Kurznachrichten
Donnerstag, 01. März 2012

Geld: Lebensversicherung verkaufen: Skepsis bei hohen Preisen

Düsseldorf (dpa/tmn) - Wer seine Lebensversicherung verkaufen möchte, sollte sich die potentiellen Käufer genau ansehen - denn es tummeln sich reichlich schwarze Schafe auf diesem lukrativen Markt.

Schulden tilgen, ein Auto kaufen oder einen Traum erfüllen - Gründe, seine Lebensversicherung aufzulösen, gibt es viele. Eine Möglichkeit ist, die Police zu verkaufen. «Grundsätzlich ist das nicht schlecht», erklärt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Allerdings sollten Verbraucher den Käufer gut auswählen. Denn sonst fallen sie möglicherweise auf unseriöse Anbieter herein. Auf folgende Punkte sollten Verbraucher unter anderem achten:

Angebote einholen:«Bevor man seine Police verkauft, sollte man immer mehrere Angebote einholen», empfiehlt Weidenbach. Informationen über Firmen, die Lebensversicherungen aufkaufen, finden sich unter anderem im Internet. Diese Firmen bewerten Versicherungsgesellschaften, bei denen Verbraucher ihre Lebensversicherung abgeschlossen haben, unterschiedlich. So kommt es zu unterschiedlichen Kaufpreisen. «Bei besonders hohen Angeboten sollte man misstrauisch werden», sagt Weidenbach. Wenn nur ein Teil direkt und der Rest in Raten ausgezahlt werden soll und zugleich «traumhafte Renditen» versprochen würden, sei Vorsicht geboten. «Oft steckt dahinter den Finanzermittlern zufolge ein Schneeballsystem - am Ende lösen die Betrüger die Versicherungspolicen ein und machen Kasse.»

Käufer begutachten: Verbraucher sollten ihre Police nicht dem erstbesten Käufer überlassen. «Vor der Unterschrift unter einen Vertrag sollte sich jeder das Unternehmen genauer ansehen», empfiehlt Bianca Boss vom Bund des Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. So sollte etwa geprüft werden, wie lange das Unternehmen bereits auf dem Markt ist und ob Geschäftsberichte Einblicke in die finanzielle und wirtschaftliche Lage des Policenkäufers geben. Bei der großen Mehrheit der Anbieter gibt es große Zweifel, dass das gegebene Renditeversprechen realistisch ist. «Der Innovationskraft der Abzocker sind hier keine Grenzen gesetzt.» Gutgläubige würden auch in den Schwarzen Kapitalmarkt gelockt. Ein Hinweis auf ein seriöses Unternehmen sei zudem die Mitgliedschaft im Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen.

Auszahlungsweise prüfen: Ein wichtige Frage für Verbraucher ist: Wie wird der Kaufpreis für die Lebensversicherung ausbezahlt? Einige Aufkäufer werben damit, dass sie hohe Kaufpreise versprechen, vorerst aber nur einen Teil der Summe ausbezahlen. Der Rest soll in Raten oder erst dann, wenn ein Investor für die Police gefunden wurde, bezahlt werden. «Das ist aber riskant», erklärt Weidenbach. Denn im Falle einer Insolvenz des Käufers gehen Kunden am Ende leer aus. «Am besten ist es daher, wenn der Kaufpreis komplett gezahlt wird.»

Quelle: n-tv.de