Freitag, 07. August 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:39 Uhr

US-Jobdaten hieven Dax hoch - rund 350 Punkte Wochengewinn

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Die US-Arbeitsmarktdaten waren es heute, die für eine bessere Stimmung am deutschen Aktienmarkt sorgten. Die US-Wirtschaft hat im Juli 1,76 Millionen neue Stellen geschaffen und damit deutlich mehr als die erwarteten 1,48 Millionen. Auch ging die Arbeitslosenquote auf 10,2 Prozent zurück - hier lag die Erwartung bei 10,6 Prozent. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass der US-Arbeitsmarkt trotz der freundlichen Entwicklung noch weit vom Vorkrisenniveau entfernt ist.

So ging der Dax nach einer stundenlangen Phase mit Verlust doch noch fester ins Wochenende, er legte um 0,7 Prozent auf 12.675 Punkte zu. Damit machte der Leitindex in dieser Woche rund 350 Punkte gut. Der MDax gewann 1,3 Prozent auf 27.142 Zähler, der TecDax 2,0 Prozent auf 3057 Stellen. Der EuroStoxx50 notierte 0,2 Prozent höher bei 3248 Punkten.

Auf Unternehmensseite war es dagegen nach einer Rekordwoche mit Quartalszahlen ruhig. Im Blick standen Deutsche Telekom: Hier ging es um 2,7 Prozent nach oben dank der guten Entwicklung bei der US-Tochter T-Mobile US. Stark präsentierten sich auch Infineon mit plus 2,4 Prozent. Dax-Loser des Tages waren Wirecard mit minus 3,2 Prozent auf 1,80 Euro. Aber das ist eigentlich nur noch eine Randnotiz.

17:10 Uhr

Aufsichtsräte fordern wegen Wirecard strengere Börsen-Regeln

Die Deutsche Börse soll nach dem Willen der Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland (VARD) stärker in die Pflicht genommen werden, um Skandale wie bei Wirecard zu verhindern.

  • "Wir haben es mit einem Systemversagen zu tun", sagte der VARD-Vorstandsvorsitzende Peter Dehnen dem "Spiegel". Das Vertrauen der Aktionäre in die Führung börsennotierter Unternehmen in Deutschland sei erschüttert.
  • "Bundesfinanzminister Olaf Scholz sollte jetzt mutige Leute an einen runden Tisch holen, um das deutsche Corporate Governance System von Grund auf zu überarbeiten", so Dehnen.

Seinen Angaben zufolge muss die Deutsche Börse der starke Schiedsrichter sein. Sie müsse Regeln für gute Unternehmensführung in ihre Zulassungsbedingungen einbeziehen und kontrollieren, ob sie eingehalten werden. Sei das nicht der Fall, könne sie "Bußgelder gegen Unternehmen verhängen, sie aus ihren Indizes rausschmeißen oder ganz von der Börse verbannen".

16:49 Uhr

Tausende Mitarbeiter verlassen freiwillig British Airways

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(Foto: picture alliance/dpa)

Angesichts drohender Massenentlassungen haben sich mehr als 6000 Beschäftigte der Fluggesellschaft British Airways entschieden, freiwillig aus dem von der Corona-Krise schwer getroffenen Unternehmen auszuscheiden. Die Mitarbeiter hätten sich bis zu einer am Montag abgelaufenen Frist für diesen Schritt entschieden, erklärte ein Sprecher von British Airways. Darunter seien vor allem Flugbegleiter, Ingenieure und Bodenpersonal.

Die Airline plant in der Corona-Krise die Streichung von insgesamt 12.000 Stellen. Ab heute sollen die verbliebenen Mitarbeiter in Briefen von der Unternehmensspitze erfahren, ob sie entlassen werden oder zu mitunter schlechteren Konditionen ihren Job behalten.

16:27 Uhr

Marktstrategie in der Corona-Krise: Wann soll ich einsteigen?

Die letzten Monate waren für die Börse ein wahrer Parforce-Ritt. Das macht es für Anleger nicht unbedingt einfach, den richtigen Zeitpunkt zum Einstieg zu finden. Wer nicht ständig versuchen will, den idealen Zeitpunkt zu finden, für den könnten Discountzertifikate möglicherweise eine Lösung sein. Denn die bieten einen begrenzten Kurspuffer, auch wenn der Kurs nach dem Einstieg noch fallen sollte. Wie weit diese Sicherung greift und wie das überhaupt funktioniert, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Metin Simsek von der UBS.

16:06 Uhr

Trumps Tiktok-Verbot und US-Jobdaten belasten Wall Street

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(Foto: REUTERS)

Das Vorgehen von US-Präsident Donald Trump gegen den Kurzvideo-Dienst Tiktok und ein langsamerer Jobaufbau im Juli schlägt den US-Anlegern zum Wochenschluss auf die Stimmung. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete 0,4 Prozent schwächer bei 27.296 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,3 Prozent nach auf 3340 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank ebenfalls um 0,3 Prozent auf 11.077 Punkte.

Die US-Wirtschaft schuf im Juli zwar 1,76 Millionen neue Jobs, mehr als Experten erwartet hatten. Im Juni waren es aber noch 4,8 Millionen - und bis der Corona-Einbruch wieder wettgemacht ist, fehlen immer noch viele Millionen Stellen. Demokraten und die US-Regierung ringen um ein weiteres Hilfspaket, nachdem einige Corona-Hilfen ausgelaufen sind oder am Freitag zum letzten Mal gezahlt werden. Bislang liegen die Positionen jedoch noch weit auseinander.

Technologieaktien gerieten nach dem Vorgehen Trumps gegen Tiktok unter Druck. Tencent-Aktien fielen in Asien um 10 Prozent, die in New York gelisteten Titel von Tencent Music Entertainment gaben knapp 4 Prozent nach. Microsoft-Papiere sanken um 0,9 Prozent. Der Softwarekonzern hat Interesse am Kauf des US-Geschäfts von Tiktok angemeldet.

Die Papiere von Goldman Sachs notierten 0,4 Prozent schwächer. Der 3,9 Milliarden Dollar schwere Vergleich in der Korruptionsaffäre beim malaysischen Staatsfonds 1MDB drückt das Ergebnis der Großbank. Statt des ursprünglich ausgewiesenen Gewinns von 2,25 Milliarden Dollar blieb im zweiten Quartal nur noch ein Überschuss von 197 Millionen übrig.

15:59 Uhr

Bei Audi geht es wieder aufwärts

Die Mienen hellen sich in Ingolstadt wieder auf: Audi hat im Juli trotz der Corona-Krise weltweit mehr Autos verkauft als vor einem Jahr. Vertriebschefin Hildegard Wortmann sagte der "Heilbronner Stimme", der Absatz sei um 3 Prozent auf mehr als 160.000 Fahrzeuge gestiegen.

Im zweiten Quartal waren die Verkäufe bei der VW-Tochter um fast ein Viertel eingebrochen auf 354.000 Autos - vor allem wegen der coronabedingten Schließung von Werken und Autohäusern in Europa. In China dagegen legten die Verkäufe um fast ein Viertel zu. Zwischen April und Juni wurde jeder zweite Audi in der Volksrepublik verkauft.

Beim weltweiten Absatz ist Audi in den vergangenen Jahren hinter die Konkurrenten Mercedes und BMW zurückgefallen.

15:39 Uhr

Goldman korrigiert wegen korruptem Fonds Q2-Zahlen nach unten

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Das ist eine nicht alltägliche Aktion: Nach einem milliardenschweren Vergleich wegen ihrer Arbeit für den korrupten Investmentfonds 1MBD in Malaysia muss die US-Großbank Goldman Sachs ihr Ergebnis für das zweite Quartal drastisch nach unten korrigieren. Das Geldinstitut hat laut einer Mitteilung weitere Rechtsrückstellungen in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar gebucht, was den Gewinn im zweiten Quartal um diesen Betrag auf 373 Millionen Dollar schmälert.

Goldman Sachs hat mit der malaysischen Regierung einen Vergleich in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar ausgehandelt, um die Ermittlungen zu beenden. Ein Großteil der neuen Rückstellungen wird voraussichtlich als Strafzahlung an das US-Justizministerium gehen, um die Anschuldigungen im Zusammenhang mit 1MDB aus der Welt zu schaffen.

15:23 Uhr

Wirecard-Aktie ist weitere Cent billiger

Man muss nicht, aber man kann: Der neue Bericht über die Machenschaften zu Wirecard animiert zum Blick auf die für den Dax völlig unwichtige Aktie des Zahlungsdienstleisters. Das Papier mutierte am Nachmittag zum größten Verlierer im Leitindex: minus 6 Prozent auf nunmehr 1,75 Euro.

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15:05 Uhr

Corona erwischt auch Uber

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(Foto: dpa)

Der US-Fahrdienstvermittler Uber hat wegen der Corona-Krise im zweiten Quartal einen Verlust von 1,8 Milliarden Dollar verzeichnet. Die Umsätze seien von April bis Juni um insgesamt 29 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 2,2 Milliarden gefallen, teilte das Unternehmen mit. Von der Pandemie war demnach vor allem das Fahrangebot betroffen.

Die Buchungen von Uber-Fahrten seien wegen der Corona-Einschränkungen weltweit um 75 Prozent eingebrochen, erklärte das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen San Francisco. Die Umsätze in dieser Sparte gingen demnach im zweiten Quartal um 67 Prozent zurück.

Dagegen boomte der Lebensmittellieferdienst des Unternehmens, Uber Eats. Dort hätten sich die Einnahmen auf 1,2 Milliarden Dollar verdoppelt und die Umsätze der Fahrangebote übertroffen, teilte das Unternehmen mit.

14:44 Uhr

Lage auf US-Jobmarkt besser als erwartet - Dax steigt

Ermutigende Nachrichten aus den Vereinigten Staaten: Der dortige Arbeitsmarkt hat sich im Juli etwas stärker erholt als gedacht. Es wurden 1,763 Millionen Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen, wie die Regierung in Washington mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit 1,6 Millionen gerechnet. Die in einer getrennten Umfrage ermittelte Arbeitslosenquote fiel auf 10,2 Prozent. Hier war nur ein Rückgang auf 10,6 Prozent erwartet worden nach 11,1 Prozent im Juni.

Damit macht der Arbeitsmarkt wieder Boden gut nach den Entlassungswellen, die in der Corona-Krise im Frühjahr Vollbeschäftigung in Massenarbeitslosigkeit umschlagen ließen.

Die deutschen Aktienindizes machten nach dieser Nachricht wieder einen Schwenk in den positiven Bereich. Der Dax gewann 0,4 Prozent auf 12.647 Punkte. MDax und TecDax legten um 0,9 beziehungsweise 1,6 Prozent zu. Der EuroStoxx50 vermehrte sich um 0,2 Prozent auf 3246 Punkte.

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(Foto: dpa)

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14:27 Uhr

Noch viel größere kriminelle Energie bei Wirecard?

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(Foto: dpa)

Wirecard und keine Ende: Der Bilanzskandal um den Zahlungsdienstleister könnte sich noch ausweiten. Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" hat sich der insolvente Dax-Konzern im ersten Halbjahr 2020 noch einmal 800 Millionen Euro zusätzlich von seinem Bankkonsortium besorgt. Das Blatt beruft sich auf interne Unterlagen. Gleichzeitig habe Wirecard besonders viel Geld verbraucht, weit mehr als sonst. Aus Aschheim heißt es, die Konten seien leer gewesen, als die AG im Juni Insolvenz anmeldete.

In Wirecard-Kreisen ist laut SZ von mehreren Hundert Millionen Euro die Rede, die in den vergangenen Monaten zusätzlich als Kredite von Wirecard an nahestehende Firmen abgeflossen seien. Darunter sollen auch weitere Kredite für jene Firmen in Asien gewesen sein, die zusammen mit dem flüchtigen Ex-Vorstand Jan Marsalek und Ex-Konzernchef Markus Braun im Zentrum des Skandals stehen.

Damit gebe es einen weiteren schwerwiegenden Verdacht: Vor der Pleite könnten gezielt hohe Millionenbeträge beiseite geschafft worden sein. Dieser Spur geht auch die im Fall Wirecard wegen Betrugsverdachts und anderer Vorwürfe ermittelnde Staatsanwaltschaft München I nach.

13:50 Uhr

Corona-Krise lässt viele Süßwarenhersteller leiden

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(Foto: picture alliance/dpa)

Die Corona-Krise ist auch für viele deutsche Süßwarenhersteller eine bittere Zeit. Bei einer Umfrage des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) klagten 56 Prozent der Unternehmen über Umsatzrückgänge im ersten Halbjahr, 62 Prozent über eine verschlechterte Auftragslage und sogar 65 Prozent über sinkende Gewinne.

Besonders schlecht liefen die Geschäfte der Umfrage zufolge im Export. Rund zwei Drittel (67 Prozent) der meist mittelständischen Süßwarenhersteller berichteten von Umsatzrückgängen im Auslandsgeschäft.

Angesichts der anhaltenden Probleme in wichtigen Vertriebskanälen wie den Kauf- und Warenhäusern, an Bahnhöfen, auf Flughäfen, in Süßwarenfachgeschäften sowie in Freizeiteinrichtungen, Kinos und auf Volksfesten sind auch die Geschäftsaussichten im zweiten Halbjahr nach Einschätzung von fast zwei Drittel (64 Prozent) der befragten Unternehmen schlechter als im Vorjahr.

13:29 Uhr

Corona bremst Autozulieferer ZF aus

Die Auswirkungen der Corona-Krise haben für deutliche Verluste beim Autozulieferer ZF gesorgt. Das bereinigte operative Minus (Ebit) der Friedrichshafener belief sich auf 177 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern noch bei rund 650 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Verlust von 911 Millionen Euro. Auch beim Umsatz musste der Konzern Einbußen hinnehmen: Im ersten Halbjahr lagen die Erlöse bei 13,5 Milliarden Euro - rund 27 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2019.

Beim Ausblick bleibt der Autozulieferer verhalten. Die Lage der Weltwirtschaft bleibe angespannt, sagte Vorstandschef Wolf-Henning Scheider. "Wir erwarten keine Erholung des Marktes auf das Niveau von 2019 in den nächsten drei Jahren."

Das Logo des Autozulieferers ZF ist auf silbernes Metall geprägt. Foto: Felix Kästle/dpa/Archivbild

(Foto: Felix Kästle/dpa/Archivbild)

13:10 Uhr

Saturn-Mutter sucht neuen Chef

Beim Mutterkonzern der Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn, Ceconomy, steht Insidern zufolge ein Chef-Wechsel ins Haus. Der im Oktober auslaufende Vertrag von Interims-Chef Bernhard Düttmann sei noch nicht verlängert worden, hieß es. Auf Druck der Eigner werde ein neuer Chef gesucht.

Die Chefsuche fällt mitten in den Umbau der Ketten, die bereits vor der Corona-Pandemie in die Krise geschlittert waren. Die Folgen der Pandemie mit den vorübergehenden Schließungen von Märkten hatten die Probleme noch einmal verschärft. Ceconomy prüft aktuell einen weiteren Umbau hin zu einer konzernweit einheitlichen Organisationsstruktur. Vor allem im Ausland könnten die Pläne zu einem Abbau von bis zu 3500 der über 47.000 Vollzeitstellen führen. Der Aufsichtsrat muss aber noch in der kommenden Woche über die Pläne beraten.

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(Foto: imago/Manfred Segerer)

12:46 Uhr

Rote Vorzeichen an der Wall Street

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(Foto: imago images/Levine-Roberts)

Die Stimmung an der Wall Street ist vor Veröffentlichung des wichtigen Arbeitsmarktberichts gedrückt. Der Aktienterminmarkt suggeriert einen etwas leichteren Handelsbeginn am Kassamarkt. Nach einer herben Enttäuschung des ADP-Arbeitsmarktberichts hatten die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten am Vortag zwar positiv überrascht, gleichwohl waren die Daten alles andere als gut. Anleger sind daher mit Blick auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht für Juli, der noch vor der Startglocke veröffentlicht wird, nervös. Einen positiven Stimmungsumschwung halten Beobachter nur bei sehr positiven Daten für wahrscheinlich.

Denn zwei Belastungsfaktoren bleiben: Zum einen wird es immer unwahrscheinlicher, dass sich die US-Politik bis zum selbsterklärten Fristende heute auf eine Verlängerung der Corona-Hilfen in den USA verständigt. Zum anderen kann von der erhofften Entspannung im US-chinesischen Dauerzwist keine Rede sein. US-Präsident Donald Trump hat den Druck auf den chinesischen Inhaberkonzern der App Tiktok zum Verkauf der populären Videoplattform an ein US-Unternehmen massiv erhöht. Trump unterzeichnete ein Dekret, das auf ein Verbot von Tiktok in anderthalb Monaten hinausläuft, sollte die Plattform bis dahin nicht verkauft werden. Auch andere chinesische Plattformen sind betroffen.

12:02 Uhr

Investor ausgestiegen - Rolls-Royce-Aktie unter Druck

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Bergab ist es am Vormittag für den Aktienkurs von Rolls-Royce gegangen - das Papier verbilligte sich um 2,5 Prozent. Als belastend wurde im Handel gewertet, dass der aktivistische US-Investor ValueAct einem Bericht der "Financial Times" zufolge ausgestiegen sei.

Dieser soll im Bereich von 250 bis 350 Pence je Aktie seine 4,5-Prozent-Beteiligung seit April verkauft haben, während er die Stücke 2015 zu Kursen von 480 bis 980 Pence eingesammelt habe.

11:48 Uhr

Dax bei lustlosem Handel leicht im Minus

Vor den US-Arbeitsmarktdaten haben die Anleger in Deutschland erst einmal abgewartet. Der Dax gab am Mittag um 0,3 Prozent auf 12.551 Punkte nach, damit steuert der Leitindex dank des starken Montags aber auf ein Wochenplus zu. Der EuroStoxx50 notierte 0,4 Prozent tiefer bei 3227 Stellen.

Im Dax wurden Deutsche Telekom von den Zahlen der Tochter T-Mobile US um 2,4 Prozent nach oben getrieben. Mit 1,3 Prozent unter den Dax-Gewinnern waren auch Siemens. Hier sieht die Commerzbank mit einem neuen Ziel von 148 Euro nun so viel Kurspotenzial wie kaum ein anderes Analysehaus. Am Dax-Ende befanden sich MTU mit minus 3,6 Prozent.

11:22 Uhr

Türkische Lira bereitet Sorge

Die türkische Lira ist weiter auf Sinkflug geblieben und fällt mit 7,3545 auf ein Rekordtief zum US-Dollar gefallen. Seit Jahresauftakt hat die türkische Währung damit rund ein Fünftel an Wert verloren.

Die Notenbank kündigten, die Offenmarktoperationen zu halbieren, wodurch die Menge an billigem Geld sinkt. Geldmarkthändler wetten inzwischen auf eine Zinserhöhung, obwohl Präsident Recep Tayyip Erdogan das ablehnt. Insidern zufolge stellte Notenbankchef Murat Uysal in Aussicht, dass sich die Ausleihgebühren erhöhten, ließ aber ein mögliches Ausmaß offen.

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11:12 Uhr

Eigner der New York Börse kauft Hypothekenfirma

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(Foto: dpa)

Spektakulärer Zukauf in den USA: Der Mutterkonzern der New Yorker Börse wettet mit einer Milliardenübernahme auf die zunehmende Automatisierung der Eigenheimfinanzierung. Intercontinental Exchange (ICE) legte 11 Milliarden Dollar für die Hypotheken-Plattform Ellie Mae auf den Tisch. Für den Verkäufer Thoma Bravo ist der Deal ein gutes Geschäft: Der Finanzinvestor hatte Ellie Mae erst vor 18 Monaten für 3,7 Milliarden Dollar übernommen.

ICE-Chef Jeffrey Sprecher verteidigte den hohen Kaufpreis und sprach von einer "einmaligen Gelegenheit". Die Corona-Pandemie befeuere die Digitalisierung des Hypotheken-Geschäfts. Viele Schritte, die bei dem Kauf von Häusern oder der Refinanzierung von Eigenheimen erforderlich seien, könne man in der Pandemie nicht vor Ort erledigen. Davon profitiere Ellie Mae.

Da die Milliardenübernahme die Verschuldung von ICE in die Höhe treibt, muss der Konzern seine Aktienrückkäufe bis zum zweiten Halbjahr 2022 aussetzen. Den Großteil des Kaufpreises zahlt das Unternehmen in bar, 16 Prozent erhält Thoma Bravo in neuen ICE-Aktien. Die Übernahme soll bis Ende 2020 über die Bühne gehen

10:48 Uhr

Immobilienkonzern LEG verdient deutlich mehr

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Höhere Mieten und Zukäufe haben den Immobilienkonzern LEG wachsen lassen. Im zweiten Quartal stieg der operative Gewinn aus dem laufenden Geschäft (FFO1) im Jahresvergleich um 16,6 Prozent auf 100,6 Millionen Euro, wie das MDax-Unternehmen mitteilte.

  • "Wir sehen uns klar auf Kurs, die für 2020 gesteckten Ziele zu erreichen", sagte LEG-Chef Lars von Lackum.

Die für Immobilienunternehmen wichtige Kenngröße FFO gibt an, wie viel Geld aus dem laufenden Geschäft nach Abzug vor allem von Zinszahlungen und Steuern verbleibt. Der FFO ergibt sich im Kern aus dem Überschuss plus Abschreibungen auf Immobilien und abzüglich von Veräußerungsgewinnen.

Die LEG-Aktie verteuerte sich am Vormittag um 1,3 Prozent.

10:25 Uhr

Falschgeldzahlen gestiegen - Kriminelle mögen 50-Euro-Schein

Nachgemachte Geldscheine als Spielgeld oder Filmrequisite - sogenanntes "Movie Money" - haben die Falschgeldzahlen in Deutschland nach oben getrieben. Im ersten Halbjahr 2020 zogen Polizei, Handel und Banken gut 34.100 Blüten aus dem Verkehr. Das waren 24 Prozent mehr als im zweiten Halbjahr 2019, wie die Deutsche Bundesbank berichtete.

Gestiegen sei insbesondere die Zahl der 10- und 20-Euro-Fälschungen. Dabei handele es sich vor allem um einfache Druckfälschungen ohne Sicherheitsmerkmale, erläuterte Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann. Der Anteil der gefälschten Zehner und Zwanziger am Gesamtaufkommen der Blüten stieg von 34 Prozent im zweiten Halbjahr 2019 auf nun 46 Prozent. Bereinigt um "Movie Money" wurden insgesamt rund 23.300 gefälschte Banknoten registriert.

Nach wie vor beliebt bei Kriminellen ist der 50-Euro-Schein, mit einem Anteil von 40 Prozent an allen Blüten in den ersten sechs Monaten.

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(Foto: picture alliance/dpa)

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10:05 Uhr

Zweifel an nachhaltiger V-Erholung

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(Foto: picture alliance/dpa)

Aus der V-Erholung der deutschen Wirtschaft wird wohl nichts. Zwar gebe es starken Daten zu Auftragseingang, Produktion und Exporten, sagte ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski. Er zweifelt jedoch an der Nachhaltigkeit der Entwicklung.

  • "Mit all den Risiken eines zweiten Lockdowns, einem Anstieg der Arbeitslosigkeit und strukturellen Veränderungen der Wirtschaft, die von Covid-19 ausgehen, ist es jedoch sehr unwahrscheinlich, dass dieses V lange andauern wird."

Die deutsche Industrie habe sich bereits in den zwei Jahren vor Beginn der Corona-Krise auf einem schwierigen Weg befunden. Brzeski erinnerte an die Serie von Problemen in der Automobilindustrie, an die niedrigen Wasserstände der großen Flüsse sowie an die Auswirkungen der globalen Handelsspannungen.

09:49 Uhr

Frankreichs Industrie überrascht sehr positiv

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(Foto: picture alliance/dpa)

Ein dickes Ausrufezeichen hat die französische Industrie gesetzt. Ihre Produktion ist im Juni stark gestiegen und übertraf damit die Prognosen der Analysten. Die gesamte Industrieproduktion - bestehend aus der Produktion im verarbeitenden Gewerbe, im Energiesektor und im Baugewerbe - erhöhte sich um 12,7 Prozent gegenüber dem Vormonat. Ökonomen hatten nur einen Anstieg von 7,9 Prozent im Juni vorausgesagt.

Die Produktion des verarbeitenden Gewerbes - ohne Energie und Baugewerbe - stieg im Juni um 14,4 Prozent gegenüber dem Vormonat, wobei die Energieproduktion um 4,1 Prozent und das Baugewerbe um 12,0 Prozent zunahm.

Auch der produzierende Sektor Deutschlands hat im Juni seine Produktion stärker gesteigert als von Experten erwartet. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts erhöhte sich der Ausstoß gegenüber dem Vormonat um 8,9 Prozent. Volkswirte hatten nur einen Anstieg von 7,8 Prozent prognostiziert.

09:37 Uhr

Regere chinesische Exporttätigkeit erfreut BDI

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(Foto: picture alliance/dpa)

Chinas Exporte haben wie schon im Juni auch im Juli überraschend stark zugelegt. Sie stiegen nach Angaben der chinesischen Zollbehörden um 7,2 Prozent im Vorjahresvergleich - Analysten hatten mit einem Minus gerechnet. Der Anstieg war der stärkste seit Beginn des Jahres. Die Importe dagegen sanken leicht um 1,4 Prozent; hier hatten die Analysten einen Anstieg erwartet.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erklärte, die Stabilisierung des chinesischen Außenhandels setze wichtige Impulse für eine Erholung des Welthandels. Davon profitierten auch deutsche Unternehmen.

09:14 Uhr

Deutsche Wirtschaft berappelt sich - mehr Lkw auf den Autobahnen

Wie ist zu spüren, dass es mit der Wirtschaft wieder aufwärts geht? Richtig, am steigenden Lkw-Verkehr. In Deutschland hat die Zahl der Lastkraftwagen auf den Autobahnen weiter zugenommen. Die Fahrleistung der mautpflichtigen Lkw mit mindestens vier Achsen stieg von Juni auf Juli saisonbereinigt um 1,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit setzt sich der Trend der Vormonate fort.

Doch ist der Lkw-Verkehr noch nicht auf Vorkrisenniveau: Dies zeigt der Vergleich zum Februar - dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. Gegenüber diesem Monat lag die Lkw-Maut-Fahrleistung im Juli um 4,7 Prozent niedriger.

09:11 Uhr

Dax versucht Gang nach oben - kleines Plus

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Es ist bislang ein kleines Aufflackern: Der Dax ist mit einem kleinen Plus von 0,3 Prozent auf 12.616 Punkte in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Der MDax verlor dagegen 0,1 Prozent auf 26.765 Zähler. Der TecDax legte um 0,3 Prozent auf 3007 Stellen zu. Mit dem EuroStoxx50 ging es um 0,1 Prozent auf 3237 Punkte nach unten.

Die wachsende deutsche Exporttätigkeit wirkte stabilisierend auf die Kurse. Allerdings herrscht in Frankfurt weiter Vorsicht, denn der Tiktok-Streit zwischen den USA und China hat sich weiter verschärft. Zudem stehen für den frühen Nachmittag (MESZ) noch die US-Arbeitsmarktdaten für den Monat Juli an.

08:48 Uhr

Ölpreise sinken leicht - klares Plus auf Wochensicht

Mit den Ölpreisen ist es im frühen Handel etwas nach unten gegangen. Am Morgen kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent 44,88 US-Dollar, das waren 21 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Leichtölsorte WTI fiel um 23 Cent auf 41,72 Dollar.

Marktbeobachter sprachen von einem eher impulsarmen Handel kurz vor dem Wochenende. Auf Wochensicht ging es mit den Ölpreisen allerdings deutlich nach oben. Seit Montag hat sich US-Öl mehr als 4 Prozent verteuert.

08:25 Uhr

Deutsche Exporte wachsen im Rekordtempo

Die deutsche Wirtschaft hat ihre Ausfuhren im Juni deutlich gesteigert, womit sich die Erholung ausgehend von einem niedrigen Niveau beschleunigt hat. Die Exporteure verkauften kalender- und saisonbereinigt 14,9 Prozent mehr im Ausland als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist der stärkste Anstieg seit dem Beginn der Zeitreihe 1990. Ökonomen hatten ein Plus von 14,4 Prozent erwartet.

Im Mai war der Zuwachs mit 9,0 Prozent deutlich hinter dem erwarteten Anstieg von 13,5 Prozent zurückgeblieben. Im Vergleich zum Vorjahr lagen die Exporte im Juni um 9,4 Prozent niedriger, im Mai waren es 29,7 Prozent weniger gewesen.

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08:08 Uhr

Wie startet der Dax? Anleger blicken gen USA

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Der Dax wird heute Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Gestern war er bereits 0,5 Prozent schwächer bei 12.591,68 Punkten aus dem Handel gegangen.

Die Aufmerksamkeit der Investoren liegt vor allem auf den USA: Dort verhandeln Demokraten und US-Regierung über ein weiteres Corona-Hilfspaket. Die Zeit drängt: Eine zusätzliche landesweite Unterstützung der Menschen, die ihren Job verloren haben, ist bereits ausgelaufen, Geld für kleinere Unternehmen wird am Freitag zum letzten Mal gezahlt. In der Krise haben Dutzende Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz verloren. Am Nachmittag werden die Daten zum Arbeitsmarkt erwartet. Experten gehen davon aus, dass die Arbeitslosigkeit im Juli nur leicht gesunken ist.

07:36 Uhr

Türkische Lira stabilisiert sich nach Rekordtief

Euro / Türkische Lira
Euro / Türkische Lira 8,95

Am Devisenmarkt steht heute weiter die türkische Lira im Fokus: Nachdem die Währung im Handel mit dem Dollar und dem Euro am Donnerstag jeweils auf ein neues Rekordtief gefallen war, stabilisiert sich der Kurs am Morgen vorerst. Die türkische Notenbank hatte am Donnerstagnachmittag angekündigt, dass sie den starken Kursverlusten entgegenwirken wolle.

Der Kurs des Euro hingegen gibt im frühen Handel nach, nachdem er am Vortag mit dem US-Dollar den höchsten Stand seit gut zwei Jahren erreicht hatte. Am Morgen wird die Gemeinschaftswährung bei 1,1832 Dollar gehandelt und damit etwa einen halben Cent tiefer als am Vorabend. Marktbeobachter sprechen von einer Gegenbewegung kurz vor dem Wochenende. Bis zum Donnerstag hatte eine breitangelegte Dollar-Schwäche dem Euro Auftrieb verliehen.

07:06 Uhr

Uber fährt erneut Milliardenverlust ein

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Der weltgrößte Fahrdienst-Vermittler Uber hat inmitten der Corona-Krise einen weiteren hohen Verlust erlitten. Im zweiten Quartal fiel unterm Strich ein Minus von 1,8 Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) an, wie der Taxikonkurrent gestern nach US-Börsenschluss mitteilte. Wegen hoher Kosten für den großen Börsengang hatte das Unternehmen vor einem Jahr sogar noch deutlich mehr Miese gemacht.

Dennoch war das Quartal alles andere als positiv. Die Pandemie bremste das Fahrdienstgeschäft kräftig aus, insgesamt sanken die Erlöse um 29 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar. Der Essensbringdienst Uber Eats verbuchte dank hoher Nachfrage während des Lockdown zwar weiter starkes Wachstum, das konnte die Bilanz aber nicht retten.

06:35 Uhr

Trotz Corona - China überrascht mit Export-Wunder

Die chinesischen Exporte sind im Juli überraschend deutlich gestiegen. Sie kletterten zum Vorjahresmonat um 7,2 Prozent, wie aus heute veröffentlichten Zolldaten hervorging. Ökonomen hatten mit einem leichten Minus gerechnet. Die Importe gingen dagegen um 1,4 Prozent zurück. Hier hatten Experten eigentlich einen Anstieg erwartet.

Im Juni waren die chinesischen Exporte um 0,5 Prozent angezogen, die Importe sogar um 2,7 Prozent. Die Volksrepublik war als erstes von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Weil die Infektionszahlen seit Monaten niedrig sind, hat sich die Wirtschaft deutlich früher erholt als in anderen Ländern.

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Unterm Strich legte der chinesische Außenhandel damit um 3,4 Prozent auf einen Wert von rund 413 Milliarden US-Dollar zu. Zwar laufen die Geschäfte wieder an, seit Januar gerechnet muss China aber noch immer ein Minus beim Außenhandel von 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen.

(Foto: picture alliance/dpa)

06:00 Uhr

Japanische Börse gibt nach - Euro verliert in Fernost

Die japanischen Börsen zeigen sich heute etwas angeschlagen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index gibt um 0,64 Prozent auf 22.273 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix-Index sinkt um 0,23 Prozent auf 1546 Zähler. Marktteilnehmer führen das Minus auf enttäuschende Quartalsberichte und Prognosen von Unternehmen zurück.

Außerdem hielten sich viele Investoren vor den heute noch anstehenden US-Arbeitsmarktdaten zurück, die als wegweisend angesehen werden. Im Devisenhandel in Fernost verliert der Euro 0,41 Prozent an Wert und lag bei 1,1826 Dollar.