Folgen von Trumps PolitikUSA verweigern schottischen Fans plötzlich die Einreise

Wer bei der Fußball-WM in Amerika dabei sein will, muss ein kleines Vermögen berappen. Umso bitterer klingen Berichte aus Schottland: Fans wird die Einreise kurzfristig verweigert - obwohl alles klar scheint.
In Großbritannien mehren sich Berichte, wonach die USA schottischen Fans die Einreise verweigern. In sozialen Medien schildern dutzende Anhänger der Bravehearts, dass sich ihr ESTA-Status (Electronic System for Travel Authorization) kurzfristig von "genehmigt" auf "Reise nicht autorisiert" geändert habe. Einige machten ihre Fälle via BBC öffentlich und berichten, dass sie durch das unerfreuliche ESTA-Update womöglich auf Reisekosten in Höhe von mehreren Tausend Pfund sitzen bleiben. Schottland startet am 13. Juni in Foxborough bei Boston gegen Haiti in die WM.
"Aus dem Nichts habe ich am Dienstag eine E-Mail bekommen, in der stand, dass es ein Update Ihres ESTA-Status gegeben hat", zitiert BBC Scotland News den 43-jährigen Scott Braid aus Kirikcaldy. Der Fan hatte geplant, am 12. Juni mit seiner Frau und den zwei Kindern nach Boston zu fliegen. Nachdem sein ESTA-Antrag genehmigt war, habe er gedacht, es könne losgehen und buchte die "Reise seines Lebens". Zuerst sei der Status von "genehmigt" zu "in Bearbeitung" geändert worden. Zwei Stunden später hieß es schließlich "Reise nicht autorisiert".
Er sei besonders frustriert, da er mit ESTA 2023 und 2024 problemlos in die USA gereist sei, sagte Scott. "Seit ich dieses ESTA gemacht habe, hat sich an meinen Verhältnissen absolut nichts geändert. Das ist das Frustrierende: nicht zu wissen, warum das passiert ist."
"Wir haben nichts gebucht, bevor wir autorisiert waren"
Die Brüder Andrew und Nelson Speirs schilderten der BBC Ähnliches. Sie hätten ihren ESTA-Antrag schon am 14. Dezember eingereicht und am folgenden Tag eine Genehmigung bekommen. Bis zum 3. Juni habe sich an dem Status nichts geändert, dann sei die Einreise am 3. Juni plötzlich nicht mehr genehmigt worden. "Ich finde nicht, dass das fair ist, sie sollten jemanden nicht erst zur Einreise autorisieren und es dann wieder zurücknehmen. Wir haben nichts gebucht, bevor wir autorisiert waren", kritisierte Nelson Speirs.
Er hatte geplant, zu Andrews 40. Geburtstag nach Miami zu fliegen - Gesamtkosten 10.000 Pfund. Nach der Mitteilung sei er "am Boden zerstört" gewesen. Die Brüder zeigten BBC Scotland News Screenshots von der ESTA‑Webseite, die belegen, dass ihre Anträge zunächst genehmigt waren, nun aber aktualisiert wurden. Beide versuchen, ihren Fall bei einem Termin im US-Konsulat in Belfast in Nordirland zu klären.
Lauren Bis, Staatssekretärin im US-Heimatschutzministerium, teilte mit, die strengere Vergabepraxis bei ESTA liege daran, dass "die Trump-Regierung die Einwanderungsgesetze durchsetzt". "Im Rahmen des Visa-Waiver-Programms werden alle ESTA-Anträge fortlaufend mit Polizei- und Sicherheitsdatenbanken abgeglichen", so Bis. Wer in die USA reisen wolle, müsse "vollständige und wahrheitsgemäße Angaben machen, einschließlich ihrer gesamten Vorstrafen." Bis fügte hinzu, dass "das Versäumnis, Festnahmen oder Verurteilungen offenzulegen, eine Falschangabe darstellt", die zu einer "ESTA‑Ablehnung, einem Widerruf oder einem dauerhaften Einreiseverbot in die Vereinigten Staaten" führen könne. Ein genehmigter ESTA‑Antrag bedeute "keine garantierte Einreise".
"Personen, die aufgrund von strafrechtlichen Verurteilungen oder Falschangaben nicht für das Visa-Waiver-Programm infrage kommen, müssen ein Visum beantragen", sagte Bis. Die US‑Zoll- und Grenzschutzbehörde "kann zu anderen Reisenden keine Vermutungen anstellen, da CBP (Customs and Border Protection, Anm. d. Red.) nicht erfasst, wer für FIFA-Spiele reist."