Wirtschaft

"Zunehmende Risiken" Pimco schmeißt Bunds aus Depots

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Pimco-Chef Mohamed El-Erian lobt die Bundesrepublik gerne auch mal über den grünen Klee. Er nennt sie "einen der wenigen echten 'AAA'-Staaten". Von Bundesanleihen hat er aber offensichtlich genug.

(Foto: REUTERS)

Deutsche Bundesanleihen gelten in der Euro-Krise immer noch als sicherere Bank. So sicher, dass Anleger ihr Geld dort parken, ohne damit Profit zu machen. Pimco sieht das inzwischen anders. Der Vermögensverwalter sieht Deutschland vor den europäischen Risiken nicht gefeit.

Der Vermögensverwalter Pimco hat wegen der Schuldenkrise nur noch wenige Bundesanleihen in seinen Depots. "Deutschland verliert durch die zunehmenden Risiken an Qualität", erklärte Andrew Bosomworth, Fondsmanager und Deutschland-Chef der Allianz-Tochter. Schließlich drohten dem Bundeshaushalt durch die milliardenschwere Rettungsschirme und anderweitige Verluste enorme Belastungen.        

Die mageren Renditen der deutschen Titel spielten laut Bosomworth nur eine untergeordnete Rolle. "Wir achten in erster Linie auf das Rückzahlungspotenzial und erst in zweiter Linie auf die Rendite. Wenn es sein muss, nehmen wir sogar negative Real-Renditen in Kauf."          

Die Rendite der zehnjährigen Bundespapiere war Anfang Juni auf ein Rekordtief von 1,127 Prozent gefallen. Seither sind sie auf etwa 1,5 Prozent angezogen. Zum Vergleich: Die Inflationsrate in der Euro-Zone liegt derzeit bei knapp 2,5 Prozent. Der Bund profitiert dabei immens, ein Teil er Schulden wird "weginflationiert".       

Pimco sei in Staatsanleihen der Euro-Staaten generell untergewichtet, fügte der Fondsmanager hinzu. Er bevorzuge Papiere aus Staaten wie Großbritannien, Australien, Brasilien oder Südafrika. Daneben habe sein Unternehmen die Bargeldquoten ausgebaut. Bei Publikumsfonds liege diese in der Regel zwischen fünf und 15 Prozent, in Einzelfällen sogar darüber. Vor der Krise seien Quoten zwischen einem und fünf Prozent üblich gewesen.

Quelle: ntv.de, rts