Freitag, 17. Juli 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer
18:02 Uhr

Dax landet dank Daimler im Plus

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Danke, Daimler!

imago images/7aktuell

Zum Auftakt der EU-Beratungen über den geplanten 750 Milliarden Euro schweren Aufbaufonds haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt zurückgehalten. Kursgewinne bei den Autowerten bescherten dem Dax aber immerhin ein kleines Plus von 0,3 Prozent auf 12.919. Die 13.000-Punkte-Marke blieb damit aber auch am letzten Handelstag der Woche unerreicht. Daimler-Aktien schlossen 4,4 Prozent höher. Die Rivalen BMW und Volkswagen gewannen 1,6 und 2,1 Prozent.

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Der EuroStoxx50 notierte unverändert bei 3365 Punkten. An den US-Börsen zeigten die Indizes derweil in unterschiedliche Richtungen.

In Brüssel versuchen sich die 27 EU-Staats- und Regierungschefs mit ungewissen Aussichten auf die Finanzen der Union bis 2027 zu einigen. "Die Chancen auf ein Abkommen stehen zwar deutlich besser als noch vor einigen Monaten", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Es gibt aber weiterhin zahlreiche Hürden, und die Verhandlungen könnten sich in die Länge ziehen."

Sorgen bereiteten den Anlegern auch die steigenden Coronavirus-Infektionen in den USA. Die regional wieder verschärften Pandemie-Beschränkungen drohten den Einzelhandel in den betroffenen US-Regionen zu lähmen, warnte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Eine gesunkene US-Verbraucherstimmung belastete den Markt nicht. Der Index der Verbraucherstimmung der Universität Michigan ist im Juli auf 73,2 gefallen - erwartet worden war ein Wert von 77,8.

Auch am Freitag ging der Wirecard-Krimi munter weiter. Wie es scheint, könnte der insolvente Zahlungsdienstleister nun doch schon vorzeitig im August aus dem Dax fliegen. Die Deutsche Börse zieht damit Konsequenzen aus der ersten Pleite eines der 30 Unternehmen im Dax überhaupt, die den Ruf ihres Aushängeschilds zu schädigen droht. Nach den geltenden Indexregeln würde Wirecard erst zum 21. September den Index verlassen - wegen der Insolvenz, aber auch wegen des auf nur noch 260 Millionen Euro eingebrochenen Börsenwerts.

Damit verabschiedet sich der Börsen-Tag für heute und für diese Woche. Die Kollegen von der Spät- und Nachtschicht sind inzwischen am Start. Sie werden Sie zuverlässig weiter informieren, also schauen Sie immer wieder vorbei! Zum Abschluss hier noch ein Beitrag unserer TV-Kollegen:

17:17 Uhr

Wall Street macht nach gutem Start die Biege

Die Hoffnung auf eine Konjunkturerholung hat die US-Börsen zum Wochenschluss anfangs gestützt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte startete 0,3 Prozent höher. Aber wie gewonnen, so zerronnen. Die Zeichen beim Dow stehen auf rot!

S&P 500
S&P 500 3.354,75

Auftrieb geben konjunkturstützende Maßnahmen, wie weitere Steuererleichterungen. Der US-Kongress will am Montag über das nächste Coronavirus-Hilfsgesetz beraten. "Es wird in den nächsten Wochen sehr chaotisch werden, da es bei den Republikanern und Demokraten hin- und hergeht", sagte David Bahnsen von der gleichnamigen Investmentgruppe. "Ich vermute, dass sie am Ende irgendwo in der Nähe von vielleicht anderthalb bis zwei Billionen Dollar von Steueranreizen landen werden."

Nach Vorlage von Geschäftszahlen geht es für Aktien des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock 2,9 Prozent aufwärts. Der Gewinn fiel besser aus als erwartet. Enttäuschung über die Prognosen für das weitere Wachstum setzt hingegen den Papieren von Netflix zu, die mehr als sechs Prozent abgeben. Nach dem Kundenzustrom in den ersten Monaten der Corona-Krise rechnet der Online-Videodienst nun mit geringeren Anstiegsraten.

15:13 Uhr

Neuer Schwung für Bullen-Markt in Sicht: Ob die Wall Street profitiert?

An der Wall Street deutet sich am letzten Handelstag der Woche ein etwas festerer Start an. Damit könnten sich die US-Börsen mit Wochenaufschlägen ins Wochenende verabschieden.

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Die Stimmung der Marktteilnehmer bewegt sich zwischen Hoffen und Bangen in der Coronakrise. Einerseits wächst die Hoffnung auf die baldige Verfügbarkeit eines Impfstoffes gegen Covid-19. Zu den jüngsten Erfolgsmeldungen gesellt sich nun eine weitere: Der britische Pharmakonzern Astrazeneca will am Montag Studienergebnisse für einen Impfstoff vorlegen.

Auch die Politik liefert etwas Unterstützung. Denn der Kongress könnte schon in der kommenden Woche neue Wirtschaftsstimuli beschließen - darunter eine Verlängerung von Hilfen für Arbeitslose. "Weitere fiskalische Stimuli könnten dem Bullenmarkt neuen Schwung verleihen, da die Aktien die gegenwärtige geldpolitische Unterstützung bereits eingepreist haben", sagt Marktanalyst Han Tan von FXTM.

Andererseits wird der Markt gebremst von der tatsächlichen Situation an der Corona-Front in den USA. Die zeigt, wie dringend die Entwicklung eines Impfstoffes ist: Denn die Zahl der Neuinfektionen in den USA hat einen weiteren Rekordwert erreicht. Wegen der Coronavirus-Pandemie riegeln die USA ihre Grenzen zu Mexiko und Kanada mindestens vier weitere Wochen ab. Außerdem gibt es neue Einschränkungen in einigen US-Bundesstaaten.

14:59 Uhr

Wirecard-Banken suchen vergeblich Käufer für Forderungen

Die Insolvenz von Wirecard trifft einige der Banken, die Kredite an den einstigen Überflieger unter den Fintechs vergeben haben, schwer. Einige der größten Geldhäuser Europas rechnen laut Insidern damit, dass sie nur gut 20 Prozent der insgesamt fast 2 Milliarden US-Dollar zurückbekommen, die Wirecard ihnen schuldet.

Wirecard
Wirecard 1,66

Derweil haben manche Banken, die ihren Teil der Kreditforderung abstoßen wollen, Schwierigkeiten, Käufer zu finden - selbst zu einem Preis von wenigen Cent pro Euro. Auch wenn der Insolvenzverwalter von Wirecard versucht, die Vermögenswerte des Unternehmens zu verkaufen, um Schulden zu begleichen. Die Probleme untermauern die Erwartungshaltung einiger Investoren, Investmentbanker und Restrukturierungsexperten, dass die Kreditgeber und andere Gläubiger des Zahlungsdienstleisters wahrscheinlich zu großen Teilen leer ausgehen werden.

14:35 Uhr

Corona-Geldwäsche: Italiens Mafia schnappt sich klamme Firmen

Auch Mafia-Organisationen gehen mit der Zeit ... In Italien nehmen sie in der Corona-Krise nun auch mittlere und große Unternehmen ins Visier, warnen die Ermittler der Anti-Mafia-Behörde DIA in ihrem Halbjahresbericht an das Parlament in Rom. Die Liquiditätskrise in großen Teilen der Wirtschaft des Mittelmeerlandes biete den kriminellen Banden die perfekte Möglichkeit, um illegale, etwa mit Drogen und Glücksspiel erworbene Gelder auf einfache Art und Weise in legale Kreisläufe einzuschleusen.

10-jährige italienische Staatsanleihen
10-jährige italienische Staatsanleihen 109,53

Mafia-Clans stellen dieses Geld demnach in Not geratenen Firmen zum Beispiel in Form von Krediten zur Verfügung. Längerfristig wollen die kriminellen Organisationen aus Italien offenbar auch international aktiv werden, geht aus dem Bericht hervor. Die Ermittler weisen darauf hin, dass Italiens Wirtschaft schon vor der Corona-Krise angeschlagen war. Die Veränderungen im Vorgehen der Mafia seien schon 2019 sichtbar geworden. Nun dürften sie sich beschleunigen, heißt es.

14:17 Uhr

Bahn und Lufthansa bauen Zusammenarbeit aus

Die Deutsche Bahn und die Lufthansa bauen ihre "Zug zum Flug"-Verbindungen aus.

Lufthansa
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Wer ab Frankfurt fliegt, kann nun auch von Hannover, Leipzig und Basel mit einer Buchung und Bordkarte direkt bis zum Flughafen-Bahnhof fahren, wie die beiden Unternehmen mitteilten. Damit ist dies jetzt von insgesamt 17 Städten aus direkt möglich.

Die Bahnfahrt ist dann günstiger als regulär gebucht. Zudem verfällt der Flug bei einer Zugverspätung nicht und kann umgebucht werden.

13:48 Uhr

Microsoft streicht Jobs - in unbekannter Höhe

Der weltgrößte Softwarekonzern hat seine Belegschaft rund um den Globus reduziert. Dass ein Konzern zum Start eines neuen Geschäftsjahres Neubewertungen vornehme, sei normal, sagte ein Firmensprecher. Angaben dazu, wo und wie viele Stellen abgebaut wurden, machte er nicht.

Microsoft
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Laut dem Portal Business Insider wurden diese Woche 1000 Jobs gestrichen - unter anderem beim Online-Nachrichtenportal MSN.com. Microsoft beschäftigt weit mehr als 100.000 Angestellte. Im dritten Geschäftsquartal hatte der Windows-Anbieter vor allem dank der hohen Nachfrage nach seiner Teams-Software die Erwartungen von Analysten übertroffen. Wegen der Schließung von Läden in der Corona-Krise verbuchte Microsoft im vierten Geschäftsquartal eine Abschreibung vor Steuern in Höhe von 450 Millionen Dollar. Details gibt der Konzern am 22. Juli bekannt.

13:29 Uhr

Ölpreise weiten Verluste aus

Die Ölpreise knüpfen an die Verluste vom Donnerstag an. Am Markt wird auf die Sorge verwiesen, dass sich die Konjunkturerholung in den USA angesichts der weiter um sich greifenden Corona-Pandemie abschwächen könnte.

Im Mittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 42,92 US-Dollar. Das waren 45 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 39 Cent auf 40,36 Dollar.

12:44 Uhr

Streaming-Platzhirsch Netflix enttäuscht - Aktie stürzt ab

Was ist bei Netflix los? Der Streaminganbieter hat am Vorabend zwar deutlich stärkere Neukundengewinne gemeldet, nachbörslich bricht die Aktie aber dennoch um bis zu 12 Prozent ein.

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Grund ist, dass Analysten auf einen stärkeren Gewinnsprung gehofft hatten, weil die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu einer verstärkten Nutzung von Streamingangeboten geführt hatten. Die Nutzerzahlen bei Netflix stiegen um rund 10,1 Millionen auf knapp 193 Millionen. Das Unternehmen warnte aber auch, dass sich der weitere Zuwachs bei den Abonnenten im Jahresverlauf nun abschwächen könnte. Die Streaming-Lust ihrer Kunden sei coronabedingt und nicht auf Dauer wiederholbar.

12:25 Uhr

Bußgeld für Freenet-Tochter Mobilcom

Wegen unerlaubter Telefonwerbung hat die Bundesnetzagentur ein Bußgeld gegen den Provider Mobilcom-Debitel verhängt. Das Tochterunternehmen von Freenet müsse 145.000 Euro zahlen, weil es Werbeanrufe ausgeführt habe, ohne dafür die Einwilligung der Kunden zu haben, teilte die Behörde mit.

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Freenet 15,21

"Mobilcom hat das Verbot unerlaubter Telefonwerbung wiederholt missachtet und Verbrauchern in großem Umfang ungewollte Vertragsabschlüsse unterstellt. Gegen solche Unternehmen verhängen wir hohe Bußgelder", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur Jochen Homann. Betroffene hätten von wiederholten Anrufen berichtet, obwohl sie diese untersagt hätten. Mobilcom habe in seinen Verträgen eine vorformulierte Werbezustimmung eingebaut. Nach rechtlichen Vorgaben müssen Unternehmen ein solches Einverständnis als klar für den Kunden erkennbar gestalten. Die Geldbuße gegen Mobilcom ist noch nicht rechtskräftig.

12:06 Uhr

Daimler räumt richtig ab - und alle Autotitel profitieren

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Sauber!

dpa

Die überraschend robuste Geschäftsentwicklung bei Daimler gibt der Autobranche Rückenwind und bewahrt den Dax damit auch vor Verlusten. Der deutsche Leitindex liegt am späten Vormittag 0,3 Prozent im Plus bei 12.922 Punkten. Auf Wochensicht zeichnet sich damit ein Plus von gut zwei Prozent ab. Der Index der mittelgroßen Werte MDax gibt 0,1 Prozent auf 27.019 Zähler nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 tritt auf der Stelle.

Zwar verbuchte Daimler im zweiten Quartal einen operativen Verlust von 1,7 Milliarden Euro, Analysten hatten jedoch mit einem noch höheren Minus gerechnet. Die Aktie übernimmt mit 4,5 Prozent Plus unangefochten die Dax-Spitze - gefolgt von BMW (+2,7%) und Volkswagen (+2,5%) und ihren Zulieferern Infineon (+2,6%) und Continental (+1,7%).

11:45 Uhr

Corona-Knick: Porsche kommt glimpflich davon

Der wochenlange Stillstand in den Autohäusern geht auch an den Verkaufszahlen bei Porsche nicht spurlos vorbei. Knapp 117.000 Fahrzeuge lieferte der Sportwagenbauer im ersten Halbjahr 2020 weltweit aus. Das waren zwölf Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Verglichen mit anderen Herstellern ist der Rückgang damit allerdings noch recht moderat.

Porsche SE
Porsche SE 51,60

Vor allem auf dem heimischen Markt büßte Porsche kräftig ein. In Deutschland gingen die Auslieferungen um 25 Prozent zurück. In Europa insgesamt lag das Minus bei 18 Prozent. In den USA, dem zweitgrößten Einzelmarkt, waren es 20 Prozent. "Ausschlaggebend war der Monat April, in dem nahezu alle Porsche-Zentren in diesen Märkten noch geschlossen hatten", sagte Vertriebsvorstand Detlev von Platen. "Hinzu kam ein sehr starkes zweites Quartal in 2019 als Vergleichszeitraum."

11:01 Uhr

Daimler tritt noch mehr auf die Sparbremse - jetzt 20.000 Jobs auf der Kippe

Der Autobauer Daimler will in den kommenden Jahren bis zu 20.000 Stellen abbauen. Das wurde der Deutschen Presse-Agentur aus Konzernkreisen bestätigt. Laut "Handelsblatt" sollen beim Personal zwei Milliarden Euro eingespart werden. Ursprünglich hatte der Vorstand Einsparungen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro angekündigt.

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Ein Sprecher des Gesamtbetriebsrats von Daimler sagte, die Gespräche mit dem Konzern gingen weiter und sie seien durchaus kontrovers. Wichtig sei, das bald Klarheit herrsche, damit die Mitarbeiter wüssten, woran sie seien. Aus der Konzernzentrale hieß es, spekulative Medienberichte wolle man nicht kommentieren. Allerdings hatte Personalvorstand Wilfried Porth bereits vergangenes Wochenende angekündigt, dass die bisher in der Öffentlichkeit diskutierten 10.000 oder gar 15.000 abzubauenden Stellen nicht genug seien. "Die neue Zahl ist auf jeden Fall größer als die beiden", sagte er. "Und die bräuchten wir, um betriebsbedingte Beendigungskündigungen zu verhindern."

10:55 Uhr

EZB: Ökonomen senken BIP-Prognose für 2020 weiter

Aus Sicht von Experten der EZB-Geldpolitik wird der Konjunktureinbruch im Euro-Raum wegen der Coronakrise in diesem Jahr heftiger ausfallen als bislang erwartet. Einer Erhebung der Europäischen Zentralbank (EZB) zufolge gehen die befragten Volkswirte nun davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2020 um 8,3 Prozent schrumpfen wird, wie die EZB in Frankfurt mitteilte. Im Mai hatten sie noch mit einem Minus von 5,5 Prozent gerechnet. Für 2021 erwarten die Ökonomen dann allerdings einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 5,7 Prozent. Im Mai hatten sie ein geringeres Plus von 4,3 Prozent prognostiziert.

10:34 Uhr

Auftragsbestand deutscher Industrie sinkt erneut

Der Auftragsbestand der deutschen Industrie ist im Mai erneut leicht zurückgegangen. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) verringerte er sich gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent, nachdem er sich im April um 1,1 Prozent verringert hatte.

Gleichwohl stieg die Reichweite der Auftragsbestände auf 6,0 (April: 5,9) Monate. Die Zahl gibt an, wie lange die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Bestellungen theoretisch produzieren müssten, um die vorhandene Nachfrage abzuarbeiten.

09:30 Uhr

13.000 Punkte rücken näher - Daimler startet durch

Zum Auftakt des EU-Gipfels über den geplanten 750 Milliarden Euro schweren Wiederaufbaufonds zur Überwindung der Coronavirus-Folgen tasten sich Anleger in den deutschen Aktienmarkt zurück. Der Dax legt zur Eröffnung am Freitag 0,3 Prozent auf 12.921 Punkte zu.

Eine rasche Einigung sei zwar nicht zu erwarten, sagt Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Die Staats- und Regierungschefs würden sich aber sicher am Ende zusammenraufen. "Europas Staaten sitzen in einem Boot. Der Druck zu Kompromissen ist eine Konstante, keine Variable."

Spitzenreiter im Dax ist am Morgen Daimler mit einem Kursplus von 4,2 Prozent. Das Quartalsergebnis des Autobauers ist besser ausgefallen als erwartet. Die Titel von Adva Optical legen sogar 8,6 Prozent zu. Der Netzwerk-Ausrüster steigerte den operativen Gewinn vorläufigen Berechnungen zufolge um 133 Prozent!

09:18 Uhr

Irres Chat-Protokoll des flüchtigen Ex-Wirecard-Vorstands enthüllt

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Dem "Handelsblatt" liegen vermeintlich private Textnachrichten des Ex-Wirecard-Vorstandes Jan Marsalek vor, die auch Aufschluss über seinen Aufenthaltsort geben könnten.

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Dem "Handelsblatt" liegen offenbar Chatprotokolle des flüchtigen Ex-Managers mit seinem Handy ab dem 5. Juni vor. Woher die Zeitung die Informationen hat, ist dem Artikel nicht zu entnehmen. 

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Laut "Handelsblatt" prahlt er in den Nachrichten mit Geheimdienstkontakten. An anderer Stelle antwortete er etwa auf die Frage, ob ihm bei der Einreise auf die Philippinen Corona-Quarantäne drohe: "Nicht bei meiner Reiseagentur." Am Vormittag des 18. Juni schreibt Marsalek: "Prepare for bad news. Und zwar wirklich schlechte News". Kurz darauf implodiert Wirecard. Marsalek wird erst freigestellt, dann entlassen. An diesem Tag wird er von Kollegen das letzte Mal gesehen. Am 20. Juni schreibt er noch, er wolle "heute in die Berge… Hoffe, es ist für euch o.k., wenn wir uns erst mal irgendwo verkriechen…"

Zu seiner eigenen Schuld schrieb der flüchtige Manager dem Blatt zufolge: "Also einer muss schuld sein - und ich qualifiziere mich ganz ausgezeichnet dafür. (Zwinker-Smiley)" Er sei aktuell zwar schwer erreichbar, aber: "Ich dementiere die Vorwürfe auch nicht."

08:57 Uhr

Daimler startet besser als erwartet

Daimler
Daimler 40,66

Besser als erwartet ausgefallene Quartalsergebnisse hieven Daimler an die Spitze des Dax. Die Aktien des Autobauers steigen vorbörslich um 1,3 Prozent. "In den vergangenen Tagen kursierten aber schon Gerüchte über starke Zahlen", sagt ein Börsianer. Daher falle das Kursplus relativ gering aus.

08:45 Uhr

Ölpreise geben etwas nach

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 44,77

Die Ölpreise haben ihre leichten Verluste vom Vortag ausgeweitet. Am Markt wird auf die Sorge verwiesen, dass sich die Konjunkturerholung in den USA angesichts der anhaltenden Corona-Krise abschwächen könnte. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 43,20 US-Dollar. Das waren 17 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um neun Cent auf 40,66 Dollar.

08:37 Uhr

Euro bewegt sich nur leicht

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,17

Der Euro hat sich nur wenig bewegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1386 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag etwas höher auf 1,1414 Dollar festgesetzt. Am Morgen zeigte sich ein impulsarmer Handel mit dem Euro, nachdem die EZB am Donnerstag keine Änderung ihrer Geldpolitik vorgenommen hatte.

08:22 Uhr

Dax höher erwartet - Blackrock und Electrolux öffnen Bücher

Zum Abschluss der Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Donnerstag hatten ihn Gewinnmitnahmen 0,4 Prozent ins Minus auf 12.874,97 Punkte gedrückt. Ihr Hauptaugenmerk richten Börsianer auf den EU-Gipfel zum geplanten 750 Milliarden Euro schweren Wiederaufbaufonds.

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DAX 12.704,15

"Das Ziel ist klar", sagte Analyst Konstantin Oldenburger vom Online-Broker CMC Markets. "Wenn sich Deutschland mit den am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern solidarisch zeigt, besteht die Chance, ein robustes neues Gebilde zu schaffen, das alle Mitgliedstaaten durch einen erneuerten kollektiven Zweck zusammenhält."

Da im Tagesverlauf keine relevanten Konjunkturdaten auf dem Terminplan stehen, rücken die Firmenbilanzen in den Vordergrund. Unter anderem öffnen der Lkw-Bauer Volvo, die "AEG"-Mutter Electrolux und der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock ihre Bücher. Außerdem verfallen im Tagesverlauf Optionen auf Indizes und einzelne Aktien. Zu diesem Termin schwanken die Kurse üblicherweise stark, weil Investoren die Preise derjenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung bewegen wollen.

07:50 Uhr

Tokioter Börse kommt kaum vom Fleck

Die Tokioter Börse hat sich kaum bewegt. Der Nikkei der 225 führenden Werte verharrte am späten Vormittag auf 22.773 Punkten. Der breiter gefasste Topix verlor indes 0,2 Prozent auf 1576 Zähler. Bei den Einzelwerten ließen die Aktien von Nissan Motor knapp ein Prozent Federn. Der angeschlagene japanische Autobauer plant angesichts der Corona-Krise Insidern zufolge eine drastische Produktionskürzung im laufenden Jahr. Die Zahl der hergestellten Fahrzeuge werde im Zeitraum April bis Dezember um 30 Prozent sinken, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen. Nach 3,7 Millionen produzierten Fahrzeugen im Vorjahrszeitraum würden in der laufenden Periode nur rund 2,6 Millionen eingeplant.

Der Euro bewegte sich kaum im fernöstlichen Handel zum Dollar. Die europäische Einheitswährung kostete zuletzt 1,1384 Dollar. Zum Yen stagnierte die US-Währung bei 107,23 Yen. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9449 Franken je Dollar und bei etwa 1,0761 Franken je Euro.

Nissan Motor
Nissan Motor 3,11