Das erste Oktagon-Event in Berlin wird zum MMA-Spektakel. Die Höhepunkte vor 17.000 Zuschauern in der Uber Arena setzen die Lokalmatadoren und der wohl derzeit beste Kämpfer Europas: Will Fleury verteidigt seinen Titel im Schwergewicht gegen Kasim Aras. Die Highlights können Sie live auf RTL+ sehen.
Fleury kontrollierte im Hauptkampf des Abends und hielt Aras auf Distanz. Eine Runde lang setzte der Ire Nadelstiche und ließ seinen Gegner nicht seine ringerischen Stärken ausspielen. In Runde zwei leitete dann ein Headkick das Ende des Kampf ein. Aras wackelte und setzte nach. Er pinnte den Deutsch-Türken am Boden fest und ließ Schläge folgen. Aras rappelte sich auf, doch Fleury erwischte ihn mit einem linken Haken. Der Kampf war beendet. Fleury untermauerte damit seinen Status als unangefochtener König bei Oktagon.
Oktagon 90 in Berlin ...
... die Highlights sehen Sie auf RTL+.

Den Auftakt in der Hauptstadt machte Davlet Karataev. Das Riesentalent aus dem Spitfire Gym Berlin bekam es im Leichtgewicht mit dem Mexikaner Daniel Salas zu tun. Der Berliner hatte in der ersten Runde den Fuß auf dem Gas und deckte seinen Gegner mit exotischen Kicks ein. Salas zeigte vor allem Nehmerqualitäten und hatte nur selten Treffer auf seiner Seite. Treffer zum Körper Karataevs hielten den Lokalmatador nur kurzfristig auf Distanz.
Karataev dominierte Salas über drei Runden, stand mehrere Male kurz davor den Kampf vorzeitig zu beenden. Der Mexikaner biss auf die Zähne und rettete sich über die Zeit, der verdiente Sieg ging an den Mann aus Berlin.
Der MMA-Adel schlägt wieder zu
Der Mann mit der Zahnlücke begeistert die Hauptstadt
Der "Lightweight Gorilla" Ahmad Halimson bleibt vielen Fans wegen seiner auffälligen Zahnlücke in Erinnerung. In Berlin marschierte mit Livemusik-Act in die Arena. Gegen Joseph Donkor wollte der Berliner auch sportlich ein erstes Ausrufezeichen setzen. Physisch hatte Halimson alle Vorteile auf seiner Seite. Das machte sich im Clinch bemerkbar, bei dem der Bodenspezialist Donkor gleich versuchte, seinen Gegner zu Boden zu ringen. Halimson blieb standhaft und hatte in der ersten Runde die besseren Treffer auf seiner Seite.

Halimson überzeugte vor allem mit ungewohnt gutem Striking. Daran hatte der 29-Jährige intensiv gearbeitet. Nach zwei gewonnenen Runden auf den Zetteln der Punktrichter nahm der Berliner einen Gang raus und sparte seine Kraft bis zwei Minuten vor Schluss. Halimson drehte nochmal auf, konnte Donkor aber nicht vorzeitig besiegen.
Mit dem "Albanian Eagle" Arijan Topallaj stand einer der Publikumslieblinge gegen Jan Stanovsky in Berlin im Käfig. Und die beiden Leichtgewichte boten einen sehr guten MMA-Kampf. In der ersten Runde war das Striking der beiden Kontrahenten on point. Vor allem mit Legkicks bearbeitete Stanovsky den Balinger, Topallaj hatte gute Schlagkombinationen als Antwort parat. Nach einem Clinch ging es dann an den Boden, wo Topallaj einen Anaconda Choke anbrachte. Stanovsky konnte sich zwischenzeitlich befreien, doch die Runde ging an den Deutsch-Albaner.
In der zweiten Runde hatte Topallaj dann die Schwäche seine Gegners am Boden ausgemacht. Am Käfigzaun rang er Stanovsky nieder und setzte zum Ninja Choke an. Nach einer halben Minute klopfte der Tscheche ab. Topallaj feierte euphorisch seinen Sieg.

Für Attila Korkmaz wurde mit Said-Khusein Akhyadov kurzfristig ein neuer Gegner verpflichtet und eine harte Nuss zu knacken. Korkmaz wirkte in der ersten Runde überrascht vom Druck des tschetschenischen Kämpfers. Die Schlagfrequenz war höher, auch wenn der Berliner immer die Deckung oben hatte.
In den folgenden Runden hatte Korkmaz die zwei besten Treffer auf seiner Seite. Nach einem Heel Kick an den Kopf wackelte Akhyadov gewaltig. Korkmaz setzte nach, konnte den Kampf aber nicht vorzeitig beenden. In Runde drei landete er einen Körpertreffer, der Akhyadov zusammensacken ließ. Hier kam der Tschetschene aber zurück und verpasste Korkmaz einige Ellbogentreffer. Per geteiltem Punktentscheid ging der Sieg an Akhyadov.
Pfeifer erwischt Stolze eiskalt
Das Weltergewichtsduell zwischen Niklas Stolze und Tyrone Pfeifer wurde zum Generationenduell. Veteran Stolze traf auf den aufstrebenden Kämpfer aus Mainz. Und Pfeifer legte gleich den Vorwärtsgang ein. Er überraschte Stolze mit einem Superman-Punch in der ersten Sekunde, und beide landeten auf dem Boden. Hier legte der 28-Jährige nach und beendete den Kampf blitzschnell.
Für Stolze sollte der 24. Profikampf auch der letzte sein. Er habe seiner Frau versprochen, in Zukunft mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Er bedankte sich beim Publikum und legte die Handschuhe in die Mitte des Rings.
Auch im Kampf zwischen Denis Frimpong und Niko Samsonidse gab es ein schnelles Ende. Der Berliner Samsonidse und Frimpong hatten einen humorvollen Austausch im Vorfeld des Kampfes. Samsonidse machte es dann im Käfig kurz und schmerzlos. Der Lokalmatador erwischte seinen Gegner eiskalt und knockte ihn mit nur einem Schlag aus.
Dalaslan setzt Siegesserie fort
Alina Dalaslan setzte in Berlin ihre beeindruckende Karriere fort. Gegen Djulia Ariana brauchte die Stuttgarterin etwas, um gegen die Linkshänderin die richtigen Winkel zu finden. Immer wieder landete Dalaslan Körpertreffer, ließ aber nur selten eine Kombination folgen.

Dalaslan wurde frenetisch vom Publikum angefeuert und schaltete in der zweiten Runden einen Gang höher. Dazu baute sie den Spinning Elbow ein - und im zweiten Anlauf saß dieser. Mit der Aktion hinterließ sie einen tiefen Cut auf der Stirn der Brasilianerin. Der Ringarzt brach den Kampf ab - Dalaslan war die Siegerin.
Im Kampf um den Titel im Leichtgewicht zwischen Champion Mateusz Legierski und Gökhan Aksu war ebenfalls Kurzarbeit angesagt. Aksu machte gewohnt Druck und schickte den Polen auch mit einer rechten Geraden zu Boden. Legierski berappelte sich aber schnell und konterte den Deutsch-Türken immer wieder mit Haken ab. Nach einem Konter ging dann Aksu zu Boden und nahm die Deckung hoch. Legierski setzte nach, vom Herausforderer kam kaum Widerstand. Der Referee ging dazwischen und brach den Kampf ab. Legierski bleibt damit Leichtgewicht-Champion.
