4 Uhr Ortszeit in der Türkei in der Nacht von Montag auf Dienstag: Es beginnt die Partie Iran gegen Neuseeland. Die ganze Welt spricht vor allem über die Bedingungen und das Einreise-Chaos rund um das iranische Team. Das Match in Los Angeles ist das erste bei der WM für den Iran - und das auf amerikanischem Boden. Die beiden Länder befinden sich im Krieg. Es gibt Proteste, die Stimmung ist aufgeheizt, aber keine Eskalation. Sportlich endet die Partie 2:2.
Für den türkischen Kommentator Murat Ekrem Cimen vom Sender TRT endet sie drastischer. Denn der Sportjournalist begeht einen folgenschweren Fehler. Rund vier Minuten lang verwechselt er zu Beginn der Partie die beiden Mannschaften. Heißt: Hat Iran den Ball, spricht er von Neuseeland - und eben andersrum. Hört sich banal an, ist aber auf großer WM-Bühne ziemlich peinlich und fällt auch auf. Er selbst bemerkt den Fehler erst nach vier Minuten und einer Nahaufnahme von Irans Kapitän Mehdi Taremi.
Da ist es aber schon zu spät, den Eklat abzuwenden. Schnell verbreitet sich die falsche Kommentierung und Verwechslung im Netz, wird herumgereicht – wie das so ist heutzutage in Zeiten von Social Media.
Sender zieht Konsequenzen
Womöglich spielte die Nachtzeit eine Rolle oder die Tatsache, dass die Neuseeländer - Spitzname All Whites - traditionell in Weiß spielen. Hier liefen sie nun mal in Schwarz auf. Der Iran in Weiß. Die Teamverwechslung ist da schon geschehen. Aussagen von Murat Ekrem Cimen sind nicht überliefert. Wohl aber vom Sender. Sie sind ziemlich hart.
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Der Fehler sei "inakzeptabel" gewesen und nicht den eigenen Standards entsprechend, teilte TRT in einem Statement mit. "Wir entschuldigen uns bei den Zuschauerinnen und Zuschauern. Die notwendigen administrativen und prüfenden Schritte wurden eingeleitet." Bedeutet: Am Ende wurde Murat Ekrem Cimen für den verbleibenden Teil der WM aus dem Team abgezogen. Er werde nicht mehr eingesetzt, hieß es weiter.
TRT betonte weiter, dass ein solcher Fehler bei einer "Persönlichkeit mit über 30 Jahren Erfahrung in der Sportberichterstattung" für den Sender nicht hinnehmbar sei. Solche Verstöße gegen die eigenen Übertragungsstandards dulde man bei großen nationalen und internationalen Ereignissen nicht.




