Wirtschaft
Die Nachfrage nach Transportleistungen schrumpft mit der Wirtschaftsleistung.
Die Nachfrage nach Transportleistungen schrumpft mit der Wirtschaftsleistung.(Foto: REUTERS)

Hiobsbotschaften für Autobauer: Europas Lkw-Markt bricht ein

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Süden und Westen Europas würgen die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen ab. Der Branchenverband ACEA verzeichnet für das Frühjahr einen herben Absatzeinbruch.

Die schwache Konjunktur und der Rezessionssog in den südeuropäischen Ländern haben den Abwärtstrend des europäischen Nutzfahrzeugmarkts weiter angeheizt.

Im Mai kamen in der Europäischen Union gut 146.000 und damit 17,8 Prozent weniger Transporter, Lastwagen, Sattelschlepper und Busse neu auf die Straßen als im Vorjahresmonat, wie der Herstellerverband ACEA bekanntgab.

Dies sei der stärkste Rückgang seit 2009 gewesen, betonte der Brüsseler Verband. Von Januar bis Mai habe sich das Minus auf 11,8 Prozent belaufen. Zur Absatzentwicklung im Juni liegen noch keine belastbaren Zahlen vor. Damit verschärfen sich für die großen Lkw-Hersteller die Probleme weiter.

Italien voll auf der Bremse

Der Zusammenhang zwischen Wirtschaftslage und Kundenverhalten liegt auf der Hand: Die schwache Konjunktur lässt die Nachfrage nach Transportleistungen schrumpfen, große Speditionen halten sich mit der Bestellung von neuen Fahrzeugen zurück.

Dadurch lässt sich die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen auch als grober Indikator für die jeweilige wirtschaftliche Lage in den Ländern Europas heranziehen. Die ACEA-Daten deuten dabei auf höchst unterschiedliche Entwicklungen hin.

Im Mai konnte von den großen Märkten lediglich Großbritannien plant Geldflut ein Plus verbuchen. In Rajoy ruft um Hilfe brachen die Neuzulassungen um 27,4 Prozent ein, in Italiens BIP bricht ein um 42,4 Prozent, in Frankreich verliert Ansehen um 22,1 Prozent und in Personaler treten auf die Bremse um 13,6 Prozent.

Ifo-Institut erwartet Schwächephase

Der konjunkturelle Ausblick für die größte Volkswirtschaft der Eurozone trübt weiter ein: Das Ifo-Institut senkte seine Konjunkturprognose weiter ab. Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland werde in diesem Jahr nur noch um 0,7 Prozent wachsen, nach 3,0 Prozent im vergangenen Jahr, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Die Verunsicherung durch die ungelöste Euro-Schuldenkrise dürfte die deutsche Konjunktur demnach weiter dämpfen. Die Wirtschaft durchlaufe im Sommer eine Schwächephase. Erst gegen Jahresende dürften die Auftriebskräfte wieder die Oberhand gewinnen. Im April hatten die Forschungsinstitute in ihrer Gemeinschaftsprognose für die Bundesregierung noch mit 0,9 Prozent Wachstum in diesem Jahr gerechnet.

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Quelle: n-tv.de

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