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Patrice Evra rastet noch vor dem Anpfiff aus.
Patrice Evra rastet noch vor dem Anpfiff aus.(Foto: imago/GlobalImagens)
Freitag, 03. November 2017

Rote Karte noch vor Anpfiff: Karate-Tritt bringt Evra Sperre ein

Eine solche Unbeherrschtheit gibt es im Profi-Fußball selten: Patrice Evra reagiert auf Pöbeleien eines Fans mit einem Karate-Tritt. Auch wenn er sein Opfer verfehlt: Uefa und Evras Verein Olympique Marseille prüfen nun, wie hart der 36-Jährige zu bestrafen ist.

Nach der brutalen Attacke auf einen Fan vor dem Europa-League-Spiel bei Vitória Guimarães droht dem französischen Fußball-Nationalspieler Patrice Evra eine längere Sperre über das Mindestmaß von einer Partie hinaus. Die Uefa will am 10. November darüber entscheiden, wie lange der 36-jährige Spieler von Olympique Marseille nach seiner Roten Karte aussetzen muss. Zudem leitete Marseille eigene Ermittlungen gegen den Profi ein.

Evra war vor dem Duell (0:1) am Donnerstagabend in eine Auseinandersetzung mit den eigenen Fans verwickelt. Dabei setzte er zu einem Tritt in Gesichtshöhe des Fans an. Die portugiesischen Ordner beendeten schließlich den Streit. Evra, der auf der Ersatzbank hätte Platz nehmen sollen, sah deswegen schon vor dem Anpfiff die Rote Karte. Die französische Sportzeitung "L'Équipe" titelte über einem großen Bild der Szene: "Unerträglich".

Olympique Marseille leitet Untersuchung ein

Der Trainer von Marseille, Rudi Garcia, kritisierte Evra mit deutlichen Worten. Als erfahrener Spieler könne man es sich nicht erlauben, auf Beschimpfungen zu reagieren, auch wenn diese nicht hinnehmbar seien. Marseille habe das Glück gehabt, dass über 500 Fans mitgereist seien. Ein "Pseudofan" habe Evra beschimpft. "Ich habe nichts gesehen", räumte der Trainer ein - er habe sich aber nach dem Vorfall kundig gemacht.

Der Verein äußerte sich ähnlich: "Egal was passiert, ein professioneller Spieler muss trotz Provokationen und Beleidigungen seine Selbstbeherrschung aufrechterhalten, ganz egal, wie ungerechtfertigt sie sein mögen", hieß es in einer Stellungnahme auf der Klub-Homepage. Darin kritisierte der Tabellenzweite der Gruppe I auch das Verhalten der Anhänger, die ihr Team unterstützen und nicht provozieren sollten. Evra war zu Jahresbeginn von Italiens Fußball-Rekordmeister Juventus Turin zurück in die Heimat gewechselt.

Quelle: n-tv.de

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