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(Foto: dpa)

Etliche Kältetote in Polen: Blitzeis-IC kommt nicht voran

Vereiste Oberleitungen, eingefrorene Weichen und glatte Straßen: Der plötzliche Wintereinbruch sorgt für Staus und Behinderungen auf Schienen und Straßen. Starke Nerven brauchen vor allem Bahnreisende eines Zuges in Ostfriesland.

Der Wintereinbruch in Teilen Deutschlands hat Autofahrern und Bahnreisenden zu schaffen gemacht. Auf der A9 in Thüringen starb am Morgen ein Autofahrer, als sich sein Wagen überschlagen hatte. Der 58-Jährige war auf glatter Fahrbahn mit seinem Wagen ins Schleudern geraten und im Auto eingeklemmt worden. Auf der A20 blockierten rund 20 Lkw beide Fahrspuren. Nerven brauchten auch Bahnreisende: Am Abend strandete ein IC im ostfriesischen Norddeich. Und auch am Morgen ging es für die Passagiere des Zuges nur schleppend voran.

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Blitzeis hatte den IC lahmgelegt und Hunderte Bahnpassagiere zum Ausharren gezwungen. Einem Bahnsprecher zufolge verbrachten sie die Nacht im beheizten Zug oder wechselten in die nahe gelegene Halle einer Fährgesellschaft. Bis dahin waren die Reisenden von Helfern der Bahn und des Roten Kreuzes mit Getränken und Mahlzeiten versorgt worden. Spezielle Lokomotiven hatten gegen 5.00 Uhr damit begonnen, die Oberleitungen vom Eis zu befreien. Erst am frühen Vormittag setzte der Zug mit mehr als 20-stündiger Verspätung seine Fahrt fort - doch schon wenig später war ein einer vereisten Weiche wieder Schluss. Allerdings dauerte der neuerliche Stopp nur Minuten.

Ein anderer IC von Köln nach Emden, der ebenfalls am Sonntag etwa einen Kilometer vor dem Bahnhof Emden vermutlich wegen einer vereisten Weiche liegengeblieben war, wurde geräumt. "Die Passagiere sind die kurze Strecke bis nach Emden zu Fuß gegangen", sagte ein Bahnsprecher am Abend.

Löschwasser gefriert

Im Südwesten lösten Schnee und Glatteis am Montag mehrere Staus und Blechschäden aus. Auf der Autobahn 8 gab es stundenlange Verzögerungen als zwischen Ulm und Merklingen 20 Lastwagen beide Fahrspuren in Richtung Stuttgart blockierten. Einige versperrten die Strecke für Streufahrzeuge, wie die Polizei mitteilte. Zunächst war von vier Lastwagen die Rede gewesen. Die Sperrung dauerte mehrere Stunden. Auch in Fahrtrichtung München kam es auf der A8 zu Staus. Auf einer Bundesstraße in der Nähe von Meßkirch wurde ein Fahrer bei der Kollision zweier Lkw laut Polizei leicht verletzt. In Berlin sorgten eingefrorene Weichen für Verspätungen und Ausfälle bei der S-Bahn.

In Mecklenburg-Vorpommern hatte die Feuerwehr wegen des frostigen Wetters Probleme beim Löschen eines Brandes auf einem Recyclinghof. Bei Minusgraden fror laut MDR immer wieder das Löschwasser in den kilometerlangen Schläuchen zum nächstgelegenen See.

Spiegelglatte Straßen machten am Sonntag vielen Niedersachsen und Bremern zu schaffen. In beiden Bundesländern kam es binnen 24 Stunden zu mehr als 300 Unfällen. Allein die Polizeidirektion Oldenburg meldete am Montag in einer ersten Bilanz 183 Unfälle. Bei 16 davon wurden Menschen verletzt. "Es hätte noch schlimmer kommen können", sagte ein Sprecher. Weil der Wintereinbruch auf einen Sonntag fiel, waren deutlich weniger Menschen mit dem Auto unterwegs als an Werktagen.

21 Kältetote in Polen

Doch auch andere Länder hat der Winter im Griff: In Polen fielen am Wochenende 21 Menschen der plötzlichen Kälte zum Opfer. Allein seit Sonntagmorgen seien zwölf Menschen erfroren, davor seien bereits neun Kältetote gemeldet worden, sagte eine Sprecherin des Regierungszentrums für Sicherheit. In einigen Regionen des Landes lagen die Temperaturen bei minus 20 Grad. Die Polizei rief alle Bürger auf, gefährdeten Menschen zu helfen, darunter vor allem Obdachlosen.

Wie schon im Vorjahr hat es in Polen einen plötzlichen Kälteeinbruch gegeben - noch in der vergangenen Woche war das Wetter für die Jahreszeit ausgesprochen mild. Im vergangenen Winter hatten 77 Polen den plötzlichen Kälteeinbruch nicht überlebt.

Quelle: n-tv.de

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