Politik
Petry und Pretzell machten ihre Beziehung im vergangenen Jahr öffentlich.
Petry und Pretzell machten ihre Beziehung im vergangenen Jahr öffentlich.(Foto: imago/Jens Jeske)
Mittwoch, 27. September 2017

"Die Blauen": Pretzell und Petry planen neue Gruppe

In kurzer Folge treten Frauke Petry und Marcus Pretzell aus der AfD aus. In einem Interview macht der bisherige NRW-Landeschef Pretzell vielsagende Andeutungen. Die Pläne des Ehepaars sind offenbar schon weit vorangeschritten.

Der AfD-Partei- und Fraktionschef in Nordrhein-Westfalen, Marcus Pretzell, hat nach seinem angekündigten Austritt die Gründung einer neuen Partei angedeutet, ohne sich eindeutig darauf festzulegen. "Es gibt derzeit keine Partei, die in der Lage wäre, politische Veränderungen in Deutschland durchzusetzen. Und wenn es keine gibt, dann muss man ... ja, lassen Sie sich mal überraschen, was wir so vorhaben", sagte er im ZDF. Derzeit gebe es in Deutschland "nur eine relevante Volkspartei, das ist die CSU", sagte Pretzell. Diese habe sich aber regional beschränkt, sei deshalb handlungsunfähig und "bundespolitisch völlig kastriert".

Auf die Frage nach der Neugründung einer Partei sagte Pretzell weiter: "Wir werden von vielen Leuten von außerhalb und auch innerhalb der AfD angesprochen. Wir werden uns jetzt erstmal ein bisschen Zeit nehmen, viele, viele Gespräche führen, und dann werden wir das machen, was wir uns für die Zukunft vorgenommen haben."

Seine Ehefrau, die Noch-Parteivorsitzende Frauke Petry, hat sich offenbar bereits Anfang Juli eine Domain gesichert, die Adresse der noch nicht eingerichteten Website: www.dieblauen.de. Ein Twitter-Account namens @DieBlauen_Bund erwies sich einige Stunden nach seinem Auftauchen als Scherzaktion.

Petry bestätigte, die Internetadresse angemeldet zu haben. Eine Partei stecke aber nicht dahinter, sagte sie am Rande einer Sitzung des sächsischen Landtages. Das "Blau" verkörpere eine Idee, sei aber kein Parteiname. Petry betonte, sie werde sich zu gegebener Zeit dazu äußern. Petry bekräftigte, sie wolle politisch aktiv bleiben.

Als "die Blauen" bezeichnet sich auch die österreichische FPÖ. Mit deren Vorsitzenden Heinz Christian Strache hatte sich Petry im Juni 2016 auf der Zugspitze getroffen. Die österreichische Nachrichtenseite heute.at schreibt süffisant: "Frauke Petry macht jetzt auf Strache".

Pretzell und Petry, hatten am Dienstag angekündigt, ihre Ämter niederzulegen und aus der AfD auszutreten. Petry hatte das mit der "Radikalisierung" der Partei begründet. Pretzell sagte dazu: "Wenn man inhaltlich nicht mehr an die Durchsetzung von Positionen glaubt, muss man einen anderen Weg gehen". Dass seine Frau erst nach der Wahl ihren Austritt aus der Fraktion und der Partei ankündigte, verteidigte Pretzell. "Kurz vor der Wahl den Bettel hinzuschmeißen und den Wahlkampf zu versauen, wäre auch nicht der richtige Weg gewesen", sagte er.

Es bestehe überhaupt kein Zweifel, dass sich Parteivize Alexander Gauland im innerparteilichen Machtkampf mit seiner Strategie durchgesetzt habe. Es reiche aber nicht aus, sich mit der Position zu begnügen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel "weg muss". Es gehe vielmehr um die "Frage von Regierungsfähigkeit".

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Quelle: n-tv.de

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