Beim WM-Spiel zwischen Topfavorit Frankreich und dem Irak ist zur Pause das Stadion wegen eines drohenden Unwetters evakuiert worden. "Ein heftiges Gewitter nähert sich", stand auf der Anzeigetafel des Stadions: "Bitte verlassen Sie den offenen Sitzplatzbereich. Suchen Sie Schutz gemäß der Anweisungen des Stadionpersonals." Zu diesem Zeitpunkt führten Les Bleus mit 1:0 gegen den Außenseiter.
In Philadelphia setzte zunächst kurz vor der Halbzeit sintflutartiger Regen ein, laut Wetterradar näherte sich zudem ein Gewitter. Während die Teams mit dem Halbzeitpfiff in die Kabine gingen, wurden die Zuschauer gemäß des Sicherheitsprotokolls der USA für Stadien ohne Überdachung von den Rängen geschickt. Die Fans wurden in spezielle Schutzbereiche gebracht. Die Pause wurde zunächst von 15 auf 30 Minuten verlängert.
Nach mehr als zweistündiger Unterbrechung wurde das Spiel schließlich fortgesetzt. Die Spieler waren etwa eine halbe Stunde vor dem verspäteten Anstoß zur zweiten Hälfte für ein längeres Aufwärmprogramm auf den Rasen zurückgekehrt - im strömenden Regen. Zum Wiederanpfiff nach satten 132 Minuten Unterbrechung war es dann jedoch zumindest von oben wieder trocken. Auf dem Feld hatten sich jedoch an mehreren Stellen große Pfützen gebildet. Stadionpersonal versuchte, so viel Wasser wie möglich noch vom Platz zu bekommen. Am Ende gewann Frankreich die ewige Wasserschlacht 3:0.
Damit nimmt das Wetter erstmals Einfluss auf die Abläufe im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada. Es gelten strikte Regeln für solche Fälle. Sobald ein Blitzeinschlag in einem Umkreis von 13 Kilometern (8 Meilen) um das Stadion registriert wird, müssen Tribünen und Freiflächen sofort geräumt werden. Nach dem letzten registrierten Blitz gilt eine strikte Zwangspause von 30 Minuten. Schlägt in dieser Zeit erneut ein Blitz ein, beginnt der Countdown wieder von vorne.
Unwetterwarnung für Spieltag
Schon im Vorjahr im Rahmen der Klub-WM hatte das Wetter für Chaos gesorgt, in extremster Form beim Spiel zwischen dem FC Chelsea und Benfica Lissabon. Damals musste die Partie nach 86 Minuten unterbrochen werden, fast zwei Stunden dauerte dies an. Im Notfall kann eine Partie auch gänzlich abgesagt werden. Für Montagabend hatte der nationale Wetterdienst der USA für Philadelphia eine Unwetterwarnung wegen Gewitter und drohender Tornados ausgegeben.
Bei der Weltmeisterschaft 1974 war eine Partie mit deutlicher Verspätung angepfiffen worden, das Zwischenrunden-Duell zwischen Deutschland und Polen ging nach einem Wolkenbruch als "Wasserschlacht von Frankfurt" in die Geschichte ein. Die Feuerwehr musste mit Pumpen und Walzen den Platz von den gröbsten Wassermassen befreien, mit 30 Minuten Verzögerung ging es doch los. Bei der EM 2024 war das Achtelfinale zwischen Deutschland und Dänemark zwischenzeitlich wegen eines Unwetters unterbrochen worden.


