Titel, Rekorde, Siegesserie

Ist Makhachev der größte MMA-Kämpfer aller Zeiten?

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UFC-Champion in zwei Gewichtsklassen: Islam Makhachev. (Foto: IMAGN IMAGES via Reuters Connect)
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23.08.2026 | 09:22 Uhr
In kaum einer Sportart lässt sich eindeutig bestimmen, wer der Größte aller Zeiten ist. Im MMA mischt ein noch aktiver Champion in der Debatte nun kräftig mit. Doch neben Erfolgen im Käfig spielen bei der Bewertung noch ganz andere Faktoren eine Rolle.

Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi, Michael Jordan oder LeBron James, Novak Djokovic oder Roger Federer. Die Frage, wer der Größte aller Zeiten (GOAT) ist, löst in fast jeder Sportart hitzige Debatten aus. Das ist in Mixed Martial Arts nicht anders. Mit Islam Makhachev rückt dort nun Athlet in die Riege der ganz Großen auf. Der Dagestaner bringt nahezu alle Titel, Rekorde und Auszeichnungen mit - und ist dazu noch aktiver Kämpfer. In der GOAT-Debatte fällt meistens aber ein anderer Name.

"Im Gesamtpaket würde ich Makhachev nicht als GOAT sehen. Er müsste seinen Titel im Weltergewicht noch ein paar Mal verteidigen", sagt MMA-Content-Creator Yavuz Çağatay im Gespräch mit ntv.de, der in seinen Videos mit anderen MMA-Kämpfern immer wieder thematisiert, wer denn der Größte aller Zeiten ist. Die Errungenschaften Makhachevs dürfe man aber nicht kleinreden. Der 34-Jährige hatte Mitte August gegen Ian Machado Garry, seinen Titel im Weltergewicht erstmals verteidigt und dazu seinen 17. Sieg in Serie in der UFC, der Königsklasse des Kampfsports, eingefahren - absoluter Rekord. Dazu kommen vier Titelverteidigungen im Leichtgewicht. Überhaupt hat Makhachev erst einmal in 30 Profikämpfen verloren.

"Es gibt MMA-Profis, die haben in der UFC mehr Titelkämpfe gewonnen", sagt Çağatay und verweist auf Ikonen wie Anderson Silva oder Georges St. Pierre. Deren aktive und erfolgreichste Zeit liegt allerdings schon knapp zehn Jahre zurück. Damals gab es in der Breite noch nicht die Leistungsdichte wie heute.

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Yavuz Çağatay (r.) mit Arman Tsarukyan, einem ehemaligen Gegner von Islam Makhachev.

Der Einzige, den Çağatay noch vor Makhachev sieht, ist Jon Jones. Der Amerikaner hat ebenfalls Titel in zwei Gewichtsklassen gewonnen und mehrfach verteidigt. "Er ist für mich der GOAT. Er war mit 23 Jahren der jüngste Champ der UFC, er hatte knappe Kämpfe, aber eigentlich auch keine Niederlage in seiner Karriere." Bei Jones steht in der Bilanz eine Niederlage durch Disqualifikation, weil er eine nicht legale Ellbogentechnik eingesetzt hatte. Mittlerweile ist die Aktion aber erlaubt.

Der Nachteil bei Jones sei seine Vita außerhalb des Käfigs, sagt der Content Creator. Neben der Niederlage steht auch ein Kampf ohne Wertung in seiner Kampfstatistik. Das Duell mit Daniel Cormier gewann er 2017, wurde aber anschließend positiv auf Doping getestet. Dazu kamen regelmäßig Alkoholeskapaden, eine Fahrerflucht nach schwerem Unfall und Vorwürfe häuslicher Gewalt. "Er war ein sehr verrückter Typ außerhalb des Rings und diese Geschichten waren Schandflecken in seiner Karriere", sagt Çağatay.

"Es gibt Leute, die sagen: Auch das Verhalten abseits des Sports spielt eine Rolle, wenn es darum geht, der Größte aller Zeiten zu sein", sagt der Content Creator. Hilfsbereitschaft, welche Werte der Sportler vermittle, das seien alles Faktoren, die bei Fans zumindest unterbewusst einbezogen werden. "Wenn die Vorbildfunktion eine Rolle spielt, dann wäre Jon Jones raus", räumt er ein. "Jones ist dann - sportlich gesehen - der Beste aller Zeiten. Was puren Kampfsport angeht, glaube ich, dass Jones sogar der größte Kämpfer der Menschheitsgeschichte ist. Da kannst du bis in die Antike zurückgehen. Er ist einfach dafür gemacht."

Bezüglich Charakter punktet also Makhachev, der allerdings auch weniger Ecken und Kanten hat, für den Sport lebt und privat fast nichts von sich preisgibt. Sportlich lässt sich weiterhin streiten, ob Jones nicht noch vor ihm liegt. Aber auch hier hat der Dagestaner einen entscheidenden Vorteil: Er will noch weiterkämpfen und seine Siegesserie auf 20 ausbauen. Anders Jones, der vergangenes Jahr seine aktive Karriere beendet hat.

"Diese GOAT-Debatte ist ja in jeder Sportart allgegenwärtig. Solche Debatten machen Spaß und sorgen für Unterhaltung. Dabei wird es immer eine subjektive Komponente geben, bei der Sympathie eine Rolle spielt. Wenn Makhachev weitere Erfolge einfährt, aber irgendwann seine Karriere beendet, wird danach wieder ein MMA-Kämpfer kommen, der sportlich viel erreicht und Teil diese Debatte wird. Das macht es vielleicht auch so interessant", schließt Çağatay ab.

Verwendete Quellen: ntv.de, mba