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Zur Nutzung des Vorfelds müsste das Tempelhof-Gesetz nicht geändert werden.
Zur Nutzung des Vorfelds müsste das Tempelhof-Gesetz nicht geändert werden.(Foto: picture alliance / dpa)

Unterkunft für 8500 Menschen in Berlin: Tempelhof soll Flüchtlingsdorf werden

Mehr als 70.000 Flüchtlinge haben im vergangenen Jahr Berlin erreicht. Mit ihrer Unterbringung stößt die Hauptstadt an ihre Grenzen. Nun soll ein ehemaliges Flughafen-Gelände massiv ausgebaut werden. Der Protest gegen die Pläne formiert sich bereits.

Zur Unterbringung von Flüchtlingen plant Berlin offenbar eine massive Nutzung des Tempelhofer Feldes. Auf dem früheren Flughafen-Areal sollen nach dem Willen des Senats letztlich bis zu 8500 Flüchtlinge unterkommen, wie die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf entsprechende Pläne berichtet. Demnach ist geplant, auf dem ehemaligen Vorfeld eine Schule, Sporthallen, Werkstätten und eine Großküche entstehen zu lassen. Die Debatte darüber soll mit Bürgern und Vertretern der Politik am heutigen Freitag beginnen.

Bis zu 8500 Menschen sollen auf dem Areal eine Unterkunft finden.
Bis zu 8500 Menschen sollen auf dem Areal eine Unterkunft finden.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Nutzung des Areals ist durch das sogenannte Tempelhof-Gesetz stark reglementiert. Dieses war 2014 nach einem Volksentscheid beschlossen worden und soll eine Bebauung des Geländes verhindern. Allerdings würden die Pläne für das gut 225.000 Quadratmeter große Vorfeld nicht mit dem Gesetz kollidieren, hieß es. Anders sieht es hingegen mit den Standort für insgesamt fünf befestigte Hallen aus: Für deren Errichtung müsste das Gesetz geändert werden. Proteste hat bereits eine Bürgerinitiative angekündigt. Auch der Flüchtlingsrat steht den Plänen laut dem Bericht mehr als skeptisch gegenüber.

In den sieben früheren Hangars können 5500 Flüchtlinge untergebracht werden. Derzeit sind vier von ihnen belegt. In den neuen fünf Hallen sollen jeweils 700 weitere Flüchtlinge untergebracht werden, wie es weiter heißt.

Berlin hat im vergangenen Jahr rund 72.000 Flüchtlinge aufgenommen. Die zuständige Senatsverwaltung sieht die Kapazitäten inzwischen als weitgehend erschöpft an und will daher das frühere Flughafen-Areal nutzen. Über Deutschlands Grenzen hinaus ist die Hauptstadt wegen der Zustände am Lageso in die Schlagzeilen geraten. Dort warten täglich Hunderte Flüchtlinge auf ihre Registrierung.

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Quelle: n-tv.de

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