Dienstag, 18. August 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:36 Uhr

Dax geht erst hoch und bläst dann zum Rückzug

Der heutige Ausflug des Dax über die 13.000er-Marke war nur von kurzer Dauer. Am späten Nachmittag wurde nach Eröffnung der Wall Street wieder zum geordneten Rückzug geblasen, die Anleger nahmen Gewinne mit.

Dax
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"Angesichts des steigenden Euro sind die Anleger hin- und hergerissen", sagt ein Marktteilnehmer. Die Gemeinschaftswährung näherte sich der Marke von 1,20 US-Dollar, mit 1,1965 Dollar stand sie auf dem höchsten Stand seit Mai 2018. Das bietet US-Anlegern zwar die Chance auf Währungsgewinne, dämpft aber auch die Exportchancen.

Einem Marktteilnehmer in Frankfurt zufolge blieb aber auch heute die allgemeine Grundstimmung auf dem Börsenparkett positiv. Laut einer neuen Umfrage der Bank of America unter den internationalen Fondsmanagern ist die Eurozone nun der klare Anlagefavorit unter den Regionen: "Hier läuft die wirtschaftliche Erholung deutlich schneller als in den USA", so der Marktteilnehmer. Das spreche für eine vergleichsweise gute Entwicklung der Aktienmärkte.

Heute machte der Dax erst einmal auf Defensive und ging mit einem Minus von 0,3 Prozent auf 12.882 Punkte aus dem Handel. Sein Tageshoch hatte bei 13.053 Stellen gelegen. Der MDax sackte um 0,6 Prozent auf 27.312 Zähler ab, der TecDax um 0,5 Prozent auf 3093 Stellen. Der EuroStoxx50 notierte 0,7 Prozent tiefer bei 3283 Punkten.

Im Dax zogen exportorientierte Titel an. Covestro verteuerten sich erneut und stiegen um 2,7 Prozent. Short-Deckungen ließen Wirecard um 6,2 Prozent auf schlappe 1,29 Euro steigen. Zeitweise hatte die Aktie um 20 Prozent zugelegt. "Offensichtlich denken Marktteilnehmer, nach dem Rauswurf aus den Indizes können Short-Deckungen schwieriger werden", sagt ein Marktteilnehmer. Das Dax- und TecDax-Abenteuer der Aschheimer ist nach Lage der Dinge am Freitagabend Geschichte.

17:19 Uhr

Euro marschiert stramm in Richtung 1,20 US-Dollar

Der US-Dollar hat heute Schwäche gezeigt. Während der ICE-Dollarindex mit minus 0,6 Prozent auf den tiefsten Stand seit über zwei Jahren sank, kletterte der Euro mit in der Spitze 1,1965 Dollar auf ein weiteres Zweijahreshoch. Zuletzt war die Gemeinschaftswährung im Mai 2018 so teuer.

Aktuell stieg der Euro auf Tagessicht um 0,5 Prozent auf 1,1933 Dollar. Im Devisenhandel verwies man auf die Unsicherheiten durch den US-Wahlkampf. Auch die Sackgasse bei den Verhandlungen über ein zweites US-Corona-Hilfspaket belastete den Greenback.

16:54 Uhr

VW hat nun Ruhe im Mexiko-Werk

Volkswagen hat sich mit der Gewerkschaft in Mexiko auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt und damit einen Streik abgewendet. Das Abkommen sehe Einkommensverbesserungen von insgesamt knapp 5,5 Prozent vor, teilte die Gewerkschaft der Automobilarbeiter mit. Die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter im VW-Werk in Puebla hatten einen Lohnaufschlag von 12 Prozent verlangt und damit gedroht, andernfalls ab heute zu streiken. In dem Werk sind mehr als 11.000 Menschen beschäftigt.

Der neue Abschluss enthält nach Gewerkschaftsangaben eine Lohnerhöhung um rund 3,6 Prozent und weitere Zuschläge von rund 1,8 Prozent. Der Dax-Konzern rechnet damit, in diesem Jahr weniger als eine Million Neuwagen auf dem mexikanischen Markt zu verkaufen. Das wäre das niedrigste Niveau seit der Finanzkrise 2009.

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(Foto: imago images/Agencia EFE)

16:33 Uhr

Tech-Werte im Höhenflug - Apple & Co. ziehen allen davon

Im Zuge der Corona-Pandemie scheint die US-Tech-Giganten nichts mehr aufzuhalten, allen voran Apple als zwischenzeitlich wertvollstes Unternehmen weltweit. Die Pandemie treibt die globale Digitalisierung extrem voran. Wie Anleger auch durch ein Investment in den Nasdaq 100 von diesem Trend profitieren können und welche Risiken sie beachten sollten, darüber spricht Bianca Thomas mit Kemal Bagci von der BNP Paribas.

16:13 Uhr

Nasdaq und S&P-500 erreichen Allzeithoch

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(Foto: REUTERS)

Die Wall Street ist mit leicht positiver Tendenz in den heutigen Handel gestartet. Die technologielastige Nasdaq markierte das nächste Allzeithoch, auch der S&P-500 hat ganz knapp ein neues Rekordhoch markiert. Im frühen Geschäft stieg der Dow-Jones-Index um knapp 0,1 Prozent auf 27.860 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite kletterten um 0,3 beziehungsweise 0,6 Prozent.

Positiv merkten Händler an, dass die Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf das niedrigste Niveau in den USA seit Ende Juni gesunken sind. Doch noch immer warten Anleger auf das Aufsteigen weißen Rauchs bei der Verabschiedung eines weiteren Corona-Hilfspakets im Kongress.

Bei den Einzelwerten stiegen Walmart um 0,9 Prozent. Der US-Supermarktriese hat im zweiten Quartal von den Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie profitiert. Dank einer starken Nachfrage steigerte Walmart Umsatz sowie Gewinn und übertraf die Erwartungen deutlich. Während sich der Online-Handel coronabedingt gut entwickelte, ging der Kundenverkehr im Juli um 14 Prozent zurück.

Home Depot sanken dagegen um 0,8 Prozent. Auch die US-Baumarktkette beflügelte die hohe Nachfrage in Corona-Zeiten, was Gewinn und Umsatz kräftiger als erwartet steigen ließ. Steigende Kosten blieben aber ein Thema, hieß es im Handel.

15:55 Uhr

Auch Icelandair wird gerettet

Die von der Corona-Pandemie gebeutelte Icelandair hat Zugriff auf eine Kreditfazilität im Volumen bis zu 120 Millionen US-Dollar. Die Regierung Islands habe eine entsprechende Kreditgarantie genehmigt, teilte die Fluggesellschaft mit.

Icelandair hatte mit der Regierung in Reykjavik sowie den Banken Islandsbanki und Landsbankinn im Rahmen einer Restrukturierung verhandelt. Das isländische Parlament muss dem Hilfspaket noch zustimmen.

15:33 Uhr

Eurowings lässt gegen Bezahlung den Mittelplatz frei

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(Foto: picture alliance/dpa)

Eurowings bietet in der Corona-Krise nun doch einen freien Mittelplatz gegen Bezahlung an. Ab 18 Euro pro Strecke können Passagiere dafür sorgen, dass in den typischen Dreier-Reihen der Mittelplatz neben ihnen während des gesamten Fluges frei bleibt. Man werde den Service ab September auf allen Strecken online buchbar machen, kündigte Eurowings-Chef Jens Bischof an.

Bislang mussten sich die Kunden noch an das Service-Center wenden. Rund 5000 Gäste hätten die Möglichkeit bereits genutzt, hieß es. Der freie Mittelplatz war als Maßnahme diskutiert worden, in Corona-Zeiten für mehr Abstand zwischen den Passagieren zu sorgen. Die Fluggesellschaften mit der Eurowings-Mutter Lufthansa an der Spitze hatten eine solche Vorgabe aber als zu teuer und unnötig abgelehnt. Die Luft werde in Flugzeug-Kabinen schnell umgewälzt und zudem mit Hochleistungsfiltern gereinigt, lauteten die Argumente.

15:05 Uhr

US-Staaten ziehen gegen Pharmafirmen juristisch zu Felde

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(Foto: AP)

Für die durch Schmerzmittel verursachte weit verbreitete Drogenabhängigkeit in den USA fordern Bundesstaaten Insidern zufolge insgesamt 26,4 Milliarden Dollar Schadensersatz von den Herstellern und Vertreibern der Opioide. An entsprechenden Verhandlungen seien die Pharmafirmen McKesson, AmerisourceBergen und Cardinal Health beteiligt, die mehrheitlich Medikamente im Land vertreiben, sowie der Konzern Johnson & Johnson, der einige der opioiden Schmerzmittel produziert, hieß es.

Demnach liegen mehr als 3000 Klagen gegen Unternehmen in der pharmazeutischen Versorgungskette vor, die von Bundesstaaten, Kommunen bis hin zu Indianerstämmen gestellt wurden. Den Beklagten wird vorgeworfen, zur Verseuchung der Bevölkerung mit Opioiden beigetragen zu haben.

Erst in einem Fall kam es vor Gericht bisher zu einer Entscheidung: 465 Millionen Dollar muss Johnson & Johnson nach einem Urteil in Oklahoma zahlen. In anderen Fällen kam es zu kleineren Vergleichen, die Mehrheit der Klagen ist aber ungelöst. Der OxyContin-Hersteller Purdue Pharma musste wegen des Rechtsstreits bereits Insolvenz anmelden.

14:21 Uhr

Etappensieg für Nokia im Mobilfunk-Patentstreit mit Daimler

Nach dem Verkauf der Handy-Sparte konzentriert sich Nokia auf das Geschäft als Netzwerk-Ausrüster. Foto: Markku Ojala

(Foto: dpa)

Im Patentstreit um die Mobilfunktechnik im Auto hat der Netzwerkausrüster Nokia vor Gericht einen Etappensieg gegen Daimler errungen. Das Landgericht Mannheim entschied, dass der Stuttgarter Autobauer mit seinen Fahrzeugen ein bestimmtes Nokia-Patent verletze. Daimler müsse dies künftig unterlassen und sei zudem zu Schadenersatz verpflichtet, hieß es weiter. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Daimler kündigte umgehend an, in Berufung zu gehen. Man gehe auch nicht davon aus, dass es in Folge des Urteils zu einem Stopp von Produktion oder Verkauf der betreffenden Fahrzeuge komme, hieß es.

Das Verfahren ist nicht das einzige in dem Streit, der sich um die Lizenzierung der Technik für die Verbindung des Autos mit dem Mobilfunknetz dreht. Es geht darum, wie solche sogenannten standardessentiellen Patente zu fairen Konditionen und ohne Diskriminierung allen Anbietern zur Verfügung gestellt werden. Eine andere Nokia-Klage gegen Daimler hatte das Landgericht Mannheim abgewiesen und zwei weitere Verfahren ausgesetzt.

13:36 Uhr

Heftige Gewinnmitnahmen bei Tele Columbus

Tele Columbus
Tele Columbus 2,97

Die Aktie von Tele Columbus ist deutlicher abgesackt und lag nun rund 8 Prozent im Minus. Ein Händler vermutet Gewinnmitnahmen, nachdem sich das Papier in den vergangenen Wochen gut entwickelt habe.

Die aktuellen Geschäftszahlen, die von Analysten als im Rahmen der Erwartungen liegend beschrieben werden, seien nicht ausreichend, um neue Aufwärtsimpulse der Aktie auszulösen. Daher werde nun die Gegenseite versucht.

13:09 Uhr

Lachszüchter-Aktie geht baden

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(Foto: imago/blickwinkel)

Die Aktie des norwegischen Lachszüchters Grieg Seafood ist kräftig abgetaucht, sie verlor 8,7 Prozent. Der Gewinn des Unternehmens brach auf 3 Millionen norwegische Kronen ein und macht dafür unter anderem rechtliche Schwierigkeiten in Neufundland verantwortlich.

Weil die Preise in der Corona-Krise schwächelten, will das Unternehmen zudem einige Lachse erst im kommenden Jahr schlachten.

Grieg Seafood
Grieg Seafood 8,30

12:55 Uhr

Hackerattacke prügelt Carnival-Kurs zeitweise runter

Auch das noch: Der durch die Corona-Krise arg gebeutelte Kreuzfahrtanbieter Carnival ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Die Aktie ist deshalb unter Druck geraten und verbilligte sich an der Londoner Börse zeitweise um bis zu 4,6 Prozent. Das Papier notierte damit so niedrig wie seit anderthalb Wochen nicht. Am Mittag notierte das Papier 1,4 Prozent tiefer.

Carnival, zu dem unter anderem die Marken Aida, Costa und Princess gehören, hatte erklärt, die Hacker hätten Zugriff auf die Daten von Passagieren und Mitarbeitern gehabt. Die anderen Marken seien nicht betroffen.

Carnival
Carnival 11,49

12:41 Uhr

Dax macht wieder Ausflug über 13.000

Nach langem Hin und Her hat sich der deutsche Aktienmarkt für den Gang nach oben entschieden. Der Dax notierte am Mittag um 0,6 Prozent höher auf 13.001 Punkte. Der EuroStoxx50 stieg ebenfalls um 0,6 Prozent auf 3325 Zähler.

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(Foto: imago images / Westend61)

Unter den Einzelwerten ragten im Dax die Aktien von Covestro mit einem Plus von 2,6 Prozent heraus. Die Zuversicht des Kunststoffherstellers für das dritte Quartal wirkte nach, zumal nun positive Analystenstimmen folgten.

Im MDax gewannen Rheinmetall 1,4 Prozent. Die Papiere des Rüstungsunternehmens und Autozulieferers profitierten von einem Bericht in der ungarischen Presse über einen Großauftrag Ungarns für Schützenpanzer. Evotec verteuerten sich um 1,2 Prozent. Der Wirkstoffforscher hatte eine strategische Allianz für Therapien gegen Nierenerkrankungen mit dem dänischen Diabetes-Spezialisten Novo Nordisk bekannt gegebenen. Die gestern unter Druck geratenen Papiere der Lufthansa erholten sich mit plus 3,4 Prozent. Die Schweizer Töchter Swiss und Edelweiß erhielten ihre staatlich garantierten Kredite, die die Regierung in Bern bereits im Mai versprochen hatte.

12:23 Uhr

Dollarschwäche hebt Euro auf höchsten Stand seit 2018

Mit einem Tageshoch von 1,1916 US-Dollar hat der Euro heute den höchsten Stand seit Mai 2018 erreicht. Am Mittag wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,1901 Dollar gehandelt. Treiber sei derzeit vor allem die Schwäche des Dollar, sagten die Analysten von ING.

Dieser Trend dürfte sich zunächst auch fortsetzen, weil vor Freitag keine eurospezifischen Katalysatoren zu erwarten seien. Dann stünden aber die Einkaufsmanagerdaten aus der Eurozone auf der Agenda. Die jüngsten Aussagen der EZB ließen zudem erwarten, dass die Geldpolitik zumindest vorerst nicht im Fokus stehen dürfte.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,19

12:02 Uhr

Agnellis rechte Hand: Ex-Fiat-Boss Romiti ist tot

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Cesare Romiti (1923-2020)

(Foto: dpa)

Trauer bei Fiat: Cesare Romiti, langjähriger Chef und Symbol einer italienischen Manager-Generation, ist tot. Romiti starb laut italienischen Zeitungen im Alter von 97 Jahren in Mailand.

Der Auto-Manager war lange die rechte Hand des 2003 gestorbenen Unternehmers und Konzern-Patriarchen Giovanni Agnelli. Von 1976 bis 1996 steuerte er bereits in führenden Positionen den Fiat-Konzern mit, bevor er Agnelli als Konzernpräsident beerbte. Diesen Posten hatte er von 1996 bis 1998 inne. Vor seiner langen Phase bei dem Autobauer in Turin, die 1974 begann, war Romiti auch Vorstandschef und Generaldirektor der Fluggesellschaft Alitalia.

11:31 Uhr

Deutsche Maschinenexporte brechen massiv ein

Das Coronavirus hat das Exportgeschäft der deutschen Maschinenbauer arg in Mitleidenschaft gezogen. Im zweiten Quartal brachen die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22,9 Prozent auf 35,2 Milliarden Euro ein, wie der Branchenverband VDMA mitteilte. Im ersten Quartal hatte es noch ein leichtes Minus von 5 Prozent gegeben.

Einen deutlichen Rückgang der Exporte von 27,7 Prozent gab es im zweiten Quartal im Handel mit den EU-Staaten. Besonders hart traf es das Geschäft mit den vom Corona-Virus stark gebeutelten Ländern wie Frankreich, Italien und Spanien. In die USA lieferten die Maschinenbauer im zweiten Vierteljahr 23 Prozent weniger als vor einem Jahr. Das China-Geschäft nahm nur um 7,9 Prozent ab.

10:29 Uhr

Evotec und Novo Nordisk entwickeln gemeinsam Nierentherapeutika

Evotec
Evotec 22,61

Der Biotechkonzern Evotec und die dänische Novo Nordisk bündeln ihre Fähigkeiten zur Erforschung und Entwicklung von Therapeutika für Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen. Auf der Grundlage medizinischer und molekularer Datensätze von Tausenden Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen sollen nun gemeinsam Targets identifiziert und entwickelt werden, erklärte Evotec.

Beide Unternehmen teilen sich im Rahmen der Vereinbarung die Verantwortlichkeiten während der Wirkstoffforschung und der präklinischen Entwicklung auf. Novo Nordisk solle für die klinische Entwicklung und Vermarktung der Produkte verantwortlich sein. Evotec bekomme eine Abschlagszahlung, Forschungszahlungen und mehr als 150 Millionen Euro an Meilensteinpotenzial je Produkt sowie Umsatzbeteiligungen basierend auf den Nettoumsätzen, hieß es weiter.

10:13 Uhr

Corona setzt weltgrößtem Staatsfonds massiv zu

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(Foto: picture alliance / Patrick Pleul)

Die Corona-Krise verschont auch den norwegischen Staatsfonds nicht. Dieser hat in der ersten Jahreshälfte einen riesigen Verlust von 188 Milliarden Kronen (fast 18 Milliarden Euro) eingefahren. Grund dafür seien Verluste im Aktien- und Immobilienportfolio gewesen, die von steigenden Anleihekursen nicht wettgemacht werden konnten, teilte der weltgrößte Staatsfonds mit.

  • "Auch wenn sich die Märkte im zweiten Quartal gut erholt haben, sind wir immer noch Zeuge beträchtlicher Unsicherheit", sagte der stellvertretende Geschäftsführer des Fonds, Trond Grande.

Der Fonds, der sich aus den Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft speist, ist in US-Dollar gerechnet 1,15 Billionen schwer. Das entspricht etwa 214.000 Dollar je norwegischem Einwohner. Die Erträge des Fonds sichern den umfangreichen norwegischen Wohlfahrtsstaat ab. Der Staat hält Beteiligungen an 9200 Unternehmen und besitzt 1,5 Prozent aller weltweit börsennotierten Aktien.

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09:53 Uhr

Citigroup überweist irrtümlich zu viel - Klage gegen Hedgefonds

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die Citigroup will nach einer Fehlüberweisung den Hedgefonds Brigade Capital Management gerichtlich zur Rückgabe von rund 175 Millionen US-Dollar zwingen. Im Gegensatz zu vielen anderen Empfängern der irrtümlichen Überweisung weigere sich der Fonds seinen Anteil zurückzuerstatten, argumentierte die US-Großbank in der bei einem New Yorker Gericht eingereichten Klage. Brigade Capital gab bislang noch keine Stellungnahme dazu ab.

Citigroup hatte vergangene Woche einen fast 900 Millionen Dollar schweren Kredit des angeschlagenen Kosmetikherstellers Revlon an die Gläubiger zurückgezahlt. Citigroup habe im Namen von Revlon eigentlich nur die fälligen Zinsen überweisen wollen und nicht - wie irrtümlich geschehen - den gesamten Kredit zurückzahlen.

Der Klage zufolge sollte Brigade Capital eigentlich nur 1,5 Millionen Dollar an Zinsen für einen von dem Hedgefonds gehaltenes Darlehen erhalten. Die Bank überwies stattdessen 176 Millionen Dollar. Dabei habe es sich offensichtlich um einen Fehler gehandelt.

09:32 Uhr

Goldpreis springt wieder über die magische Marke

Die Schwächephase war wohl nur kurz, der Goldpreis hat wieder zulegen können. Heute stieg der Preis für eine Feinunze wieder über die Marke von 2000 US-Dollar. Am Vormittag wurden in der Spitze 2007 Dollar gezahlt. Anfang August hatte der Preis ein Rekordhoch von 2075 Dollar markiert, war danach aber etwas zurückgefallen.

Gold erhält derzeit von zahlreichen Faktoren Unterstützung. Aktuell zählt dazu vor allem der schwache Dollarkurs: Weil Gold traditionell in dieser Währung gehandelt wird, sorgt ein fallender Dollar oft für eine höhere Nachfrage aus Ländern außerhalb des Dollarraums. Weitere stützende Faktoren für Gold sind die hohe Verunsicherung über den Fortgang der Corona-Pandemie, die vielen Streitigkeiten zwischen den USA und China sowie die weltweit mageren Zinsen.

Goldpreis
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09:15 Uhr

Roter Start in Frankfurt - Dax taucht ab

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An der Frankfurter Börse haben zu Handelsbeginn die Minuszeichen dominiert. Der Dax startete 0,5 Prozent tiefer bei 12.852 Punkten. Der MDax gab um 0,4 Prozent auf 27.371 Zähler nach, der TecDax um 0,2 Prozent auf 3104 Stellen. Der EuroStoxx50 notierte 0,5 Prozent tiefer bei 3288 Punkten.

Im Handel wurde auf die jüngste Entwicklung bei den Infektionszahlen verwiesen. So soll auch Bundeskanzlerin Angela Merkel laut "Bild"-Zeitung vor einem Desaster bei Corona gewarnt haben. Neben der Corona-Pandemie steht heute der US-Wahlkampf auf der Tagesordnung. Die Demokraten wollen am Abend (MESZ) Joe Biden offiziell zu ihrem Präsidentschaftskandidaten küren.

Die meisten Dax-Werte gaben nach. Im SDax verteuerten sich Zooplus nach guten Zahlen um 3,3 Prozent.  

09:00 Uhr

Bitcoin schwingt sich auf zu neuen Höhen

Der Bitcoin steht bei Anlegern offenbar wieder hoch im Kurs. Aktuell rangiert die älteste und bekannteste Kryptowährung über der Marke von 12.000 US-Dollar. Nachdem gestern mit rund 12.400 Dollar der höchste Stand seit gut einem Jahr erreicht worden war, wurden heute auf der Handelsplattform Bitstamp 12.200 Dollar für einen Bitcoin gezahlt. Auch andere Kryptowährungen wie Ether oder XRP konnten zuletzt zulegen.

Der Bitcoin scheint derzeit von der durchwachsenen Börsenstimmung zu profitieren. Eine gewisse Rolle könnte auch das sinkende Anlegervertrauen in den Dollar spielen, nicht zuletzt wegen des von vielen Seiten kritisierten Corona-Krisenmanagements der Regierung. Auch politische Krisen wie die gegenwärtigen Proteste in Belarus können in den betroffenen Ländern zu einer höheren Nachfrage nach Kryptowährungen führen.

Die Oberfläche einer goldenen "Bitcoin-Münze" ist im Vordergrund zu sehen. Dahinter liegt ein Stapel mit weiteren. Foto: Jens Kalaene/zb/dpa

(Foto: Jens Kalaene/zb/dpa)

08:47 Uhr

Zooplus schafft es raus aus der Verlustzone

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(Foto: imago stock&people)

Zufriedene Gesichter bei Zooplus: Der Internethändler für Heimtierprodukte hat sich das Wachstum auch im zweiten Quartal fortgesetzt, mit 16,3 Prozent auf 422,5 Millionen Euro fiel es jedoch um knapp 5 Prozentpunkte niedriger aus als im Vorjahr. Zugleich konnte das europaweit agierende Unternehmen sein Ebitda mit 21,4 Millionen Euro mehr als achtfach steigern, so dass die Marge um 290 Basispunkte auf 31,6 Prozent zulegte.

Unter dem Strich stand ein Konzernergebnis von 8,4 Millionen nach einem Verlust von 3,5 Millionen im Vorjahreszeitraum. Zooplus verzeichnete 8,1 Millionen aktive und 4,8 Millionen wiederkehrende Kunden, das entspricht bei anteilig rückläufigen Werbeausgaben Wachstumsraten von 12,5 und 17,1 Prozent. Die im Juli zum zweiten Mal angehobene Prognose bestätigte das Münchner Unternehmen.

08:31 Uhr

Ölpreise geben leicht nach - Impulse Fehlanzeige

Die Ölpreise sind am Morgen bei ruhigem Handel leicht gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete im frühen Handel 45,26 US-Dollar. Das waren 11 Cent weniger als gestern. Der Preis für ein Fass der US-Leichtölsorte WTI fiel um 16 Cent auf 42,73 Dollar. Starke Impulse blieben am Rohölmarkt zuletzt aus. Leichte Belastung kam von der durchwachsenen Stimmung an den Aktienmärkten. Erdöl gilt als riskantere Anlageklasse, die von der Stimmung an den Aktienbörsen beeinflusst wird.

Etwas Unterstützung brachte dagegen der Dollar, der zu vielen Währungen nachgab. Da Erdöl meist in dieser Währung gehandelt wird, sorgt ein sinkender Dollarkurs oft für eine höhere Ölnachfrage aus Ländern außerhalb des Dollarraums.

08:22 Uhr

Nestle übernimmt US-amerikanische IM HealthScience

Nestle
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Nestle verleibt sich einen US-Anbieter von medizinischer Ernährung ein. Der Schweizer Nahrungsmittelriese übernimmt eigenen Angaben zufolge die US-amerikanische IM HealthScience (IMH). Die in Privatbesitz stehende und 2013 gegründete Firma aus Florida verkauft Produkte, die bei der Behandlung von Verdauungs- und Schlafproblemen helfen sollen. IMH wachse um ein Mehrfaches schneller als der Markt. Gegenwärtig seien die Produkte der Marken IBgard, FDgard, Fiber Choice und REM fresh online und bei Einzelhändlern in den USA und Kanada verfügbar. Nach der Übernahme durch Nestle sollen die Produkte auch in anderen Ländern vertrieben werden.

08:00 Uhr

Euro steigt in Richtung Zweijahreshoch

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,19

Der Euro hat weiter zugelegt und ist in Richtung eines zweijährigen Höchststandes gestiegen. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung bis zu 1,1899 US-Dollar. Anfang August hatte der Euro mit etwas mehr als 1,19 Dollar seinen höchsten Stand seit gut zwei Jahren erreicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1853 Dollar festgesetzt. Heuten stehen kaum Impulse durch Konjunkturdaten an. Nennenswert sind allenfalls Zahlen vom US-Immobilienmarkt, die am Nachmittag veröffentlicht werden sollten. Zudem sollen sich einige ranghohe Notenbanker, darunter der Vizepräsident der EZB, Luis de Guindos, äußern.

07:45 Uhr

Dax dürfte niedriger starten, Walmart öffnet Bücher

Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Am Montag war er noch 0,2 Prozent fester bei 12.920,66 Punkten aus dem Handel gegangen. Neben der Corona-Pandemie steht der US-Wahlkampf auf der Tagesordnung: Die Demokraten sollen am Abend Joe Biden offiziell zu ihrem Kandidaten küren. Bei dem Parteitag spricht unter anderem der ehemalige US-Präsident Bill Clinton.

Walmart
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Für Gesprächsstoff sorgen dürfte der weltweit größte Einzelhändler Walmart, der seine Geschäftszahlen zum zweiten Quartal vorlegt. In der Zeit der schärfsten Corona-Einschränkungen hatten viele Verbraucher vermehrt im Internet bestellt, davon profitierten Unternehmen wie Amazon und Zooplus. Experten dürften in den Walmart-Büchern nach Anzeichen suchen, ob sich der stationäre Einzelhandel wieder erholen kann.

07:32 Uhr

Spannungen zwischen USA und China bremsen Asia-Börsen

Spannungen zwischen China und den USA belasten den Optimismus an den asiatischen Börsen, der durch die technologiegetriebene Rally an der Wall Street ausgelöst wurde. Die US-Regierung kündigte an, die Beschränkungen für Huawei weiter zu verschärfen, um den Zugang zu kommerziell erhältlichen Chips einzuschränken. "Mit Halbleitern haben wir wieder eine gewisse technische Stärke gesehen", sagte Thomas Hayes, Vorsitzender von Great Hill Capital, über die US-Rally.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,5 Prozent tiefer bei 22.972 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,1 Prozent und lag bei 1609 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,4 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,1 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,7 Prozent.

Der US-Dollar gab gegenüber den meisten Währungen infolge enttäuschenden Produktions- und Hypothekendaten nach, schrieb der Analyst der Commonwealth Bank of Australia, Joseph Capurso, in einer Notiz. Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,3 Prozent auf 105,67 Yen und stagnierte bei 6,9309 Yuan. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent niedriger bei 0,9053 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1886 Dollar und notierte kaum verändert bei 1,0762 Franken.