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Wirtschaftspolitik à la Trump, hier im Gespräch mit United-Chef Oscar Munoz (l.) und LA-Flughafenchefin Deborah Flint (M.) im Weißen Haus: "Wir werden etwas ankündigen."
Wirtschaftspolitik à la Trump, hier im Gespräch mit United-Chef Oscar Munoz (l.) und LA-Flughafenchefin Deborah Flint (M.) im Weißen Haus: "Wir werden etwas ankündigen."(Foto: REUTERS)

Massive Steuersenkungen?: Trump kündigt "Riesending" an

Mit vollmundigen Andeutungen bringt US-Präsident Trump die Märkte in Bewegung. Er werde, sagt er mit Blick auf eines seiner Wahlversprechen, in den "nächsten zwei bis drei Wochen" etwas "Phänomenales" zum Thema Steuern ankündigen.

US-Präsident Donald Trump hat der US-Wirtschaft bei einem Treffen mit Konzernlenkern aus der Luftfahrtbranche gewichtige Weichenstellungen zur Steuerpolitik in Aussicht gestellt. "Wir werden etwas ankündigen, ich würde sagen in den nächsten zwei oder drei Wochen, das in Sachen Steuer phänomenal sein wird und unsere Luftfahrt-Infrastruktur voranbringt", sagte Trump wörtlich.

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Greifbare Angaben machte er nicht. Unklar blieb zum Beispiel, ob sich die angekündigten Pläne nur auf Luftfahrtunternehmen beziehen oder eine breitere Reform des US-Steuersystems umfassen. Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, erklärte später, der Plan ziele sowohl auf die Wirtschaft als auch auf individuelle Steuerzahler.

An der Wall Street nährten Trumps Äußerungen Hoffnungen auf massive Steuersenkungen: Die wichtigsten US-Börsenbarometer erreichten zeitweise neue Rekordhochs. Die Aussagen beflügelten auch den Dollar. Im Wechselkursverhältnis zum japanischen Yen gewann die US-Währung in der Nacht deutlich an Stärke.

Trumps Steuerpläne könnten, so lauten erste Einschätzungen an der Börse, womöglich sogar einen weltweiten Wirtschaftsboom auslösen. Anleger spekulieren darauf, dass die Wirtschaftspolitik des Präsidenten zumindest die US-Konjunktur kräftig ankurbeln könnte. Die Auswirkungen auf die Wettbewerbssituation - etwa für Unternehmen aus Europa - sind bislang allerdings schwer zu überblicken.

"Ein Riesending"

"Die Senkung der Steuerlast für alle amerikanischen Geschäfte ist ein Riesending", sagte Trump wörtlich bei seinem Treffen mit ausgewählten Luftfahrtmanagern. Seine Andeutungen wecken hohe Erwartungen: Im Wahlkampf hatte er eine Senkung der Unternehmenssteuern von 35 auf 15 Prozent versprochen. Außerdem kündigte er höhere Staatsausgaben für die teils marode Infrastruktur an. Anleger warten seither ungeduldig auf konkretere Anhaltspunkte.

In der vergangenen Woche hatte Trump mit Topmanagern im Weißen Haus das Pro und Kontra einer großen Steuerreform diskutiert. Es seien jedoch keine Entscheidungen gefallen, sagte ein Teilnehmer. Auch Präsidialamtssprecher Spicer äußerte sich in dieser Frage weiterhin nur vage. Die Pläne zur Steuerreform würden umfassend sein, sagte Spicer. Sie solle den Unternehmen Anregungen zur Schaffung neuer Stellen geben und das Wachstum der US-Wirtschaft ankurbeln. Trumps Vorhaben ziele darauf ab, der Mittelschicht Steuererleichterungen zu verschaffen.

Neue Hinweise zur US-Infrastruktur

Mit den Airline-Managern beriet Trump bei dem Treffen im Weißen Haus auch über die Flugsicherung, die er Berichten zufolge als obsolet bezeichnete, sowie über die Infrastruktur im Luft-, Straßen- und Schienenverkehr, die in seinen Augen veraltet ist. Er sei entschlossen, all dies zu ändern, sagte Trump. Die Unternehmer würden erfreut sein, wenn sie seine Vorschläge hörten. Die Regierung werde die Unternehmen unterstützen, indem belastende Bestimmungen zurückgenommen würden.

Die Folgen einer solchen Steuersenkung wären tatsächlich gravierend - nicht nur für die Planungen zu den Steuereinnahmen im US-Staatshaushalt. Konjunkturstützende Maßnahmen könnten die Inflation nach oben treiben und so indirekt auch zu höheren Leitzinsen führen, erklärten Experten. Bereits nach der Wahl hatte die Erwartung an eine großzügige Haushaltspolitik der US-Währung zu neuer Stärke verholfen. Zuletzt waren jedoch die Zweifel an der Wirtschaftspolitik gewachsen - insbesondere wegen der protektionistischen Ausrichtung der Trumpschen Politik.

Quelle: n-tv.de

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