Dienstag, 08. Dezember 2020Der Börsen-Tag

17:38 Uhr

Dax kriegt die Kurve - spät

Am deutschen Aktienmarkt warten die Anleger am Dienstag auf impulsgebende Nachrichten. Zwar sind die nach wie vor hohen Corona-Zahlen und die deshalb zum Teil verschärften Maßnahmen mancher Bundesländer zur Eindämmung der Pandemie ein Thema. Eine wirkliche Kaufzurückhaltung ist indes nicht zu spüren - im Gegenteil: Am Nachmittag dreht der Dax ins Plus, verabschiedet sich mit einem Aufschlag von 0,1 Prozent und 13.278 Punkten aus dem Handel.

"Der Dax kommt nicht so richtig in Schwung", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel. Sie verweist zudem auf den Donnerstag und die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB): "Die Erwartungen sind groß, dass dabei ein ordentliches Hilfsprogramm aufgelegt oder aufgestockt wird." Dofel warnt aber und verweist auf Händlerstimmen: "Sollten die Hilfen nicht wie erhofft kommen, könnte der Dax wieder in Richtung 13.000 Punkte oder darunter fallen."

Bei den Einzelwerten gewinnen Deutsche Börse, Siemens und BASF jeweils mehr als 1,5 Prozent. Auf der Gegenseite geben Linde, Delivery Hero und Deutsche Bank jeweils mehr als ein Prozent ab.

Dax
Dax 15.416,64

16:38 Uhr

Veranstaltungsausfälle wegen Pandemien: Münchener Rück haftet nicht mehr

Die Münchener Rück versichert angesichts hoher Schäden künftig keine Großveranstaltungen mehr gegen Ausfälle infolge von Pandemien. Der weltgrößte Rückversicherer biete seit diesem Jahr keine Pandemie-Deckung in diesem Bereich mehr an, sagt Vorstand Torsten Jeworrek. Zudem müssten die Preise für Ausfallversicherungen angepasst werden. Absagen und Verschiebungen von Sportveranstaltungen wie den Olympischen Spielen in Tokio sowie von Konzerten und Tourneen haben tiefe Löcher bei der Münchener Rück gerissen. Sie machen einen großen Teil der 3,4 Milliarden Euro an Schäden infolge der Corona-Pandemie in diesem Jahr aus.

16:20 Uhr

Hedgefonds hält Übernahmeangebot für Siltronic für zu niedrig

Gegen das bevorstehende Übernahmeangebot für Siltronic regt sich erster Widerstand. Der britische Hedgefonds Argonaut Capital bezeichnet die 3,75 Milliarden Euro schwere Offerte für den Münchner Halbleiter-Zulieferer in einem offenen Brief an Siltronic-Aufsichtsratschef Tobias Ohler als zu niedrig. Der taiwanische Konkurrent GlobalWafers, der 125 Euro je Siltronic-Aktie bieten will, komme damit günstiger davon, als wenn er eine neue Fabrik für Siliziumscheiben (Wafer) auf der grünen Wiese bauen müsste, argumentierte Argonaut-Chef und -Gründer Barry Norris. Die Siltronic-Minderheitsaktionäre würden "in einen Ausverkauf am unteren Ende des Wafer-Zyklus getrieben". Siltronic-Aktien gewinnen rund ein Prozent.

Siltronic
Siltronic 142,65

16:08 Uhr

Steigende Corona-Zahlen setzen Wall Street zu

Die ungebremst steigenden Corona-Zahlen schlagen den Anlegern in den USA auf die Stimmung. Der Dow-Jones-Index eröffnet 0,1 Prozent tiefer bei 30.030 Punkten. Der S&P 500 verliert im frühen Handel 0,3 Prozent auf 3682 Zähler. Der Nasdaq Composite sinkt 0,1 Prozent auf 12.513 Punkte. In der vergangenen Woche steckten sich nach einer Reuters-Zählung täglich im Schnitt 193.863 Menschen in den USA mit dem Erreger an, so viele wie nie zuvor. In Kalifornien gelten bereits verschärfte Schutzmaßnahmen, in New York drohen stärkere Beschränkungen.

"Der Anstieg der Infektionen scheint endlich die US-Abgeordneten zur Tätigkeit bewegt zu haben, auch wenn das Hilfspaket mit einem Umfang von 900 Milliarden Dollar deutlich geringer ausfällt als im Sommer diskutiert, und auch wenn nicht einmal dieser Betrag verabschiedet werden könnte", sagt Chris Beauchamp, Chef-Marktanalyst beim Broker IG. Börsianer achten darauf, ob es gelingt, doch noch bald Hilfen für die schwer unter der Pandemie leidende Wirtschaft auf den Weg zu bringen.

15:54 Uhr

Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer: FDA hält ihn für sicher

Die US-Arzneimittelbehörde FDA ist in einer detaillierten Analyse zu dem Schluss gekommen, dass der Covid-19-Impfstoff von Pfizer und Biontech - der erste, der für die Verteilung in den USA in Betracht gezogen wurde - in einer klinischen Studie "die vorgeschriebenen Erfolgskriterien erfüllt" hat. Dieses Fazit der FDA legt nahe, dass sie nun bald grünes Licht für das historische Produkt geben dürfte. Die Aufsichtsbehörde veröffentlichte zwei separate Analysen, eine von ihren eigenen Wissenschaftlern und eine von den Impfstoff-Herstellern, dem US-Konzern Pfizer und seinem deutschen Partner Biontech.

Die FDA-Analyse hob verschiedene "bekannte Vorteile" des Impfstoffs hervor. Dazu gehöre "die Verringerung des Risikos, dass bestätigtes Covid-19 mindestens sieben Tage nach der Dosis 2 auftritt". Der Impfstoff von Pfizer erfordert zwei Dosen für einen vollständigen Schutz. Ein weiterer Vorteil sei die Verringerung des Risikos von bestätigtem Covid-19 nach der ersten Dosis und vor der zweiten Dosis, und ein klarer Vorteil sei "die Verringerung des Risikos eines bestätigten schweren Covid-19 jederzeit nach der ersten Dosis", so die FDA.

Pfizer
Pfizer 33,02
Biontech
Biontech 159,05

15:09 Uhr

Gericht erlaubt Facebook Verbot von Nutzer-Pseudonymen

Facebook darf seinen Nutzern nach Auffassung des Oberlandesgerichts München die Verwendung von Pseudonymen verbieten. Dass das weltgrößte soziale Online-Netzwerk in seinen Bedingungen den Nutzern die Offenlegung ihres sogenannten Klarnamens vorschreibe, sei rechtlich nicht zu beanstanden, entscheidet das Gericht. Weil diese Frage aber noch nicht höchstrichterlich geklärt sei und Juristen unterschiedliche Ansichten verträten, sei die Revision vor dem Bundesgerichtshof zugelassen.

Mit seinem Doppel-Urteil wies das Oberlandesgericht als Berufungsinstanz zwei Klagen von Facebook-Nutzern zurück. Als Vorinstanzen hatten zwei Landgerichte noch gegensätzlich entschieden: Während das Landgericht Traunstein bereits in erster Instanz die Klarnamenklausel billigte, hatte das Landgericht Ingolstadt diese Klausel als unwirksam angesehen.

14:47 Uhr

SAP deutet Zukäufe nach Qualtrics-Börsengang an

SAP-Chef Christian Klein macht nach dem geplanten Börsengang der Tochter Qualtrics in den USA Spielraum für Zukäufe aus. Es könne bei Qualtrics zu Deals kommen, sagt Klein Reuters. SAP hingegen werde sich auch nach der fast 28 Milliarden Dollar schweren Slack-Übernahme durch den Konkurrenten Salesforce nicht zu Akquisitionen drängen lassen. "Wir sehen keinen Grund, uns Umsatz kaufen zu müssen", sagt der 40-Jährige, der seit April den Walldorfer Dax-Konzern allein führt.

Im Sommer hatte SAP angekündigt, die vor rund zwei Jahren für acht Milliarden Dollar übernommene Qualtrics-Sparte an die Börse bringen zu wollen. Bisher sind dazu allerdings kaum Details bekannt. Nun gab Klein ein wenig Einblick und bestätigte, dass der Gang aufs Parkett eine Möglichkeit war, um das Führungsteam rund um den Gründer Ryan Smith an Bord zu halten. Smith hatte der Abgang der vorübergehenden Co-Chefin von SAP, Jennifer Morgan, verunsichert.

SAP
SAP 114,04

14:23 Uhr

Tesla kündigt milliardenschwere Kapitalerhöhung an

Der US-Elektroautobauer Tesla hat eine Kapitalerhöhung im Volumen von fünf Milliarden Dollar angekündigt. Zehn große Banken, darunter Goldman Sachs, Citigroup Global Markets und Morgan Stanley, werden den Verkauf der Anteilsscheine durchführen, wie der Autobauer mitteilte. Mit dem frischen Kapital will Tesla seinen Schuldenstand verringern und neue Fahrzeug-Modelle auf den Markt bringen. Es ist bereits die zweite Kapitalerhöhung innerhalb von drei Monaten.

Tesla will so von dem Höhenflug der Aktie profitieren, die erst am Montag ein neues Rekordhoch erreicht hatte; Mit 600 Milliarden Dollar ist es das weltweit am höchsten bewertete Autounternehmen.

Tesla
Tesla 484,35

13:53 Uhr

Sparquote in Deutschland steigt deutlich

Die Sparquote in Deutschland dürfte nach Einschätzung des Bankenverbandes BVR in diesem Jahr den Rekordwert von rund 17 Prozent erreichen. Ende September war der Verband noch von etwa 15 Prozent ausgegangen. Der Teil-Lockdown im November und Dezember werde die Quote im Gesamtjahr 2020 nun voraussichtlich noch kräftiger steigen lassen, erläutert der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Auf Jahressicht werden die privaten Haushalte in Deutschland demnach von 100 Euro verfügbarem Einkommen etwa 17 Euro auf die hohe Kante legen. Die bislang höchsten Sparquoten in Deutschland wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1991 und 1992 mit jeweils 12,9 Prozent gemessen. 2019 waren es 10,9 Prozent.

13:39 Uhr

Corona, Brexit, Shutdown: US-Anleger sind skeptisch

Zum Start der Wall Street dürfte Marktteilnehmern zufolge Zurückhaltung vorherrschen. Händler verweisen auf den politischen Stillstand auf beiden Seiten des Atlantiks, der die Stimmung belastet. Auch die weiter nicht unter Kontrolle zu bekommende Corona-Pandemie animiert nicht zu Käufen. Die Impfstoffhoffnungen seien weitgehend eingepreist, heißt es. In Europa wird weiter um einen Brexit-Deal gerungen. Der britische Premierminister Boris Johnson will nun persönlich für Gespräche nach Brüssel reisen. Händler sehen darin den finalen Versuch, doch noch ein Handelsabkommen zu generieren. Die Hoffnungen auf einen Erfolg schwinden aber.

Die Coronavirus-Krise führt derweil zu neuen gefährlichen Höchstständen bei der Krankenhausbelegung in den USA. Vor diesem Hintergrund werden Forderungen nach härteren Corona-Maßnahmen in den USA immer lauter. Ausgerechnet in dieser Situation kommt das lang ersehnte Konjunkturprogramm in den USA nicht voran.

Erneut scheiterte der Kongress mit einem umfänglichen Gesamtpaket. Immerhin soll ein Kompromiss im US-Kongress eine Stilllegung von Bundesbehörden verhindern. Demokraten und Republikaner einigten sich darauf, eine einwöchige Übergangsregelung zu beschließen, um einen sogenannten Shutdown abzuwenden.

12:52 Uhr

Qiagen profitiert von Corona-Tests stärker als erwartet

Qiagen
Qiagen 38,78

Das Biotechunternehmen Qiagen profitiert von der Nachfrage nach Covid-19-Tests und hat daher seine Ziele für 2020 erneut angehoben. Vorstandschef Thierry Bernard erklärt: "Wir haben auf die Erfordernisse der Covid-19-Pandemie reagiert, indem wir neuartige Testlösungen entwickelt und die Produktionskapazitäten hochgefahren haben."

Im laufenden Jahr peilt die Firma nun ein Umsatzplus von 22 Prozent an und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,13 bis 2,14 Dollar. Ende Oktober hatte der Vorstand bereits seine Prognose angehoben und und ein Umsatzplus von 20 Prozent angekündigt statt 15 bis 18 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie sollte um 45 Prozent auf 2,07 Milliarden bis 2,09 Dollar zulegen. Die Aktien legen rund 2,5 Prozent zu.

Qiagen
Qiagen 38,78

12:28 Uhr

Ifo sieht Großbritannien als größten Brexit-Verlierer

Der Brexit trifft Großbritannien laut einer Daten-Auswertung des Münchner Ifo-Instituts wirtschaftlich wesentlich härter als die EU. "Beide Seiten verlieren beim Brexit, nur das Vereinigte Königreich eben deutlich mehr. Ein Handelsabkommen ab 1. Januar liegt im beiderseitigen Interesse", sagt Ifo-Außenhandelsexpertin Lisandra Flach. Im Jahr 2019 wickelte Großbritannien den Angaben zufolge 50 Prozent seiner Importe und 47 Prozent seiner Exporte mit der EU ab. Damit ist die Europäische Union der größte Markt für die Briten. Für die EU hingegen ist Großbritannien im Handel weniger relevant: Im Jahr 2019 gingen nur 4 Prozent der Exporte dorthin und 6 Prozent kamen von der Insel. "In allen europäischen Ländern sind nur wenige Güter in hohem Maße von Importen aus dem Vereinigten Königreich abhängig. Daher wird der Anstieg der Handelskosten durch den Brexit für die Unternehmen in den 27 EU-Ländern eine wesentlich geringere Auswirkung haben als für die Unternehmen auf der Insel zu erwarten ist", sagte Flach.

12:07 Uhr

Konjunkturoptimismus treibt Traton

Traton setzen sich mit zeitweise fast zwei Prozent Plus von der kaum veränderten Autobranche und den Hauptindizes ab Grund seien die Hoffnungen, dass sich die immer deutlichere Konjunkturbelebung auch bald in Ersatzinvestitionen bei Lkw niederschlagen werde, heißt es aus dem Handel. Zudem trieben die Analysten der Bank of America (BoA) mit einem neuen Research die Titel. Sie hoben Traton darin auf "Buy" an und das Kursziel auf 30 von 19 Euro. Aktuell notierten die Aktien um 23 Euro.

Traton
Traton 27,32

11:10 Uhr

Impfstoff-Ankündigungen schüren Optimismus von Finanzexperten

Die Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren für Deutschland haben sich im Dezember deutlich besser als erwartet entwickelt. Der vom Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Index der Konjunkturerwartungen stieg auf 55,0 von 39,0 Punkte. Volkswirte hatten dagegen einen Rückgang auf 36,0 vorausgesagt. Allerdings hatte sich eine positive Überraschung nach dem am Montag bekannt gewordenen Anstieg des Sentix-Konjunkturindex schon angedeutet.

"Die Ankündigung baldiger Impfstoffzulassungen lässt die Finanzmarktexpertinnen und -experten zuversichtlicher in die Zukunft blicken", kommentiert ZEW-Präsident Achim Wambach die Zahlen. Der Index der Lagebeurteilung sank dagegen auf minus 66,5 (minus 64,3) Punkte. Erwartet worden waren minus 67,0 Punkte.

10:52 Uhr

Dax tritt auf der Stelle

Am deutschen Aktienmarkt stabilisiert der Dax zum Mittag seine geringen Verluste. Er notiert 0,2 Prozent im Minus bei 13.245 Punkten. "Der Dax bewegt sich kaum", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf die Lage auf dem Frankfurter Börsenparkett. Die Sorgen vor einem zweiten harten Lockdown beschäftigten die Anleger nicht sonderlich. "Beim ersten Lockdown ist die Wirtschaft im zweiten Quartal über zehn Prozent eingebrochen. Im dritten Quartal hat sie sich stark erholt - um mehr als acht Prozent", erläutert Marggraf. "Der harte Lockdown hat etwas an seinem Schrecken für die allgemeine Wirtschaftsentwicklung verloren."

10:36 Uhr

US-Gericht stoppt Auflagen gegen TikTok

Das juristische Tauziehen um die Zukunft des chinesischen Kurzvideodienstes TikTok in den USA hält an. Ein Bezirksgericht in Washington hat per einstweiliger Verfügung geplante Beschränkungen des US-Handelsministeriums gegen TikTok ausgehebelt. Nach Angabe des Unternehmens hätten die Sanktionen den Handlungsspielraum des Dienstes drastisch eingeschränkt und damit die Verwendung der chinesischen App in den USA effektiv untersagt.

Bytedance soll auf Druck des US-Präsidenten Donald Trump das US-Geschäft von TikTok abgeben. Der Präsident wirft dem Konzern vor, dass die Daten der rund 100 Millionen US-amerikanischen Nutzer für Spionage durch die chinesische Führung missbraucht werden könnten. Die bereits zwei Mal verlängerte Frist für eine Abspaltung der besonders bei Jugendlichen beliebten App ist bislang ungenutzt verstrichen. Als Käufer werden Walmar t und Oracle gehandelt.

09:41 Uhr

Goldman Sachs stärkt China-Geschäft

Die US-Bank Goldman Sachs hat mit ihrem Joint-Venture-Partner in China vereinbart, das Gemeinschaftsunternehmen Goldman Sachs Gao Hua (GSGH) vollständig zu übernehmen. Die hundertprozentige Übernahme von GSGH, an der Goldman bereits 51 Prozent hält, sei ein bedeutender Schritt für das Engagement in China, heißt es in einem internen Goldman-Memo. Ein Sprecher von Goldman Sachs in Hongkong bestätigte den Inhalt des Memos. Damit wäre Goldman Sachs die erste ausländische Bank, die von der Öffnung des Finanzsektors in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt profitiert. Die US-Finanzinstitut gründete 2004 das Gemeinschaftsunternehmen für Wertpapiere in China mit Beijing Gao Hua Securities, das vom chinesischen Bankier Fang Fenglei mitbegründet wurde.

09:15 Uhr

Tesla muss in Grünheide Waldrodung zunächst einstellen

Der US-Elektroautobauer Tesla muss offenbar im brandenburgischen Grünheide die Rodung eines Kiefernwaldes unterbrechen. Das Verwaltungsgericht Frankfurt/Oder habe einen vorläufigen Abholzungs-Stopp verhängt, berichtet der "Tagesspiegel" unter Berufung auf eine dem Blatt vorliegende Zwischenverfügung des Gerichts. Gegen die von Tesla beantragte und vom Landesumweltamt inzwischen genehmigte Rodung von weiteren 82,9 Hektar Kiefernforst hätten der Naturschutzbund Brandenburg (Nabu) und die Grüne Liga Klage eingereicht. Eine Entscheidung in der Sache habe das Verwaltungsgericht noch nicht gefällt. Tesla wollte zunächst keine Stellung nehmen.

Bisher gibt es noch keine endgültige Baugenehmigung für die Fabrik, deren Bau weiterhin die Gemüter erhitzt. Jährlich sollen dort nach der Fertigstellung bis zu 500.000 Autos vom neuen SUV Model Y über die Bänder rollen.

Tesla
Tesla 484,35

09:04 Uhr

Harter Corona-Lockdown? Dax verliert

Am deutschen Aktienmarkt fallen die Kurse auch zum Handelsauftakt am Dienstag. Die Verluste sind - wie schon zum Wochenstart - bislang aber gering. Während die Wall Street leichte Zugewinne verbuchen konnte, wartete der japanische Nikkei bereits den dritten Handelstag in Folge mit Abschlägen auf. Der Dax notiert 0,2 Prozent schwächer bei einem Stand von 13.247 Punkten.

Sorgen über einen sich abzeichnenden zweiten harten Lockdown beschäftigten die Anleger hierzulande kaum, kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. "Investoren sind insgesamt zurückhaltender geworden. Sie sind sich aber auch nach wie vor sicher, dass die Zentral- und Notenbanken weiter unterstützen werden."

08:52 Uhr

Asien-Anleger plagen Corona-Sorgen

Weiter steigende Infektionszahlen beim Coronavirus haben die asiatischen Aktienmärkte am Dienstag unter Druck gesetzt. Die Aussicht auf weitere Hilfspakete sowie gute Wirtschaftsdaten aus Japan hielten die Verluste allerdings in Schach. Neben der Pandemie bereiteten auch die wieder aufgeflammten Spannungen zwischen den USA und China den Anlegern Sorge. "Es geht darum, herauszufinden, was der nächste Katalysator für diese Märkte ist", sagte Tom Piotrowski, Analyst bei CommSec.

In Tokio gab der Nikkei-Index 0,3 Prozent nach auf 26.467 Punkte und schloss damit nach einer Rally den dritten Handelstag in Folge niedriger. Für positive Impulse sorgte ein neues Konjunkturpaket in Höhe von 708 Milliarden Dollar, das Japan zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Pandemie-Folgen auf den Weg bringen will. Die Börse in Shanghai lag 0,2 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,3 Prozent. Auch in Südkorea geriet der Index wegen wieder steigender Infektionszahlen unter Druck.

Nikkei
Nikkei 28.084,47

08:37 Uhr

Britisches Pfund gerät unter Druck, Euro nicht

Weiter unter Druck steht das britische Pfund. Nach wie vor gibt es keine Einigung auf einen Brexit-Handelspakt zwischen Großbritannien und der EU. Nachdem zwei Telefonate zwischen dem britischen Premierminister Boris Johnson und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen keinen Durchbruch gebracht haben, ruhen die Hoffnungen auf einem Treffen in den nächsten Tagen. Wann genau das Gespräch stattfinden soll, war zunächst unklar.

Britisches Pfund / Euro
Britisches Pfund / Euro 1,16

Der Kurs des Euro bewegt sich zunächst nur wenig. Die Gemeinschaftswährung kostet 1,2119 Dollar und liegt damit etwa auf dem gleichen Niveau wie am Montagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,2128 Dollar festgesetzt.

Im weiteren Handelsverlauf dürften Konjunkturdaten stärker in den Fokus rücken und könnten für neue Impulse sorgen. Auf dem Programm stehen Kennzahlen zu den Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten, die vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelt werden, und eine weitere Schätzung zur Wirtschaftsleistung der Eurozone im dritten Quartal.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,22

08:17 Uhr

Schweizer Rückversicherer investiert in Startup

Swiss Re
Swiss Re 80,40

Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re investiert in das Versicherungs-Startup Getsafe. Swiss Re habe die neue Finanzierungsrunde im Umfang von insgesamt 30 Millionen Dollar angeführt, teilte die in Heidelberg ansässige Firma, die inzwischen mehr als 150.000 Kunden zählt. Auch bestehende Investoren wie Earlybird und die Commerzbank-Tochter CommerzVentures hätten sich beteiligt.

Damit hat Getsafe, das zusammen mit Swiss Re nun auch Auto-Versicherungen anbietet, 53 Millionen Dollar in den fünf Jahren seit seiner Gründung eingesammelt. "Das frische Geld wird in die europäische Expansion gesteckt", kündigte Firmengründer Christian Wiens im Gespräch an. Spätestens Ende nächsten Jahres werde Getsafe nach Deutschland und Großbritannien in einen weiteren Markt eintreten und später beispielsweise auch Lebensversicherungen vertreiben.

Bereits für die erste Jahreshälfte rechnet Wiens mit grünem Licht der Finanzaufsicht Bafin für eine eigene Versicherungslizenz. Nach dem erfolgreichen Börsengang des US-Online-Versicherers Lemonade liebäugelt auch Wiens mit einem Aktienmarktdebüt: "Ich bin mir sicher, dass in Europa in den nächsten drei Jahren ein Insurtech-Startup an die Börse geht, und wir sind einer der Kandidaten."

07:59 Uhr

Ölpreise geben nach

Die Ölpreise sinken. Im frühen Handel halten sich die Verluste aber in Grenzen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostet am Morgen 48,45 US-Dollar. Das waren 34 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 26 Cent auf 45,50 Dollar.

Rohöl WTI
Rohöl WTI 65,53

Marktbeobachter erklärten den Preisrückgang mit der weiter hohen Zahl an Neuinfektionen in der Corona-Pandemie in führenden Industriestaaten. Zuletzt hatte sich die Lage in den USA wieder verschärft. Auch in Deutschland bleibt die Zahl der Neuinfektionen auf einem hohen Niveau. Hier wird auch über weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Kampf gegen die Pandemie diskutiert.

Gestützt wurden die Ölpreise hingegen durch Meldungen über ein neues Konjunkturpaket in Japan. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt will mit einem weiteren Konjunkturpaket die coronageplagte Wirtschaft ankurbeln. Ministerpräsident Yoshihide Suga kündigte ein Hilfspaket im Gesamtvolumen von 73,6 Billionen Yen (583 Mrd Euro) an, das sein Kabinett im Laufe des Tages verabschieden wolle.

07:28 Uhr

Anleger verlieren Lust an deutschen Aktien

Dax
Dax 15.416,64

Heute wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Montag war er 0,2 Prozent schwächer bei 13.271 Punkten aus dem Handel gegangen. Für Gesprächsstoff sorgen dürfte ein weiteres Mal die Corona-Pandemie: Angesichts der immer noch hohen Infektionszahlen schlägt Bundeskanzlerin Angela Merkel Alarm, nach Informationen aus Länderkreisen sind Geschäftsschließungen zwischen den Jahren im Gespräch.

Dazu komme der starke Euro, der die Erholung an der Frankfurter Börse bremse, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets. Er "ist genau das Zuviel an Salz in der Suppe, das den Anlegern die Lust auf deutsche Aktien vertreibt".

Die Gemeinschaftswährung notiert derzeit auf ihrem höchsten Niveau seit April 2018. Aufschluss, wie stark die Pandemie und die jüngsten Schutzmaßnahmen die Wirtschaft belasten, erhoffen sich Börsianer vom ZEW-Index, der am Vormittag vorgelegt wird. Experten gehen davon aus, dass die derzeitige Lage düsterer eingeschätzt wird als im November, die Erwartungen dürften sich dagegen etwas aufhellen.

07:11 Uhr

Goldman Sachs will Position in China stärken

Goldman Sachs
Goldman Sachs 303,40

Goldman Sachs will das Gemeinschaftsunternehmen in China komplett übernehmen und damit die Position in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft stärken. Die New Yorker Bank reichte einen Antrag zur Komplettübernahme bei den chinesischen Regulierern ein, wie aus einer internen Nachricht des Geldhauses hervorgeht, in die das Wall Street Journal Einblick hatte. Demnach soll der verbliebene Anteil über 49 Prozent erworben werden.

Die Goldman Sachs Group Inc hatte das Joint Venture vor 17 Jahren mit einem lokalen Partner gegründet. Goldman Sachs wäre die erste internationale Bank, die das Finanzgeschäft in China komplett übernehmen würde. Das Geschäft soll künftig unter dem Namen Goldman Sachs (China) Securities Co firmieren.

06:43 Uhr

Studie: Konjunkturpaket stabilisiert Wirtschaftslage schon jetzt

Das Konjunkturprogramm der Bundesregierung zur Abfederung der Corona-Krise zeigt einer Studie zufolge Wirkung. Es stabilisiere bereits jetzt die Wirtschaftslage und dürfte mittelfristig das Wachstum anschieben, heißt es in einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag des Finanzministeriums. Die schwarz-rote Koalition hatte sich im Sommer auf ein mehr als 130 Milliarden Euro schweres Paket unter anderem mit geringerer Mehrwertsteuer, Hilfen für Kommunen und Zuschüssen für Familien verständigt.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaftsleistung dadurch in diesem Jahr um 1,3 und im kommenden Jahr um 1,5 Prozent höher liegt als in einem Szenario ohne Konjunkturpaket. Die Bundesregierung geht derzeit davon aus, dass die deutsche Wirtschaft 2020 deutlich schrumpft, im kommenden Jahr aber wieder Fahrt aufnimmt.

06:26 Uhr

Infektionszahlen setzen Asia-Börsen unter Druck

Die asiatischen Anleger zeigen sich infolge steigender Infektionszahlen verunsichert. Auch weitere fiskalische Impulse und gute Wirtschaftsdaten aus Japan können die Stimmung der Börsianer nicht aufhellen. "Es geht darum, herauszufinden, was der nächste Katalysator für diese Märkte ist", sagte Tom Piotrowski, Analyst bei CommSec. Einige Investoren beobachten, ob die politischen Entscheidungsträger in den USA ihre Bemühungen um zusätzliche fiskalische Impulse wiederbeleben können.

Nikkei
Nikkei 28.084,47

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,3 Prozent tiefer bei 26.475 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,2 Prozent und lag bei 1757 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,3 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,3 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,1 Prozent.

Im asiatischen Devisenhandel blieb der Dollar fast unverändert bei 104,04 Yen und legte 0,1 Prozent auf 6,5365 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent höher bei 0,8911 Franken. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,2109 Dollar und zog um 0,1 Prozent auf 1,0792 Franken an. Das Pfund Sterling verlor 0,2 Prozent auf 1,3351 Dollar.

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