Wirtschaft

Impfstoff-Hersteller unter Druck Energiewerte geben US-Börsen Schub

24fa95d8496c5a4e728bf77f72fc8155.jpg

Eine wachsende Anzahl von Analysten sieht steigende Risiken für den Aktienmarkt.

(Foto: AP)

Nach den kräftigen Verlusten der vergangenen Woche erholt sich die Wall Street leicht. Die Konjunktur-, Corona- und Inflationssorgen die für die schwächste Woche seit rund drei Monaten gesorgt hatten, bleiben jedoch.

Kursgewinne bei Energiewerten haben den US-Börsen einen freundlichen Wochenauftakt bereitet. Der Dow Jones gewann 0,8 Prozent auf 34.869,63 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab 0,1 Prozent auf 15.105,58 Punkte nach und der breit gefasste S&P 500 legte 0,2 Prozent auf 4.468,73 Punkte zu.

Vor allem Ölaktien waren gefragt: Die US-Regierung hatte Ölbestände aus ihren Reserven an acht Unternehmen abgegeben, darunter Chevron und ExxonMobil. Allerdings verhinderten Sorgen wegen der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung der USA größere Gewinne. Vor allem die anstehenden Inflationsdaten bereiteten den Investoren Kopfzerbrechen. Sie erhoffen sich daraus Aufschluss auf den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed.

Moderna Inc.
Moderna Inc. 376,50

Dazu kommen Pläne der Regierung von US-Präsident Joe Biden, die Unternehmenssteuern zu erhöhen, sowie ein 3,5 Billionen Dollar schweres Hilfspaket der Demokraten. "Bei der derzeitigen Bewertung ist der Puffer am Aktienmarkt nicht groß genug, um Gegenwind aus mehreren Richtungen abzufedern, wie mögliche Steuererhöhungen, niedrigere Gewinne der Unternehmen und die anstehende Straffung der Geldpolitik", sagte Richard Saperstein, Chefinvestor bei Treasury Partners.

Die Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs gehen davon aus, dass eine Erhöhung der Unternehmenssteuern auf 25 Prozent und eine höhere Besteuerung ausländischer Einkommen die Gewinne der 500 wichtigsten Unternehmen im kommenden Jahr um fünf Prozent drosseln könnte. Dazu kommt die immer noch nicht ausgestandene Corona-Pandemie. Marktteilnehmer rechnen damit, dass dem Aktienmarkt bis Jahresende eine größere Korrektur bevorsteht, nachdem er in den vergangenen Monaten kräftige Kursgewinne geschafft hatte.

Die Aktien von Virgin Galactic gaben um 3,6 Prozent nach. Das Raumfahrtunternehmen hat seinen nächsten Weltraumflug wegen eines möglichen Defekts verschoben. Die Titel des Zimmervermittlers Airbnb sanken um 2,9 Prozent - nach einer Verkaufsempfehlung durch Goldman Sachs

Bei den Einzelaktien standen die Papiere des Biotech-Unternehmens Regenxbio im Blickpunkt. Das Unternehmen hat eine Partnerschaft mit dem Pharmakonzern AbbVie abgeschlossen, um ein Medikament für die chronische Augenerkrankung AMD zu entwickeln. Die Regenxbio-Papiere schnellten um bis zu 31 Prozent nach oben. Abwärts ging es dagegen für die Papiere der Corona-Impfstoffentwickler Pfizer und Moderna, nachdem Wissenschaftler Auffrischungsimpfungen nicht für nötig erachteten: Derzeit gebe es keine Anzeichen dafür, dass Booster für die allgemeine Bevölkerung empfohlen werden müssten, heißt es in einer Studie, an der unter anderem der Chef-Wissenschaftler der Weltgesundheitsorganisation WHO, Soumya Swaminathan beteiligt war. Die Papiere gaben bis zu 6,6 Prozent nach. In Frankfurt war der Dax 0,6 Prozent fester bei 15.701 Punkten aus dem Handel gegangen.

Quelle: ntv.de, mba/rts

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.