Marktberichte

Börsen-Ausblick Was macht der Dax?

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Der Dax hat in diesem Jahr rund 14 Prozent zugelegt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Frankfurter Aktienmarkt blickt auf ein erfreuliches Börsenjahr zurück und wird die kommende Woche wohl ruhig angehen lassen. Spannend kann es trotzdem werden.

In der letzten Handelswoche vor Heiligabend wird es an den Börsen wohl besinnlich zugehen. Experten erwarten keine großen Kurssprünge mehr, die Terminkalender sind nur noch spärlich gefüllt. Selbst aus den USA, wo die größte Steuerreform seit drei Jahrzehnten verabschiedet werden soll, wird es nach Ansicht von Postbank-Aktienstratege Heinz-Gerd Sonnenschein kein Störfeuer mehr gehen. "Eine Jahresendrally erwarte ich nicht mehr, dafür sind wir dieses Jahr schon zu weit geflogen."

In diesem Jahrlegte der Dax bis dato rund 14 Prozent zu. In der neuen Woche wird der deutsche Leitindex nach Meinung von Finanzmarktexperte Jörg Haldorn vom Vermögensberater Zaldor nicht aus seiner seit Mitte November gehandelten Spanne zwischen 12.850 und 13.200 Punkten ausbrechen. Erst zwischen Weihnachten und Neujahr sei wieder mit einem Aufwärtstrend zu rechnen.

In der zurückliegenden Woche verlor der Dax ein Prozent auf rund 13.027 Zähler. Selbst die Zinsentscheidungen wichtiger Notenbanken rissen die Anleger nicht aus ihrer vorweihnachtlichen Ruhe.

Anlage-Experte Joachim Goldberg von der Beratungsfirma Goldberg und Goldberg ist sich sicher, dass Investoren mögliche Kursverluste an der Börse zum Einstieg nutzen. "Alles in allem bleibt das stimmungstechnische Umfeld für den Dax stabil, zumal bei erneuten Rücksetzern noch genügend Anschlussnachfrage vorhanden wäre."

Die Wirtschaft brummt

Dn Bullen an der Börse, die auf steigende Kurse setzen, dürften die anstehenden Konjunkturdaten neue Nahrung geben. Der Ifo-Index gibt am Dienstag Aufschluss über die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen. Am Freitag liefert der GfK-Index Hinweise auf die Kauflaune der deutschen Verbraucher. Analysten der Commerzbank gehen davon aus, dass der Index des Münchener Ifo-Instituts auf 118 Punkte von 117,5 Zählern zulegen wird. "Dank steigender Ausfuhren, zunehmender Ausrüstungsinvestitionen und einer anhaltend soliden Inlandsnachfrage steht der Aufschwung in Deutschland auf einem erfreulich breiten Fundament", so DZ-Bank-Volkswirt Michael Holstein.

Auch aus den USA, wo der Wirtschaftsaufschwung in das neunte Jahr geht, erwarten Analysten solide Konjunkturdaten. Am Freitag werden unter anderem die Auftragseingänge für langlebige Güter sowie die Konsumausgaben veröffentlicht. Die Verbraucher gelten als Stütze der größten Volkswirtschaft der Welt. Am Donnerstag stehen zudem das Konjunkturbarometer der Federal Reserve Bank von Philadelphia und die Frühindikatoren auf dem Programm.

Bitcoin im Blick

Mit Spannung werden Anleger in der neuen Woche auch die Abstimmung über die US-Steuerreform verfolgen. Repräsentantenhaus und Senat müssen den von Präsident Donald Trump auf den Weg gebrachten Plänen noch zustimmen, die unter anderem massive Steuersenkungen für Unternehmen vorsehen. Am Ende würden die Börsen aber auch einen Rückschlag für Trump abhaken und zur Tagesordnung übergehen, ist sich Postbank-Experte Sonnenschein sicher. Investoren setzen darauf, dass die Steuerreform Bürgern und Unternehmen Einsparungen in Milliardenhöhe bringt. Deutsche Exporteure befürchten dagegen, dass sich ihre Waren in den USA verteuern.

Ins Rampenlicht könnte auch die Kryptowährung Bitcoin wieder rücken. Die renommierte US-Derivatebörse CME startet Anfang der Woche mit dem Handel eines Terminkontrakts auf die Cyberdevise und folgt damit der Chicagoer Lokalrivalin CBOE. Im Vorfeld des Future-Starts ging Bitcoin wieder auf Rekordkurs und kostete zuletzt rund 17.600 Dollar.

Vereinzelt lassen sich kurz vor Weihnachten noch Unternehmen in die Bücher blicken: Am Dienstag die Saturn/Media-Markt-Mutter Ceconomy, die Baumarkt-Kette Hornbach folgt am Donnerstag. Außerdem berichten in den USA der Deutsche-Post-Rivale FedEx am Dienstag und der Adidas-Konkurrent Nike am Freitag über das vergangene Quartal.

Quelle: ntv.de, jga/rts

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