Wirtschaft

4000 Finanzhäuser in Gefahr Britische Aufsicht warnt vor Bankencrash

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Skyline des Londoner Finanzdistrikts: Die 1500 größten Banken in Großbritannien waren in den Stresstest der Finanzaufsicht gar nicht mit einbezogen.

(Foto: picture alliance/dpa/PA Wire)

Die Corona-Pandemie nagt an der Finanzkraft der britischen Geldinstitute. Laut der Aufsicht FCA ist das Risiko eines Zusammenbruchs von Tausenden insbesondere kleineren Banken deutlich gestiegen. Der Konsolidierungsdruck - auch über Ländergrenzen hinweg - nimmt dadurch zu.

Die britische Finanzaufsicht FCA sieht schwarz für Tausende kleinere Finanzinstitute in dem schwer von der Corona-Krise getroffenen Land. Bei rund 4000 Unternehmen aus der Branche sei durch die Pandemie die Finanzkraft gefallen und das Risiko eines Zusammenbruchs deutlich gestiegen, erklärte die Financial Conduct Authority (FCA).

Die Behörde bezog in ihre Untersuchungen 23.000 Institute ein. Bei den bedrohten Firmen handele es sich vor allem um kleinere und mittlere Finanzhäuser. Die 1500 größten Banken in Großbritannien waren in den Stresstest gar nicht einbezogen. Sie werden direkt von der Bank of England (BoE) beaufsichtigt.

Perspektivisch könnte der wachsende Druck auf die Branche Bankfusionen - auch über Ländergrenzen hinweg - beschleunigen. Der Chef der deutschen Finanzaufsicht Felix Hufeld ist überzeugt, dass durch die Corona-Krise der Druck zur Konsolidierung steigt. In Spanien und Italien hat es bereits größere nationale Zusammenschlüsse gegeben.

"Irgendwann wird es auch zu grenzüberschreitenden Fusionen kommen", sagte er kürzlich dem "Handelsblatt". "Kurzfristig rechne ich damit allerdings nicht - außer es entsteht eine Notlage, in der man schnell handeln muss." Dass es in Deutschland zu einer größeren Notlage kommt, erwartet Hufeld nicht.

Gleichwohl sei klar, dass die Bankbilanzen durch erhöhte Kreditausfälle in der Corona-Krise Schaden nehmen werden. Unklar sei nur wann und wie hoch genau. "Ich persönlich gehe von mehreren Wellen aus. Die erste könnte es Anfang 2021 geben, wenn die Insolvenzantragspflicht wieder voll greift", sagte Hufeld.

Quelle: ntv.de, ddi/rts