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Constantin Schreiber unterstützt den in Saudi-Arabien inhaftierten Blogger Badawi.
Constantin Schreiber unterstützt den in Saudi-Arabien inhaftierten Blogger Badawi.(Foto: Charles Yunck)

Inhaftierter Blogger Rafi Badawi: "1000 Peitschenhiebe" kommt auf Arabisch

Das Buch ist eine Provokation für die Machthaber in Saudi-Arabien: "1000 Peitschenhiebe" mit den Texten des inhaftierten Bloggers Badawi kommt endlich auch auf Arabisch auf den Markt. Die Ankündigung erfolgt an einem besonderen Datum.

Die Verleihung der ersten "Raif Badawi Auszeichnung für mutige Journalisten"
Die Verleihung der ersten "Raif Badawi Auszeichnung für mutige Journalisten"

Vor einem Jahr wurde der saudische Blogger Raif Badawi erstmals in Dschidda öffentlich ausgepeitscht. Aus Anlass des Jahrestages kündigt nun der Herausgeber des Badawi-Buches und Bestsellers "1000 Peitschenhiebe", der n-tv-Journalist Constantin Schreiber, eine arabische Ausgabe des Buches an.

"Bisher war eine arabische Ausgabe daran gescheitert, dass wir keinen arabischen Verlag gefunden haben, der bereit war, die brisanten Texte zu veröffentlichen", sagt Schreiber. Im Herbst vergangenen Jahres hatte es Gespräche mit Verlegern in Kairo gegeben, die sich aber schließlich aus Angst vor negativen Reaktionen von saudischer Seite aus dem Projekt zurückgezogen hatten. Jetzt werde die Auflage aus privaten Mitteln möglich gemacht.

"1000 Peitschenhiebe" erschien am 1. April 2015 und war wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen, darunter Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch übersetzt. Im November 2015 wurde zudem in Berlin der erste "Raif Badawi Award for courageous journalists" durch Badawis Ehefrau Ensaf Haidar verliehen. Der Preis würdigt arabische Journalisten, die in ähnlicher Weise wie Raif Badawi unter höchstem persönlichen Einsatz gesellschaftliche Debatten angestoßen haben. Preisträger war der marokkanische Journalist Ali Anouzla.

Die nun angekündigte arabische Auflage soll den Fall Badawi im öffentlichen Bewusstsein halten. "Es ist klar, die saudischen Behörden und das Königshaus spielen auf Zeit. Man hofft, dass sich die öffentliche Empörung und der Fokus im Laufe der Zeit auf andere Themen lenkt", sagt Constantin Schreiber. Es sei zu erwarten, dass die erste arabische Ausgabe der in Saudi-Arabien verbotenen Texte von Raif Badawi heftige Reaktionen nach sich ziehen kann.

Quelle: n-tv.de

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