Fußball

Fifa-Klub-WM macht Termin frei Uefa verschiebt EM auf 2021

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Um diesen Pokal geht es bei der EM - Portugal darf den Titel noch ein Jahr länger behalten.

(Foto: REUTERS)

Die EM 2020 wird wegen des Coronavirus in den Sommer 2021 verschoben. Betroffen sind zwölf Gastgebernationen, 24 Teilnehmer und Millionen Fans. Noch ist unklar, wie dann der Modus aussehen wird. Auch die Fifa hilft mit - sie verlegt ihre neue Klub-WM.

Die Mächtigen des europäischen Fußballs konferierten mehrere Stunden, einer Krisensitzung folgte die nächste, ehe das Unausweichliche feststand: Die Fußball-EM 2020 findet aufgrund der Coronavirus-Pandemie erst im Sommer 2021 statt. Das paneuropäische Turnier sollte mit München als einem von zwölf Gastgebern ursprünglich in diesem Sommer ausgetragen werden - die Klubs und Ligen drängten in der weltweiten Krise aber auf die Verlegung, um selbst mehr Zeit zu gewinnen.

Den endgültigen Beschluss fasste das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union am Dienstag. Inwieweit die Uefa die historische Endrunde im nächsten Jahr unter gleichen Voraussetzungen ausrichten will und kann, blieb zunächst offen. Fest steht das Datum: Gespielt werden soll vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2021.

Wichtiger Spielraum für die Ligen

Die Ligen haben dadurch über einen Monat mehr Zeit, um die derzeit ausgesetzte Saison doch noch unter einigermaßen regulären Umständen beenden zu können. Stichtag ist dann erst der 30. Juni, an dem normalerweise auslaufende Verträge enden. Die Deutsche Fußball Liga hatte am Montag verkündet, für die verbleibenden Partien auf Geisterspiele setzen zu wollen. Ob, und wenn ja, wann der Spielbetrieb in Deutschland fortgesetzt wird, soll in der Woche ab dem 30. März entschieden werden.

Das EM-Eröffnungsspiel war für den 12. Juni 2020 in Rom terminiert. Italien gilt als Epizentrum der Coronavirus-Krise in Europa. Aufgrund der rasanten Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 hatte die italienische Regierung am 9. März landesweite Sperr-Maßnahmen verhängt, die Weltgesundheitsorganisation WHO klassifizierte die Verbreitung von Sars-CoV-2 am 11. März als Pandemie. Sechs Tage später reagierte die Uefa.

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Aleksander Ceferin verkündete das "größte Opfer".

(Foto: imago images / Sven Simon)

"Es war wichtig, dass die Uefa als Dachverband des europäischen Fußballs den Prozess anführte und das größte Opfer brachte. Die Verschiebung der Euro 2020 ist für die Uefa mit enormen Kosten verbunden, aber wir werden unser Bestes tun, um sicherzustellen, dass die lebenswichtige Finanzierung des Breiten- und Frauenfußballs und die Entwicklung des Spiels in unseren 55 Ländern nicht beeinträchtigt wird", wurde Uefa-Präsident Aleksander Ceferin in einer Verbandsmitteilung zitiert.

Die deutsche Nationalmannschaft hatte sich als Gruppenerster für die EM qualifiziert. Als Gegner waren der DFB-Elf Frankreich, Portugal sowie der Gewinner einer Playoff-Partie zugelost worden. Eine "Hammergruppe" wie Bundestrainer Joachim Löw befand. Die Nationalmannschaft wollte im Sommer endgültig Wiedergutmachung leisten für die desolate Weltmeisterschaft vor zwei Jahren in Russland, die für den Deutschen Fußball-Bund bereits nach der Vorrunde beendet war.

Es droht das nächste Termin-Chaos

Der EM-Modus mit über den gesamten Kontinent verteilten Gastgeberorten war zur Feier des EM-Jubiläums gewählt worden, vorgeschlagen vom früheren Uefa-Präsidenten Michel Platini. Neben München und Rom wurden Amsterdam, Kopenhagen, Bilbao, St. Petersburg, Bukarest, Budapest, Baku, Glasgow, Dublin und London als Gastgeber ausgewählt. Die britische Hauptstadt bekam unter anderem beide Halbfinals und das Endspiel zugesprochen. Die Nationalmannschaft wollte Mitte Juni ihr Basisquartier in Herzogenaurach beziehen, etwa zwei Stunden von der Münchner Allianz Arena entfernt. Auf dem Terminplan stand zudem ein Trainingslager ab Ende Mai in Österreich. Löw hätte bis zum 2. Juni seinen endgültigen Kader bei der Uefa melden müssen, das erste deutsche Gruppenspiel gegen die Franzosen wäre am 16. Juni in München angepfiffen worden.

Das war in den vergangenen Tagen schier unvorstellbar geworden. Mehrere europäische Länder sind derzeit abgeriegelt, auch in Deutschland wurden massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen. Der Fußball rollt längst nicht mehr. Durch eine Verlegung in den Sommer 2021 musste sich die Uefa mit dem Weltverband Fifa arrangieren, der zu dem Zeitpunkt eigentlich die Premiere der millionenschweren Klub-WM feiern wollte. Dieses Turnier war zuletzt auf 24 Mannschaften aufgestockt worden, ursprünglich sollten acht davon aus Europa kommen. Am Dienstagnachmittag folgte die Bestätigung: Die Fifa verschiebt ihren Wettbewerb und schafft so Platz für den neuen EM-Termin.

Zudem muss die Uefa wohl das eigene Final Four der Nations League verschieben, das im Juni stattfinden soll. Im Sommer 2021 soll zudem die Frauen-EM in England stattfinden, das Eröffnungsspiel ist allerdings erst für den 7. Juli terminiert.

Quelle: ntv.de, Jan Mies & Florian Lütticke, dpa