Montag, 09. November 2009
Alles für die Partei: Manager stirbt nach Gelage
Er wollte zu einem guten Geschäftsabschluss kommen - und übertrieb es dabei: In China starb erneut ein Parteimanager nach einem geschäftlichen Trinkgelage.
Viele Chinesen vertragen keinen Alkohol.
(Foto: ASSOCIATED PRESS)
Wie die Zeitung "China Daily", wurde der 46-jährige Shan Hao nach einem durchzechten Abend tot in seiner Wohnung im Dorf Xiaogang in der Provinz Anhui aufgefunden. Er hatte in seiner Funktion als Parteisekretär des Dorfes mit Vertretern mehrerer Immobilienfirmen getrunken, mit denen er über mögliche Landverkäufe verhandeln wollte.
Shan ist innerhalb weniger Monate bereits das dritte Todesopfer nach einem Geschäftsessen mit reichlich Alkohol, bei denen das Leeren des Glases ("Gan bei") ungeschriebenes Gesetz ist. Vielen Chinesen fehlt ein bestimmtes Enzym zum Abbauen von Alkohol.
In China werden nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua jährlich umgerechnet fast 50 Milliarden Euro für Geschäftsessen ausgegeben, fast ein Drittel des landesweiten Gastronomiekonsums. Wegen der scharfen Kritik am ausschweifenden Lebensstil von Behördenmitarbeitern und Managern haben viele chinesische Städte die luxuriösen Bankette zumindest zur Mittagszeit verboten. Ein Beamter sagte "China Daily" jedoch, das Trinken am Essenstisch sei fast zwingend, wenn man zum Geschäftsabschluss kommen wolle. "Wir haben gar keine Wahl."
AFP
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