Die Schweizer Topfavoritin Audrey Werro ist im Halbfinale über 800 Meter bei der Leichtathletik-EM in Birmingham heftig gestürzt und nach einem erfolgreichen Protest aber doch noch ins Finale nachgerückt.
Die Weltjahresbeste stürzte in Führung liegend kurz vor der Zielgeraden, krachte mit dem Körper auf die harte Laufbahn und blieb dann für einige Sekunden mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Anschließend stand die 22-Jährige wieder auf - und lief sogar noch ins Ziel, um noch über einen möglichen Protest noch die Finalchance zu wahren. Das gelang. Außer Werro rückte auch Gabija Galvydyte in den Endlauf mit dann zehn Starterinnen nach. Die Litauerin war nach Werros Sturz unverschuldet ebenfalls zu Fall gekommen.

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Nach Ansicht der TV-Bilder war nicht wirklich ersichtlich, ob ein Kontakt durch die Französin Anaïs Bourgoin, die in dem Halbfinale als Zweite gewertet und auch nicht disqualifiziert wurde, ursächlich für den Sturz war. "Es ist schwierig, zu erklären. Ich fühlte mich sehr gut und dann eine Sekunde später war ich auf dem Boden. Ich habe mich entschieden, das Rennen zu beenden", sagte Werro, die in diesem Jahr die drittschnellste Zeit der Geschichte über 800 Meter lief, im ZDF.
Die einzige deutsche Halbfinal-Teilnehmerin Smilla Kolbe schied bei der EM aus. Sie wurde in ihrem Lauf Sechste und verpasste damit das Finale am Freitagabend. Die deutsche Meisterin kam im zweiten Halbfinale in 1:58,21 Minuten auf Platz sechs, die Französin Clara Liberman (1:58,19) lag im Zielsprint knapp vor Kolbe und zog als eine der beiden weiteren Zeitbesten in den Endlauf ein. Für die direkte Qualifikation hätte Kolbe unter die besten drei ihres Rennens kommen müssen.
Kolbe war im Vorlauf in 1:57,80 Minuten als erste deutsche Läuferin seit 1990 unter 1:58 geblieben. Als Schnellste ins Finale am Freitag (22,46) zog die britische Olympiasiegerin Keely Hodgkinson (1:57,28) ein, auch Hürden-Weltmeistein Femke Broeders-Bol aus den Niederlanden (1:57,46) hinterließ einen starken Eindruck.
