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Alexander Gauland wird angeblich als möglicher Nachfolger Petrys an der AfD-Spitze gehandelt.
Alexander Gauland wird angeblich als möglicher Nachfolger Petrys an der AfD-Spitze gehandelt.(Foto: imago/Jens Jeske)

"Bild": Kritiker planen Entmachtung: AfD-Vorstand pfeift Petry zurück

Die Forderung, auf Flüchtlinge an der deutschen Grenze notfalls zu schießen, hat eine heftige Kontroverse ausgelöst - auch innerhalb der AfD. Für die Vorsitzende Frauke Petry hat das bereits Konsequenzen.

Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung haben die Äußerungen der AfD-Vorsitzenden über einen Schießbefehl für deutsche Grenzschützer heftigen Widerspruch auch bei mehreren Vorstandsmitgliedern der Partei ausgelöst. Petry habe auf Druck mehrerer Mitglieder eine Erklärung unterzeichnen müssen, in denen die Parteiführung beteuert, dass sie "strikt ablehnt, dass auf Menschen geschossen wird, die friedlich Einlass in das Bundesgebiet begehren". Die Partei hatte die Erklärung gestern veröffentlicht.

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Petry hatte sich zudem in einem Interview mit dem MDR gestern ähnlich geäußert. Sie sei zu ihren umstrittenen Aussagen im "Mannheimer Morgen" vergangene Woche gedrängt worden. Keinesfalls sollten Polizisten auf unbewaffnete Flüchtlinge schießen. Auch ein Warnschuss könne der Einsatz einer Waffe sein, so die Politikerin. "Auch das möchten wir natürlich nicht. Wir möchten nur darauf hinweisen."

Zu den innerparteilichen Kritikern Petrys gehören unter anderem die stellvertretenden Vorsitzenden Alexander Gauland und Jörg Meuthen, die Petry öffentlich widersprachen.  Sie kritisierten zudem Petrys schlechte Kommunikation. "Das ist ein Paradebeispiel unglückseliger Kommunikation", sagte Meuthen. Allerdings, kritisierte er, hätte sich Petry zu diesem Thema überhaupt nicht äußern müssen, weil die Rechtslage völlig klar sei. Ihn ärgere das sehr.

"Petry muss unter Kontrolle gebracht werden"

Laut "Bild"-Zeitung sind Petrys Vorstandskollegen zudem verärgert, dass die Vorsitzende das Führungsgremium oft übergehe. Immer wieder starte sie unabgesprochene Aktionen gemeinsam mit ihrem neuen Lebensgefährten, dem nordrhein-westfälischen AfD-Chef Marcus Pretzell. Petrys Gegner hätten beschlossen, die Amtsführung der Vorsitzenden auf die Tagesordnung der nächsten Vorstandssitzung zu setzen.

Auch auf einer Telefonkonferenz heute Morgen soll der Vorstand sich mit dem Thema befasst haben. Petry habe sich mit den Äußerungen ins Abseits manövriert, zitiert "Bild" ein namentlich nicht genanntes Mitglied des Gremiums. "Sie muss unter Kontrolle gebracht werden. Wenn sie nicht persönliche Konsequenzen zieht."

Dem Bericht zufolge gibt es unter den Petry-Kritikern bereits Überlegungen, die Vorsitzende abzulösen. Als möglicher Nachfolger werde ihr Stellvertreter Gauland gehandelt. Beatrix von Storch, die ebenfalls einen Vize-Posten innehat, gelte nach ihren Äußerungen über mögliche Schüsse auch auf Flüchtlingskinder und -frauen nicht mehr als geeignete Führungsperson.

Quelle: n-tv.de

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