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Mittwoch, 26. April 2017

Ein A4-Blatt mit großer Wirkung?: US-Regierung plant "größte Steuerreform"

Bislang passt das Konzept auf ein einzelnes Blatt Papier - doch der Nutzen soll gigantisch sein. Eine Vereinfachung des US-Steuersystems und massive Entlastungen sollen die Wirtschaft ankurbeln und Millionen Jobs schaffen.

Die US-Regierung will Bürger und Unternehmen in den kommenden Jahren massiv entlasten. US-Finanzminister Steven Mnuchin und Gary Cohn - Wirtschaftsberater von Präsident Donald Trump - stellten die Eckpunkte des Konzepts vor. Mit den Plänen will Trump die weltgrößte Volkswirtschaft ankurbeln und Millionen Jobs schaffen. Als Gegenfinanzierung zu den Steuersenkungen, die den US-Haushalt belasten, nannten Mnuchin und Cohn zum einen ein höheres Wirtschaftswachstum sowie die geplante Schließung von Schlupflöchern.

Die Pläne sehen unter anderem statt der bislang sieben nur noch drei Einkommenssteuersätze vor. Diese betragen 10, 25 und 35 Prozent. Damit würde auch der Spitzensteuersatz von derzeit 39,6 Prozent gesenkt. Zudem soll der Unternehmenssteuersatz auf 15 Prozent sinken. Die Körperschaftssteuer gehöre zudem nicht länger zu den höchsten der Welt, sondern vielmehr zu den niedrigsten, heißt es weiter. US-Firmen müssten zudem mit einer nur geringen oder gar keiner Steuerschuld auf künftige Auslandsgewinne rechnen. Die Regierung sprach von der "größten Steuersenkung in der US-Geschichte".

Viele Fragen offen - viele Monate Verhandlungen

Unter dem Strich stützt sich der Plan größtenteils auf Vorschläge aus dem Präsidentschaftswahlkampf von Donald Trump, umfasst aber auch einige Neuerungen. Dazu zählt der Vorschlag, die Abzugsfähigkeit der bundesstaatlichen und lokalen Steuern vom zu veranlagenden Einkommen abzuschaffen. Das wird Bürger aus Staaten mit hohen Steuern wie New York, New Jersey und Kalifornien belasten und dürfte auf den Widerstand republikanischer Politiker aus eben jenen Staaten treffen.  

Zahlreiche wichtige Fragen lässt Trumps Entwurf offen, etwa ob Unternehmen Investitionen unmittelbar abschreiben können, wie hoch eine einmalige Steuer auf die im Ausland angehäuften Gewinne der US-Unternehmen ausfiele oder wie eine berufliche Auszeit für die Kinderbetreuung behandelt würde.

Diese Dinge sollten zu einem späteren Zeitpunkt ausgearbeitet werden, sagten Mnuchin und Cohn. Das soll dann teilweise in Zusammenarbeit mit dem Kongress geschehen. "Wir haben hier die einzigartige Chance auf einen großen Wurf", sagte Cohn. "Es ist unsere Absicht, die Steuern massiv zu senken, und genauso wichtig ist es, das amerikanische Steuersystem deutlich zu vereinfachen."

Mit der Vorstellung der Pläne beginnen nun die voraussichtlich monatelangen Debatten im Kongress. Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, hatte bereits gesagt, die Republikaner seien sich in ihrem Ziel einig, die Steuern zu senken. "Wir stimmen zu 80 Prozent überein, und bei den restlichen 20 Prozent sind wir nahe beieinander", sagte Ryan.

Quelle: n-tv.de

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