Freitag, 03. Juli 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:38 Uhr

Dax-Minus wegen Gewinnmitnahmen - aber Wochenplus

Dax
Dax 12.684,07

Die europäischen Börsen haben sich heute überwiegend im Gewinnmitnahme-Modus bewegt. Aus den USA gab es keine Vorlagen, weil die dortigen Börsen wegen des vorgezogenen Feiertags vor dem 4. Juli geschlossen hatten. Für gute Laune sorgten aber die anhaltend guten Einkaufsmanager-Indizes (PMIs) von China bis Europa. Sorgen bereitete weiter der Anstieg der Corona-Neuinfektionen in den USA.

Der Dax ging mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 12.528 Punkte ins Wochenende, damit gewann der Leitindex in dieser Woche fast 450 Punkte. Der MDax verlor 0,1 Prozent auf 26.600 Zähler. Der TecDax legte dagegen um 0,1 Prozent auf 3003 Stellen zu. Der EuroStoxx50 notierte 1,0 Prozent leichter bei 3287 Punkten.

Zu leiden hatten die Autowerte: BMW und Daimler geben um 1,2 beziehungsweise 1,3 Prozent nach, VW um 1,2 Prozent. Der Branchenverband VDA vermeldete angesichts der Coronavirus-Krise ein desaströses erstes Halbjahr.

Und Wirecard? Plus 4,1 Prozent auf 3,23 Euro. Für den Dax ist das allerdings nur noch eine kleine Randnotiz.

17:17 Uhr

Fernsehsender Tele 5 wechselt den Besitzer

Der deutsche Arm des US-Senders Discovery übernimmt den Sender Tele 5 von der deutschen Fernseh- und Film-Holding Leonine des US-Finanzinvestors KKR. Zudem schließen beide Seiten einen langfristigen Programmliefervertrag, wie die Unternehmen mitteilten. Demnach kann Discovery auf das Lizenzangebot von Leonine "im Bereich fiktionaler Content" zugreifen.

Zum frei empfangbaren TV-Portfolio von Discovery Deutschland gehören DMAX, TLC, Eurosport 1 und Home & Garden TV.

16:37 Uhr

Daimler will Smart-Werk verkaufen

Deutlich stärker fällt der Rückgang beim Smart aus, der sich 1.622 mal verkauft wird - rund ein Drittel weniger als im August des Vorjahres.

(Foto: REUTERS)

Daimler will angesichts der in der Corona-Krise gesunkenen Pkw-Nachfrage sein Produktionsnetz straffen und prüft den Verkauf seines Smart-Werks im französischen Hambach. Darüber sollten Gespräche aufgenommen werden, teilte die Konzerntochter Mercedes-Benz in Stuttgart mit.

Konzernchef Ola Källenius stellte den Schritt in den Zusammenhang mit den hohen Investitionen in die Elektromobilität und Digitalisierung, wodurch der Konzern gezwungen sei, Maßnahmen zur Effizienzsteigerung zu ergreifen. Dies betreffe weltweit alle Unternehmensbereiche.

16:17 Uhr

Corona-Krise - kein Thema mehr?

Die ermutigenden Konjunkturdaten wecken Zuversicht an den Börsen. Wer hätte gedacht, dass sich die Märkte nach dem Corona-Crash so schnell erholen. Wie Trader die Kurssprünge mit richtigen Hebeln nutzen und wie sich Anleger absichern können, falls es doch wieder nach unten geht, darüber spricht Bianca Thomas mit Metin Simsek von der UBS.

15:44 Uhr

Deutscher Autobranche droht massiver Jobabbau

Die deutsche Automobilindustrie warnt angesichts des weltweiten Einbruchs der Pkw-Nachfrage vor einem Verlust von Arbeitsplätzen. Die durch das Konjunkturpaket der Bundesregierung erhoffte Erholung der Konjunktur im zweiten Halbjahr werde wahrscheinlich nicht ausreichen, um den Beschäftigungsrückgang aufzuhalten, sagte VDA-Chefin Hildegard. Die Tatsache, dass viele Beschäftigte derzeit in Kurzarbeit seien, dürfe nicht über die schwierige Lage hinwegtäuschen, in der sich vor allem mittelständische Zulieferer befänden.

Daimler etwa will weltweit mindestens 10.000 Mitarbeiter in der Verwaltung und produktionsnahen Bereichen dazu bewegen, das Unternehmen zu verlassen. Audi hat den Abbau von 9500 Stellen in Deutschland angekündigt. BMW hatte sich wegen des Corona-bedingten Absatzrückgangs mit dem Betriebsrat jüngst auf rund 6000 Stellen verständigt, die künftig wegfallen sollen. Auch die Zulieferer bauen Zehntausende Arbeitsplätze ab.

14:42 Uhr

Wirecard-Skandal: Singapur hat zwei Firmen im Visier

Das ganze Ausmaß des Wirecard-Bilanzskandals ist mitnichten bekannt. Nun weiten die Behörden in Singapur ihre Ermittlungen dazu aus. Auch die Firmen Citadelle Corporate Services und Senjo Group seien nun im Visier, teilten die Zentralbank und die Polizei des Stadtstaates mit.

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Blick auf die Skyline von Singapur.

(Foto: picture alliance / dpa)

Dabei gehe es um mutmaßliche Bilanzfälschung und die Tätigkeit als Treuhänder, ohne die dafür nötige Lizenz zu besitzen. Von den beiden Firmen war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

13:54 Uhr

Der Rolls-Royce-Aktie geht es schlecht - Leasing leidet

Ganz mies ist es heute der Aktie von Rolls-Royce an der Londoner Börse gegangen. Sie war mit einem Abschlag von 5,1 Prozent der Hauptverlierer unter den europäischen Luftfahrtaktien. Hier belastet eine deutliche Abstufung des Kreditratings bei der Finanzierungstochter RRPF durch die Agentur Fitch. Sie trage entscheidend zum Leasinggeschäft von Flugzeugtriebwerken bei, sagt ein Händler. Das Langfrist-Rating wurde auf nun "BBB-" gesenkt, und dies noch mit negativem Ausblick versehen. Dies verteuere die Refinanzierung. Bereits am 24. Juni war die Rolls-Royce plc auf "BBB-" abgestuft worden.

Fitch begründet dies mit dem schlechten Wirtschaftsausblick wegen der Corona-Krise. RRPF habe den Kunden bereits entsprechend 44 Prozent seines Umsatzes Zahlungsaufschübe gewährt. Eine schwache Erholung des Airline-Sektors könnte daher auch zu Abschreibungen führen.

In Frankfurt gaben MTU um 2,3 Prozent nach.

13:42 Uhr

Ryanair verspricht Ticketerstattungen bis Ende Juli

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(Foto: picture alliance/dpa)

Ryanair will die ausstehenden Erstattungen für in der Corona-Krise abgesagte Flüge schneller bearbeiten. Mehr als 90 Prozent der zwischen März und Juni betroffenen Kunden sollen ihr Geld bis Ende Juli erhalten, versprach Manager Eddie Wilson laut einer Mitteilung des irischen Billigfliegers. Man habe zusätzliche Mitarbeiter geschult, um den Stau zu beseitigen.

Nach EU-Recht sind Fluggesellschaften bei von ihnen stornierten Flügen verpflichtet, den Ticketpreis innerhalb von sieben Tagen zu erstatten. In der Corona-Krise hatte dies auch bei anderen Gesellschaften nicht geklappt. So hat der Lufthansa-Konzern vor einer Woche angekündigt, den Stau innerhalb von sechs Wochen zu beseitigen. Es standen noch rund eine Mrd Euro an Erstattungen aus.

Ryanair nannte weder Zahl noch Summe der Erstattungen. Stand Ende Juni seien alle Anträge aus dem März und die Hälfte der April-Anträge bearbeitet gewesen. Das Unternehmen beschuldigte erneut Online-Reisebüros, bei ihren Buchungen gefälschte E-Mail-Adressen und virtuelle Kreditkarten zu verwenden, die nicht zu einzelnen Verbrauchern zurückverfolgt werden könnten.

13:23 Uhr

Deutsche Bank ist an Wirecard-Teilen interessiert

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(Foto: dpa)

Die Deutsche Bank hat ein Auge auf Teile von Wirecard geworfen. Vorstand Fabrizio Campelli sagte dem "Handelsblatt", dass sich das Geldhaus, "wenn sich hier Gelegenheiten ergeben, uns zu verstärken", diese ansehen werde. Gestern hatte die Deutsche Bank mitgeteilt, dass sie mögliche Hilfen für die Wirecard Bank prüfe.

Bei ihrem vor einem Jahr gestarteten Konzernumbau sieht sich die Deutsche Bank auf Kurs. Laut Campelli sei man "im Zeitplan oder sogar besser". Auch beim Abbau von weltweit 18.000 Stellen liege die Bank im Plan.

12:47 Uhr

Libanon ist pleite - Währung im freien Fall

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Demonstrantin in der libanesischen Hauptstadt Beirut.

(Foto: dpa)

Hier einmal ein Blick über unseren deutschen Tellerrand hinaus: Wegen der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise klagen die Menschen im Libanon über leere Supermarktregale und geschlossene Geschäfte. Das libanesische Pfund stand heute im Vergleich zum US-Dollar auf einem der tiefsten Stände aller Zeiten. Ein Dollar kostete auf dem Schwarzmarkt knapp unter 10.000 Pfund.

Im Mai lag die Inflation im Jahresvergleich bei rund 56 Prozent, die Preise für Lebensmittel kletterten sogar um mehr als 80 Prozent. Das nördlich von Israel gelegene kleine Land erlebt seit Monaten die schwerste Wirtschafts- und Finanzkrise seit Ende des Bürgerkriegs im Jahr 1990. Im März konnte die Regierung in Beirut erstmals Anleihen nicht bedienen. Der Libanon gehört weltweit zu den am stärksten verschuldeten Staaten.

12:32 Uhr

Deutscher Automarkt bricht auch im Juni ein

Nun ist es sozusagen amtlich: Der deutsche Automarkt hat im Juni einen weiteren massiven Einbruch infolge der Corona-Pandemie verzeichnet. Allerdings hat sich die Abwärtsdynamik erneut verlangsamt. Wie der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) und der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilten, sackten die Pkw-Neuzulassungen um 32 Prozent auf 220.300 Fahrzeuge ab.

Allerdings hatte der Juni 2020 zwei Arbeitstage mehr als der Vorjahresmonat - ohne diese zusätzlichen Tage läge das Minus bei rund 40 Prozent. Im Mai waren die Verkäufe um 49,5 Prozent eingebrochen.

Für das Gesamtjahr erwartet der VDA einen Rückgang des Pkw-Weltmarkts um 17 Prozent auf 65,9 Millionen Einheiten. Besonders stark werde der Rückgang in Europa mit 24 Prozent sein, für Deutschland werde ein Rückgang um 23 Prozent vorhergesagt.

12:18 Uhr

Dax braucht eine Verschnaufpause - Delevery Hero stark

Nach den kräftigen Donnerstaggewinnen hat der deutsche Aktienmarkt eine Atempause eingelegt. Der Dax notierte gegen Mittag 0,5 Prozent tiefer bei 12.543 Punkten. Der EuroStoxx50 verlor 0,7 Prozent auf 3297 Stellen. Der Markt schwankte weiterhin zwischen der Hoffnung auf eine Erholung der Konjunktur und Corona-Sorgen, die derzeit fast jeden Tag mit neuen hohen Infektionszahlen vor allem in den USA befeuert werden.

Unter den Einzelwerten stachen die Aktien von Delivery Hero mit plus 5,7 Prozent als MDax-Spitzenreiter positiv hervor. Die Papiere des Essenslieferdienstes knackten erstmals die Marke von 100 Euro und erklommen ein Rekordhoch. Delivery Hero gilt als ein möglicher Nachfolger von Wirecard im Dax.

11:52 Uhr

Zeitung: Wirecard-Manager auch unter Untreueverdacht

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Markus Braun

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Skandal um fehlende Milliarden beim Finanzdienstleister Wirecard ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft nun auch wegen Untreueverdachts gegen den ehemaligen Vorstandschef Markus Braun und weitere Manager. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Dabei geht es um den Vorwurf, dass dreistellige Millionensummen von Wirecard-Konten an Firmen in Asien und auf Mauritius flossen.

Außerdem gehen die Ermittler laut "SZ" davon aus, dass die mutmaßlichen Manipulationen bei Wirecard spätestens 2014 begannen. Die Zeitung stützt sich dabei auf "Erkenntnisse von Ermittlern" und "Ermittlungsunterlagen". Die Staatsanwaltschaft erklärte allerdings, sie könne den Bericht nicht bestätigen. Wirecard hatte im Juni eingeräumt, dass 1,9 Milliarden Euro auf asiatischen Treuhandkonten verbuchte Firmengelder sehr wahrscheinlich nicht existierten.

Was macht eigentlich der Wirecard-Aktienkurs? Plus 8,5 Prozent auf 3,36 Euro.

11:38 Uhr

Dem deutschen Maschinenbau brechen die Aufträge weg

Die Corona-Krise setzt auch Deutschlands Maschinenbauern kräftig zu. Sie mussten auch im Mai einen massiven Auftragseinbruch hinnehmen. Die Bestellungen sanken im Vergleich zum Vorjahr um real 28 Prozent, wie der Branchenverband VDMA mitteilte. Bereits im April war der Auftragseingang um 31 Prozent zum Vorjahr geschrumpft.

Im Mai schrumpfte die Inlandsnachfrage um 23 Prozent, die Aufträge aus dem Ausland sanken um 31 Prozent.

Ein Mechaniker überprüft beim Turbinenhersteller MAN-Turbo die Schaufeln einer Turbine. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

(Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild)

11:14 Uhr

Airbus-Streichpläne tun Norddeutschland sehr weh

Arbeiter arbeiten im Airbus-Werk in der Endmontage für die Airbus A320-Familie. Foto: Christian Charisius/Archivbild

(Foto: Christian Charisius/dpa)

Der geplante Stellenabbau beim Flugzeugbauer Airbus trifft Norddeutschland hart. In Hamburg inklusive Buxtehude und Fuhlsbüttel sollen 2325 Stellen wegfallen, wie der MDax-Konzern mitteilte. In Bremen geht es demnach um 445, in Stade um 365 und an weiteren Standorten um 40 Stellen. Damit könnten im Norden 3175 Jobs gestrichen werden.

Nach NDR-Angaben hatte die Geschäftsführung bereits gestern mit den Betriebsräten an den deutschen Standorten über Details gesprochen. Arbeitsdirektor Marco Wagner habe dabei die Zahlen genannt. Wagner sprach dabei dem Sender zufolge von der schwersten Krise der Luftfahrtgeschichte. Kein Bereich bei Airbus werde verschont, so der Manager. Nach der Krise werde Airbus wahrscheinlich insgesamt ein kleineres Unternehmen sein.

Die Airbus-Aktie verbilligte sich kurz vor Mittag um 0,8 Prozent.

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10:53 Uhr

Deutsche Wirtschaft kämpft sich zurück - noch kein Wachstum

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(Foto: picture alliance/dpa)

Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich allmählich aus dem Corona-Tal heraus und kommt der Wachstumszone wieder näher. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Dienstleister und Industrie zusammen - stieg im Juni den zweiten Monat in Folge steil an und ließ damit das Rekordtief von April hinter sich. Auf Basis endgültiger Daten kletterte das Barometer auf nunmehr 47,0 Punkte von 32,3 im Mai. Die Vorabschätzung lag bei 45,8 Zählern.

Auch in Frankreich, Italien und der Eurozone stiegen die Indizes zum Teil kräftig an und lagen über den von Ökonomen prognostizierten Werten.

10:32 Uhr

Etwaiger Dax-Nachrücker für Wirecard bereits auf dem Radar

Wer könnte nach Wirecard in den Dax kommen? Aus derzeitiger Sicht wäre Delivery Hero der beste Nachrückkandidat. Das zeigt die neue Rangliste der Deutschen Börse für die Indizes. Wirecard liegen auf der Juni-Liste weit abgeschlagen auf einem Fast-Exit-Platz, also einem Patz für eine schnelle Herausnahme. Alle anderen Aufstiegskandidaten wie Symrise, Zalando oder Sartorius verfehlen derzeit das Liquiditätskriterium.

Allerdings wird der Leitindex voraussichtlich erst im September auf Basis der Rangliste von Ende August verändert. Ganz ausgeschlossen ist eine frühere Änderung aber nicht. Die Börse überprüft wegen Wirecard derzeit die Indexregeln.

Delivery Hero
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10:09 Uhr

Galeria Karstadt Kaufhof schließt weniger Warenhäuser

Die angeschlagene Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof will nach Zugeständnissen der Vermieter sechs Filialen weniger schließen als ursprünglich geplant. Damit stehen noch 56 Warenhäuser vor dem Aus.

Für die Karstadt-Warenhäuser in Dortmund, Nürnberg Lorenzkirche, Goslar und Potsdam und die Kaufhof-Filialen in Chemnitz und Leverkusen gebe es jetzt wieder eine Zukunftsperspektive, teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung Miguel Müllenbach in einem Mitarbeiterbrief mit. Rund 750 Mitarbeiter behalten dadurch ihren Arbeitsplatz.

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09:49 Uhr

"Rückgrat der deutschen Wirtschaft kommt unter Druck"

Dem deutschen Automarkt droht 2020 das schwächste Autojahr seit 30 Jahren. Der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) erwartet "einen massiven Einbruch, der deutlich größer ist als in der Finanzkrise". ntv-Börsenexperte Frank Meyer schätzt die Lage ein.

09:31 Uhr

Horrorjahr für deutschen Automarkt erwartet

Dem deutschen Automarkt droht 2020 das schwächste Jahr seit 30 Jahren.

  • "Wir erleben einen massiven Einbruch, der deutlich größer ist als in der Finanzkrise", sagte Reinhard Zirpel, Präsident des Verbands der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), dem "Tagesspiegel".
  • "Wir erwarten, dass 2020 in Deutschland 2,8 Millionen Neuwagen zugelassen werden - ein Minus von über 20 Prozent zum Vorjahr."

Zuletzt wurden 1989 in Deutschland gut 2,8 Millionen neue Autos angemeldet. Kumuliert liege das Minus bis Ende Juni bei 35 Prozent. Die Erholung im zweiten Halbjahr müsse also sehr kräftig ausfallen, wenn es am Ende minus 20 Prozent sein sollen, sagte Zirpel weiter.

09:14 Uhr

Dax startet etwas fester - Schwarzes Schaf verzeichnet Plus

Dax
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An der Frankfurter Börse werden heute kleinere Brötchen gebacken. Der Dax stieg mit einem Mini-Plus von 0,1 Prozent auf 12.628 Punkte in den Handel ein. MDax und TecDax stiegen um je 0,4 Prozent auf 26.732 beziehungsweise 3013 Zähler. Der EuroStoxx50 gewann 0,1 Prozent auf 3323 Punkte.

Weiterhin beunruhigen die Zahl der Neuinfektionen in den USA und die Nachrichten über den schrittweisen Lockdown in einigen US-Bundesstaaten, während die US-Arbeitsmarktdaten am Vortag auf einen schnelle Konjunkturerholung hoffen ließen. Gute Nachrichten gab es über Nacht erneut aus Asien, dort kam es an den Börsen zu Kurszuwächsen. An der New Yorker Wall Street wird heute wegen eines Feiertags nicht gehandelt.

Und was macht das schwarze Dax-Schaf? Wirecard verteuerten sich nach dem gestrigen Abschlag um 11 Prozent auf 3,44 Euro. Den zweithöchsten Zuwachs im Dax verzeichneten Heidelbergcement mit plus 2,4 Prozent.

08:52 Uhr

Tesla-Aktie kennt kein Halten mehr - Rekordjagd hält an

Die Aktien von Tesla eilen von einem Rekordhoch zum nächsten. Nach einem 8-prozentigen Aufschlag im regulären Geschäft ging gestern nach der Schlussglocke in New York um weitere 0,4 Prozent auf 1213,54 US-Dollar nach oben.

Auslöser für die Aufschläge waren diesmal besser als erwartet ausgefallene Zweitquartalsumsätze. Es war das dritte Allzeithoch in den vergangenen vier Sitzungen.

Tesla Motors (USD)
Tesla Motors (USD) 1.452,71

08:32 Uhr

Dickes Plus in China, leichter Zugewinn in Japan

Starke chinesische Konjunkturdaten haben den Börsen im Reich der Mitte zu erneuten verholfen. Die Börse Shanghai stieg zum Wochenausklang um bis zu 1,5 Prozent und notierte mit 3137 Punkten auf dem höchsten Stand seit mehr als einem Jahr. Der Index für die Börsen Shanghai und Shenzhen erreichte sogar ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 4388 Zählern.

Japans Nikkei hinkte hinterher und gewann lediglich 0,4 Prozent auf 22.238 Stellen. Hier dämpften die steigenden Coronavirus-Infektionszahlen im Großraum Tokio die Kauflaune.

08:25 Uhr

Wachsende Corona-Ängste drücken Ölpreise

Brent Rohöl
Brent Rohöl 44,77

Die steigenden Coronavirus-Infektionszahlen haben die Anleger an den Ölmärkten nervös gemacht. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich am Morgen um 1,2 Prozent auf 42,64 US-Dollar je Barrel. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich um 1,1 Prozent auf 40,32 Dollar.

  • "Der Markt ist zunehmend zuversichtlich geworden, dass die Lockerung der Beschränkungen für Reisen und das Geschäftsleben die Nachfrage treibt", kommentierten die Analysten der ANZ Bank.
  • "Der Verlauf der Pandemie gefährdet diese Erholung allerdings."
07:45 Uhr

Dax soll Wochenausklang niedriger starten

Zum Abschluss der Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge heute niedriger starten. Am Donnerstag hatte er dank Fortschritten bei der Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs und starken US-Arbeitsmarktdaten 2,8 Prozent im Plus bei 12.608,46 Punkten geschlossen.

Dax
Dax 12.683,75

Börsianer rechnen mit einem ruhigen Wochenausklang, weil die Wall Street wegen des anstehenden US-Unabhängigkeitstages geschlossen bleibt. Zu den wenigen Konjunkturdaten auf dem Terminkalender zählt das Barometer für die Stimmung der deutschen Einkaufsmanager.

07:28 Uhr

Deutscher Automarkt erneut eingebrochen

Der Automarkt in Deutschland ist dem Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) zufolge weiter eingebrochen. Im Juni seien mit 220.000 Neuwagen 40 Prozent weniger Pkw zugelassen worden als im Vorjahresmonat, sagte VDIK-Präsident Reinhard Zirpel dem Fachdienst "Tagesspiegel Background". Das Autojahr 2020 werde wegen der Coronavirus-Krise das schwächste seit 30 Jahren. "Wir erleben einen massiven Einbruch, der deutlich größer ist als in der Finanzkrise", sagte Zirpel. Der Verband rechne für dieses Jahr mit der Zulassung von 2,8 Millionen Neuwagen in Deutschland. Das sei ein Minus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zuletzt seien 1989 in Deutschland gut 2,8 Millionen Autos angemeldet worden. Dies sei aber eine optimistische Prognose.

"Kumuliert liegt das Minus bis Ende Juni bei 35 Prozent. Die Erholung im zweiten Halbjahr muss also sehr kräftig ausfallen, wenn es am Ende minus 20 Prozent sein sollen", sagte Zirpel. Die Nachfrage nach Elektroautos sei dennoch gestiegen. Der VDIK rechne für das erste Halbjahr mit mehr als 90.000 neu zugelassenen Elektrofahrzeugen. Das sei ein Zuwachs von etwa 90 Prozent. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) veröffentlicht am Freitag die Zulassungszahlen für den Monat Juni.

06:56 Uhr

Asiens Börsen nehmen Konjunkturaufschwung mit

Konjunkturdaten aus China und den USA haben Asiens Anleger heute bei Aktien zugreifen lassen. In Tokio kletterte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 0,3 Prozent auf 22.220 Punkte. Die Börse in Shanghai gewann 0,9 Prozent und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen 0,6 Prozent. Der Arbeitsmarktbericht in den USA für Juni fiel besser aus als erwartet. In China wuchs die Dienstleistungsbranche im Juni so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Nikkei
Nikkei 22.329,94

Im asiatischen Devisenhandel blieb der Dollar fast unverändert bei 107,46 Yen und stagnierte bei 7,0661 Yuan. Zur Schweizer Währung notierte er kaum verändert bei 0,9454 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1245 Dollar und zog um 0,1 Prozent auf 1,0632 Franken an. Das Pfund Sterling stagnierte bei 1,2463 Dollar.

06:24 Uhr

Airline TAP wird wieder verstaatlicht

Die portugiesische Fluggesellschaft TAP wird wieder verstaatlicht. Die Regierung in Lissabon teilte mit, dass sie 55 Millionen Euro in die durch die Corona-Krise schwer angeschlagene Airline investieren werde. Der Anteil des Staates an dem Unternehmen steigt damit von derzeit 50 auf 72,5 Prozent. TAP war erst vor fünf Jahren teilprivatisiert worden.

Die Regierung habe interveniert, um den "Kollaps" der Fluglinie zu verhindern, erklärte Finanzminister João Leão. TAP sei von "enormer strategischer Bedeutung für das Land". Die Airline spielt eine Schlüsselrolle in dem für Portugal wichtigen Tourismussektor. Nach Regierungsangaben kommen fast 90 Prozent der ausländischen Touristen mit dem Flugzeug ins Land - und von diesen Flugreisenden die Hälfte mit TAP.