Dax legt etwas zu
Der Frankfurter Aktienmarkt zeigt sich vor den Nvidia-Zahlen leicht im Plus. Der Dax gewinnt 0,2 Prozent auf 23.230 Punkte.
Das ist Chinas neuer Fünfjahresplan
Rüstungsaktien gehen auf Talfahrt
Rüstungsaktien geraten aufgrund von Spekulationen über mögliche Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland unter Druck. Der europäische Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsindex fällt um 2,5 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Anfang September.
Händler verweisen auf Medienberichte über US-Bemühungen, die ins Stocken geratenen Gespräche mit Russland über ein Ende des Krieges mit der Ukraine fortzuführen. Ein hochrangiger ukrainischer Beamter sagte zu Reuters, Kiew habe "Signale" bezüglich einer Reihe von US-Vorschlägen zur Beendigung des Krieges erhalten.
Wall Street bereitet sich auf Nvidia-Zahlen vor
Nach den jüngsten Abgaben kommt es an der Wall Street zu einer leichten Erholung, im Vorfeld der Bekanntgabe der Nvidia-Zahlen geht es etwas aufwärts. Der Dow-Jones-Index gewinnt minimal auf 46.100 Punkte. Der S&P-500 steigt um 0,1 Prozent und der Nasdaq-Composite um 0,2 Prozent. Anleger wagen sich nicht aus der Deckung, denn die Nvidia-Zahlen nach der Schlussglocke könnten richtungsweisend sein. Die Nvidia-Aktie klettert um 1,7 Prozent.
Autonomes Fahren - China holt auf
US-Handelsdefizit sinkt um fast ein Viertel
Die angesichts hoher Zölle sinkenden Importe haben das hohe US-Handelsdefizit im August unerwartet deutlich schrumpfen lassen. Die Einfuhren übertrafen die Exporte um 59,6 Milliarden Dollar, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Das sind 23,8 Prozent weniger als noch um Juli.
Die Importe sanken um 5,1 Prozent auf 340,4 Milliarden Dollar. Dagegen wuchsen die Exporte um 0,1 Prozent auf 280,8 Milliarden Dollar. Die Daten sollten ursprünglich bereits am 7. Oktober veröffentlicht werden. Dies musste aber wegen des erst kürzlich beendeten 43-tägigen "Shutdowns" der US-Regierung verschoben werden.
Anleger wollen Aktien von Lowe's
Die US-Baumarktkette Lowe's überzeugt Anleger mit einem überraschend starken Gewinnanstieg. Die Aktien legen im vorbörslichen US-Handel um rund fünf Prozent zu. Das Unternehmen hatte im dritten Quartal die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen. Zudem hob der Konzern seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr an.
Heftige Marktreaktion auf Nvidia-Ergebnis erwartet
Nach dem jüngsten Kursrutsch haben sich die europäischen Aktienmärkte vor den mit Spannung erwarteten Nvidia-Zahlen stabilisiert.
Die Quartalsergebnisse des KI-Chipspezialisten Nvidia könnten Schwankungen erzeugen, die mit der Veröffentlichung von Inflationszahlen und dem Arbeitsmarktbericht aus den USA mithalten könnten, sagt Luis Ruiz, Analyst beim Broker CMC Markets. "Die Diskussionen über den KI-Hype haben die Börse voll im Griff und sorgen für entsprechende Nervosität im Vorfeld dieses Termins." Die Quartalsergebnisse von Nvidia sind eine Nagelprobe für den Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI).
Nvidia veröffentlicht die Zahlen heute nach US-Börsenschluss.
"Im positiven Fall könnte der Chip-Gigant mit besser als erwarteten Zahlen und einem soliden Ausblick genau die Orientierung liefern, nach der die Anleger derzeit suchen", sagte RoboMarkets-Stratege Jürgen Molnar. "Sollte es zu Enttäuschungen kommen, wäre das natürlich der endgültige Todesstoß für die KI-Stimmung", konstatierte Ipek Ozkardeskaya, Analystin bei der Swissquote Bank.
Im Vorfeld der Zahlen geben europäische Technologieaktien leicht nach. Die Sorgen der Anleger über die hohen Aktienbewertungen hatten zuletzt einen Ausverkauf in der KI-Branche ausgelöst.
Porsche und Rimac sprechen über Struktur des Bugatti-Deals
Der kroatische Sportwagenbauer Rimac Technology und Porsche sind im Gespräch über die Zukunft ihres Joint Ventures Bugatti Rimac. "Porsche ist ein sehr guter Partner für uns", sagte Firmenchef Mate Rimac. "Es ist kein Geheimnis, dass Porsche und wir über die Struktur sprechen." Nach früheren Medienberichten will Rimac Porsches 45-prozentigen Anteil an dem 2021 gegründeten Gemeinschaftsunternehmens zum Bau von Supersportwagen kaufen.
Weitere Zinspause erwartet
Die Inflation in der Euro-Zone ist im Oktober leicht gesunken und nähert sich dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um durchschnittlich 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das EU-Statistikamt Eurostat mitteilte und damit eine erste Schätzung von Ende Oktober bestätigte. Im September war die Teuerungsrate noch auf 2,2 Prozent gestiegen.
Die EZB peilt einen Wert von 2 Prozent an, den sie als optimal für die Konjunktur in der Währungsgemeinschaft erachtet. Fachleute rechnen vorerst mit einer anhaltenden Zinspause der EZB.
Seit Sommer 2024 hat die Europäische Zentralbank den Einlagenzins acht Mal gesenkt und damit auf 2 Prozent halbiert. Der EZB-Rat beließ den Leitzins jüngst zum dritten Mal in Folge unverändert auf diesem Niveau.
Luxus-Aktie unter Druck
Ein internes Memo des Kering-Chefs zu seiner künftigen Strategie setzt die Aktie des Luxusgüterkonzerns unter Druck. Die Papiere rutschen in Paris um bis zu vier Prozent ab, nachdem Luca de Meo dem von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen Dokument zufolge erklärt hat, dass die Abhängigkeit von Gucci verringert und das Filialnetz weiter verkleinert werden müsse, um eine Rückkehr zum Wachstum zu erreichen.
Als Ziel nennt er, Kering in fünf bis zehn Jahren zum "unangefochtenen Herausforderer im Luxussegment" zu machen. Kering kämpft mit einem zweistelligen Umsatzrückgang bei seiner Flaggschiffmarke Gucci und häuft gleichzeitig durch Zukäufe Schulden an.
Alle warten auf Nvidia
Mit angezogener Handbremse zeigen sich die Börsen in Europa. Wegen des Abwartens vor den Nvidia-Geschäftszahlen am Abend zeigen sich nur geringe Kursausschläge. Der Dax gibt 0,1 Prozent auf 23.164 Punkte ab, der Euro-Stoxx-50 fällt um 0,4 Prozent auf 5514 Punkte.
Die Dynamik der Gewinnmitnahmen hatte bereits über Nacht nachgelassen, sowohl die US- als auch asiatische Börsen versuchten sich an einer Bodenbildung. Verluste in Asien lagen zumeist im Bereich von nur einem halben Prozent. "Mit dem immer kritischeren Blick auf die Bewertungen der KI-Aktien sind die Nvidia-Zahlen ein Schlüssel für das breite Marktsentiment", sagt Analyst Lloyd Chan von MUFG Bank mit Blick auf die Zahlen, die nach US-Börsenschluss veröffentlicht werden.
Goldpreis steigt deutlich
Gold wird teurer. Der Preis für eine Feinunze klettert um 1,1 Prozent auf 4113 Dollar. Auch in Euro geht es aufwärts, um 1,2 Prozent auf 3554 Euro.
Studie: KI könnte Wirtschaftswachstum deutlich steigern
Künstliche Intelligenz könnte einer Studie zufolge das Wirtschaftswachstum in Deutschland in den nächsten 15 Jahren deutlich ankurbeln. Demnach könnte das Bruttoinlandsprodukt durch KI jährlich um 0,8 Prozentpunkte steigen. Zugleich könnte es deutliche Umbrüche auf den Arbeitsmarkt geben, die Gesamtzahl der Arbeitsplätze bliebe aber stabil.
Der verstärkte Einsatz von KI könnte laut der Analyse vom Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), des Bundesinstituts für Berufsforschung und der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung in den nächsten 15 Jahren für 4,5 Billionen Euro zusätzlicher Wertschöpfung sorgen. Gründe dafür seien vor allem Materialeinsparungen, eine höhere Arbeitsproduktivität und neue Geschäftsfelder.
Aktien von SMA Solar schießen nach oben
Die Aktien von SMA Solar springen nach einer Hochstufung in der Spitze mehr als neun Prozent nach oben. Die Analysten von Jefferies hatten die Titel auf "Buy" von zuvor "Hold" gesetzt. Sie erwarten, dass gesenkte Kosten und ein hoher Auftragseingang die Profitabilität steigern werden. "SMA scheint das Schlimmste überstanden zu haben", so die Analysten. Zudem trage der Schritt des Solartechnik-Anbieters, mehr in den USA zu produzieren, dazu bei, die Auswirkungen von Zöllen und Handelsbeschränkungen abzumildern.
Niederlande geben Kontrolle des Chipherstellers Nexperia ab
Im Streit um den für die Autoindustrie wichtigen Chiphersteller Nexperia gehen die Niederlande auf den chinesischen Eigner zu. Die niederländische Regierung gibt die Ende September an sich gerissene Kontrolle über das Unternehmen wieder ab. Das sei ein Zeichen des guten Willens gegenüber China, sagte Wirtschaftsminister Vincent Karremans. Seine Regierung begrüße die Maßnahmen Chinas, die Versorgung mit Halbleitern sicherzustellen.
Die Niederlande hatten am 30. September den chinesischen Nexperia-Chef abgesetzt und die Firma in Obhut genommen. Begründet wurde das später damit, dass Wingtech dabei war, Technologie und Produktionsanlagen nach China zu transferieren. Das hätte unter anderem das Nexperia-Werk in Hamburg betroffen. Die Regierung in Peking stoppte daraufhin Exporte von Produkten mit Nexperia-Chips aus China. Das versetzte der Lieferkette in der Autoindustrie und anderen Branchen einen Schock, weil Nexperia mit seinen Basischips einen großen Marktanteil hat. Bei Autozulieferern stockt zeitweise die Fertigung elektronischer Bauteile.
Der Bitcoin fällt weiter
Bitcoin setzt seine Talfahrt fort und kostet rund 91.700 Dollar. Das sind 1,2 Prozent weniger als gestern. Seit dem Rekordhoch Anfang Oktober hat Bitcoin damit mehr ein Viertel seines Wertes verloren.
China ist wieder Deutschlands Handelspartner Nummer 1
China hat die USA als wichtigster Handelspartner Deutschlands wieder überholt. Der Außenhandelsumsatz mit China stieg von Januar bis September dank großer Importe aus der Volksrepublik leicht um 0,6 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 185,9 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Zugleich schrumpfte das Handelsvolumen mit den USA um 3,9 Prozent auf 184,7 Milliarden Euro. China war bereits von 2016 bis 2023 Deutschlands wichtigster Handelspartner und wurde im Jahr 2024 durch die Vereinigten Staaten vom ersten Platz verdrängt.
Google greift ChatGPT mit neuem KI-Modell an
Im Wettlauf der Entwickler Künstlicher Intelligenz prescht Google mit einer neuen Software vor, die unter anderem in der Suchmaschine des Konzerns zum Einsatz kommt. Dazu gehört unter anderem, dass das neue KI-Modell Gemini 3 auch interaktive Grafiken erstellen kann, um Antworten auf wissenschaftliche oder mathematische Fragen zu illustrieren. Es ist zunächst im KI-Modus der Suchmaschine verfügbar, wie der Internet-Konzern ankündigte.
Das neue Modell Gemini 3 soll unter anderem darin besser sein, Informationen verschiedener Medienarten wie Video und Text zusammen zu verarbeiten und in einen Kontext zu bringen.
Dax startet im Tiefflug vor Nvidia-Zahlen
Der Dax startet wie erwartet mit Verlusten in den Handel. Börsianer fiebern vor allem den Zahlen des US-Chipriesen Nvidia entgegen, die der Konzern nach US-Börsenschluss vorlegen will. Die Quartalsergebnisse des KI-Spezialisten gelten als Nagelprobe für den Boom bei Künstlicher Intelligenz. Experten zufolge könnten die Zahlen weltweite Kursturbulenzen auslösen, da Nvidia als Eckpfeiler für KI-Investitionen gilt. Trotz des erwarteten Gewinnsprungs hatten sich zuletzt Zweifel gemehrt, ob sich die milliardenschweren Investitionen in KI-Rechenzentren rechnen. Zudem veröffentlicht die US-Notenbank die Protokolle ihrer jüngsten Zinsentscheidung. Experten erwarten davon Aufschlüsse über den künftigen geldpolitischen Kurs. Die Fed hat ihren Leitzins zuletzt zweimal in Folge gesenkt. Ob sie im Dezember nachlegt, ist offen.
Gute Neunmonatszahlen in der dritten Reihe: Hier könnten Trader aktiv werden
Mit Kursgewinnen bei Nebenwerten aus der dritten Reihe wie Hermle und Pfisterer rechnen Händler. Angesichts des Nachrichtenmangels und dem gleichzeitigen Abwarten auf die Nvidia-Geschäftszahlen am Abend könnten Trader hier aktiv werden. Beide Unternehmen vermeldeten am Morgen gute Neunmonatszahlen. "Vor allem die überraschend starken Auftragslagen bei beiden könnten gut ankommen", sagt ein Händler. Allerdings seien die Aktien wenig liquide, so dass institutionelle Anleger hier nur sehr behutsam aktiv werden könnten.
Anleger fliegen vorbörslich auf Deutz
Deutz profitiert von einer Analystenempfehlung. Die Aktien des Motorenbauers steigen im Frankfurter Frühhandel um knapp drei Prozent, nachdem Berenberg die Bewertung mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von zehn Euro aufgenommen hat. Die Diversifizierung weg vom Dieselmotor hin zu neuen Produkten und ein Kostensparprogramm könnten die Margen strukturell verbessern, heißt es.
Deutsche Industrie verbucht mehr Aufträge
Der Auftragsbestand des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland ist im September gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, nahm er gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent zu. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg der Auftragsbestand kalenderbereinigt sogar um 4,1 Prozent.
Die positive Entwicklung des Auftragsbestands war auf Anstiege in Bereichen Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (plus 2,4 Prozent), Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (plus 1,8 Prozent) und in der Automobilindustrie (plus 0,7 Prozent) zurückzuführen. Die offenen Aufträge aus dem Inland stiegen um 0,3 Prozent, der Bestand an Aufträgen aus dem Ausland erhöhte sich um 0,9 Prozent. Bei Investitionsgütern stieg der Auftragsbestand um 0,4 Prozent, bei Vorleistungsgütern um 1,7 Prozent, bei Konsumgütern um 2,1 Prozent.
Unternehmen verlagern innerhalb zweier Jahre über 70.000 Stellen ins Ausland
Zwischen 2021 und 2023 haben rund 1300 Unternehmen ab einer Größe von 50 Beschäftigten teilweise oder vollständig Unternehmensfunktionen von Deutschland ins Ausland verlagert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 2,2 Prozent aller im Jahr 2023 in Deutschland ansässigen Unternehmen dieser Größe.
Durch die Verlagerungen wurden nach Angaben der Unternehmen 71.100 Stellen in Deutschland abgebaut, aber auch 20.300 Stellen neu geschaffen, etwa infolge von Umschichtungen in andere Unternehmensfunktionen oder Neueinstellungen infolge von erzielten Kosteneinsparungen. Somit gingen in den Jahren von 2021 bis 2023 durch die Verlagerung von Unternehmensfunktionen ins Ausland netto rund 50.800 Stellen in Deutschland verloren. Die meisten Unternehmen wählten Zielorte innerhalb der Europäischen Union (EU), dorthin verlagerten 900 Unternehmen Stellen. Ziele außerhalb der EU wählten 700 der befragten Unternehmen.
Ifo: Gut jedes dritte Unternehmen leidet unter Auftragsmangel
Mehr als jedes dritte Unternehmen in Deutschland klagt über einen Mangel an Aufträgen. Der Anteil sank im Oktober zwar leicht auf 36,9 Prozent, von 37,8 Prozent im Juli, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner vierteljährlichen Auswertung mitteilte. Damit liege er aber weiter deutlich über dem langfristigen Durchschnitt. "Der Weg aus der Auftragsflaute ist noch lang", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. Zu den Ursachen hieß es: "Der Auftragsmangel kann durch konjunkturell bedingte Nachfrageschwäche, aber auch durch zu hohe Kosten und damit mangelnde preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen entstehen."
In der Industrie ist der Anteil der Unternehmen mit fehlenden Aufträgen gesunken – von 38,0 Prozent im Juli auf 35,5 Prozent im Oktober. "So atmet vor allem der Automobilbereich etwas auf", hieß es. Hier sank der Anteil von 38,7 Prozent im Juli auf nunmehr 29,5 Prozent. Im Metallsektor und in der Papierindustrie (jeweils rund 44 Prozent) bleibt die Lage demnach besonders schwierig. In der Chemischen Industrie stieg der Anteil um rund fünf Punkte auf 39,1 Prozent.
Das große Zittern: Alles hängt jetzt am KI-Riesen Nvidia
Die Dynamik der Gewinnmitnahmen hat über Nacht leicht nachgelassen. Sowohl die US- als auch die asiatischen Börsen versuchen sich an einer Bodenbildung. Die Verluste in Asien liegen zumeist bei lediglich einem halben Prozent.
Auch der Terminkontrakt auf den Dax bewegt sich mit einem Stand von unter 23.200 Punkten eher seitwärts. Am Dienstag schloss der deutsche Leitindex 1,8 Prozent niedriger bei 23.180 Punkten. Das weitere Schicksal der Börsen hängt von den Geschäftszahlen des KI-Riesen Nvidia ab, die jedoch erst am Abend nach US-Schluss veröffentlicht werden.. "Mit dem immer kritischeren Blick auf die Bewertungen der KI-Aktien sind die Nvidia-Zahlen ein Schlüssel für das breite Marktsentiment", sagt Lloyd Chan, Analyst bei der MUFG Bank.
Schluss mit Luxus?: Mercedes plant angeblich Strategieschwenk
Mercedes-Benz wendet sich laut einem Zeitungsbericht von seiner Luxusstrategie ab. Statt sich auf margenstarke Fahrzeuge der Oberklasse zu fokussieren, wolle Konzernchef Ola Källenius nun Premiumautos in allen Preisklassen bauen, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Konzernkreise. Eine offizielle Kommunikation zu dem Strategieschwenk liegt zunächst nicht vor.
Der Stuttgarter Autokonzern hatte vor drei Jahren beschlossen, sich stärker auf hochpreisige, luxuriöse Modelle zu verlegen, um zweistellige Renditen zu erreichen. Nach einer Corona-Sonderkonjunktur kühlte sich die Autonachfrage aber weltweit ab. Der harte Wettbewerb und die schnelle Umstellung auf Elektroautos in China setzen zudem die deutschen Hersteller auf ihrem wichtigsten Markt stark unter Druck. Zuletzt schrumpfte das bereinigte Betriebsergebnis von Mercedes-Benz im dritten Quartal um 17 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro, allen voran wegen stark sinkender Absätze in der Volksrepublik und Belastungen durch den US-Importzoll.
MAN will Lkw-Produktion nach Polen verlagern
Der Münchner Lkw- und Bus-Hersteller MAN Truck plant laut einem Bericht der österreichischen Zeitung "Kurier" eine Verlagerung von Produktion von München ins polnische Krakau. In Krakau solle der Karosseriebau für das "Traton Modular System" konzentriert werden, eine einheitliche Plattform für Produkte im gesamten Konzern, berichtete die Zeitung unter Berufung auf ein Gutachten der Anwaltskanzlei Linklaters für die Aufsichtsräte von MAN und des Mutterkonzerns Traton, die über entsprechende Pläne des Vorstands entscheiden sollten.
Durch Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen soll das Ergebnis bis 2028 um 935 Millionen Euro verbessert werden. Teil des Plans ist auch die Streichung von Gehaltsbestandteilen im Umfang von 160 Millionen Euro. Ziel ist, die operative Umsatzrendite von MAN bis 2028 auf acht Prozent zu steigern. Ohne die Maßnahmen drohten dem Traditionsunternehmen rote Zahlen, hieß es in dem Bericht.
"Aktienkurs von Nvidia auf Perfektion ausgerichtet": Anleger in Asien zweifeln
Die hohen Bewertungen im Technologiesektor machen den Anlegern an den asiatischen Börsen zu schaffen. Vor den mit Spannung erwarteten Quartalszahlen des Chip-Riesen Nvidia überwiegt die Zurückhaltung. Der US-Konzern, der Grafikprozessoren für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) herstellt, legt seine Zahlen nach US-Börsenschluss vor. Analysten erwarten einen Umsatzsprung um 56 Prozent auf 54,92 Milliarden Dollar.
"Es sieht so aus, als sei der Aktienkurs von Nvidia auf Perfektion ausgerichtet. Die Nachfrage nach Grafikprozessoren muss noch viele Jahre stark wachsen, damit die Aktie oben bleibt", sagte Wong Kok Hoi, Chef des Vermögensverwalters APS Asset Management in Singapur.
Die japanische Börse zeigte sich unentschlossen: Der Nikkei-Index legte 0,2 Prozent auf 48.804,82 Punkte zu. In Südkorea gab der Kospi 0,8 Prozent nach. Die chinesischen Märkte zeigten sich stabil. Gleichzeitig wachsen Zweifel an einer weiteren US-Zinssenkung im Dezember. Die Märkte preisen nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 42 Prozent für eine Senkung um 25 Basispunkte ein, vor einem Monat galt dies noch als nahezu sicher.
Und so lief es am Vorabend an der Wall Street:
Schwierige Tage für den Dax
Die gedämpfte Aussicht auf eine weitere US-Zinssenkung in diesem Jahr und ein Ausverkauf bei Technologie-Aktien haben Europas Börsen am Dienstag nunmehr den vierten Tag in Folge ins Minus gedrückt. Nach dem schwachen Wochenstart rutschte der Dax weiter kräftig ab und näherte sich der 23.000-Punkte-Marke. Die Ausverkaufsstimmung im US-Technologiesektor mache auch den Börsen in Asien und dem Dax in Frankfurt zu schaffen, sagte RoboMarkets-Analyst Jürgen Molnar.
Heute gibt es nun die mit Spannung erwarteten Quartalsergebnisse des KI-Riesen Nvidia. Sie gelten als Nagelprobe für den Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI). Experten zufolge könnten die Zahlen weltweite Kursturbulenzen auslösen, da Nvidia als Eckpfeiler für KI-Investitionen gilt. Analysten rechnen für das abgelaufene Quartal mit einem Umsatzsprung von knapp 60 Prozent auf 55,27 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 1,25 Dollar je Aktie. Zuletzt hatten sich jedoch Zweifel gemehrt, ob sich die milliardenschweren Investitionen in KI-Rechenzentren rechnen. Die Aktie des Chip-Giganten hat seit ihrem Rekordhoch im Oktober rund 13 Prozent an Wert verloren. Geschürt werden die Spekulationen unter anderem vom Ausstieg des Technologie-Investors Softbank bei Nvidia.
Die US-Notenbank Fed veröffentlicht die Protokolle ihrer jüngsten Zinsentscheidung. Experten erwarten sich davon Aufschlüsse über den künftigen geldpolitischen Kurs. Die Fed hat ihren Leitzins zuletzt zweimal in Folge gesenkt. Ob sie im Dezember nachlegt, ist offen.