gegen Schweden.
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