Wirtschaft

Doku-Drama auf TV Now Wirecard – nichts als Fake

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Der große Fake – Die Wirecard-Story“ ist auf TV Now zu sehen. Bei RTL feiert der Doku-Thriller seine Free TV-Premiere am 22. April.

Der Wirecard-Skandal hat den Finanzstandort Deutschland  erschüttert. Die Aufklärung ist im vollen Gange, der Ex-Chef sitzt in Untersuchungshaft. Jetzt gibt es den Wirtschaftskrimi auf TV Now als Doku-Drama zu sehen. 

Wer lange genug an einer Lüge festhält, glaubt irgendwann selbst daran. So war es wohl, als Christoph Daum vor über 20 Jahren freiwillig eine Haarprobe abgab, um zu beweisen, keine Drogen genommen zu haben. "Ich tue das, weil ich ein absolut reines Gewissen habe", sagte er damals. Das Ergebnis fiel ihm auf die Füße. Und so war es vermutlich auch bei Wirecard, als das Unternehmen im Frühjahr 2020 eine Sonderprüfung seiner Bücher durch KPMG durchführen ließ. Es war der endgültige Anfang vom Ende Wirecards.

Dabei hatte die Geschichte so vielversprechend angefangen. Deutschland hatte mit Wirecard ein Unternehmen mit einer großen Wachstumsstory in einem Zukunftsmarkt. An der Spitze standen CEO Markus Braun, der sogar das Ziel ausrief, irgendwann die Deutsche Bank übernehmen zu wollen, und Vorstandsmitglied Jan Marsalek, der im Doku-Drama "Der große Fake – Die Wirecard-Story" als der Mann fürs Grobe bezeichnet wird.

Der Zahlungsabwickler aus Aschheim bei München ließ Investoren auf der ganzen Welt jubeln. "Wirecard ist eine der am schnellsten wachsenden digitalen Plattformen im Bereich Financial Commerce – und zwar weltweit", hieß es auf der Webseite. Braun schaffte es, den Konzern in die oberste Börsenliga zu bringen. Im September 2018 verdrängte Wirecard ausgerechnet die Commerzbank aus dem Dax.

Doch bereits zu diesem Zeitpunkt hielten sich Gerüchte hartnäckig, dass bei Wirecard nicht alles mit rechten Dingen zugehe. Die "Financial Times" war das erste Medium, das Wirecard mit Geldwäsche und Fälschungen von Konten in Zusammenhang brachte und die Bilanz des Unternehmens hinterfragte. Es war der Beginn eines Kampfes, nach und nach wurden auch Analysten und Fondsmanager misstrauisch. So erzählt Hendrik Leber, Chef der Kapitalverwaltungsgesellschaft Acatis im Doku-Drama auf TV Now, dass er mit Kollegen aus der Branche über Wirecard sprach. "Ich habe ein komisches Gefühl. Wie ist denn deine Meinung?", habe er beispielsweise gefragt. Die Antwort lautete häufig: "So richtig verstanden habe ich es ja eigentlich nicht, aber es läuft doch so gut."

Untersuchungsausschuss will Antworten

Wirecard verstand es, seine Anleger zu täuschen. Das gelang auch bei der Finanzaufsicht Bafin. Sie verbot zwischenzeitlich sogar Leerverkäufe der Wirecard-Aktie, um das Unternehmen zu schützen. Felix Hufeld, der damalige Chef der Bafin, musste seinen Posten im Zuge des Skandals räumen. Und in diesem April müssen sowohl Bundesfinanzminister Olaf Scholz als auch Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags Fragen zu dem Skandal beantworten. Merkel hatte auf einer China-Reise für Wirecard geworben.

Das Unternehmen soll nicht nur Bilanzen frisiert, sondern auch Wirtschaftsprüfer unter Druck gesetzt haben. Doch angesichts verschiedener Berichte geriet der einstige Börsenliebling unter Zugzwang. Wirecard war sich seiner Sache offenbar so sicher, dass das Unternehmen schließlich im Frühjahr 2020 eine Sonderprüfung seiner Bücher durch KPMG durchführen ließ. Das Ergebnis: KPMG meldete große Zweifel an, das Kartenhaus fiel zusammen. Braun sitzt seitdem in Untersuchungshaft, Vorstand Jan Marsalek ist auf der Flucht und wird mit internationalem Haftbefehl gesucht.

TV Now zeigt im Doku-Drama "Der große Fake – Die Wirecard-Story", wie das Unternehmen weltweit Behörden, Aufseher und Anleger täuschen konnte.

Dieser Beitrag ist Teil der Initiative „JAhr zur Wahrheit. Weil's stimmen muss." der Bertelsmann Content Alliance, zu der auch die Mediengruppe RTL und ntv gehören. Mit der publizistischen Kraft und Reichweite unserer Angebote zeigen wir in einem Jahr voller wegweisender Ereignisse auf, was Qualitätsjournalismus auszeichnet und wie wichtig er für unsere Gesellschaft ist.

Quelle: ntv.de

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