Leben

Mehr Zufriedenheit So helfen Affirmationen zum Glück

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Positive Gedanken sind ein wichtiger Bestandteil von Erfolg.

(Foto: imago images / Westend61)

Wenn Ziele trotz großer Anstrengung nicht erreicht werden, liegt das häufig an blockierenden Einstellungen. Dank positiver Selbstgespräche kann auch das scheinbar Unmögliche dennoch Realität werden. Ein besonders gutes Hilfsmittel zum Ändern negativer Gedanken sind Affirmationen.

Die große Liebe finden, Millionär werden oder endlich schlank sein: Affirmationen können beim Erreichen von Zielen helfen, schließlich bestimmen Gedanken die Gefühle und letztendlich auch das Verhalten. Bei Affirmationen handelt es sich um lebensbejahende, positive Sätze. Diese sagt man sich immer wieder, um die eigenen Gedanken dauerhaft von "negativ" auf "positiv" umzuprogrammieren. Beispielsweise wird der negative Gedanke "Ich bin wertlos" in einen aufbauenden umgewandelt, wie: "Ich bin liebenswert." Solche aufbauenden Glaubenssätze werden in der Psychologie auch Autosuggestionen genannt.

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Dr. Doris Wolf veröffentlichte bereits zahlreiche Selbsthilfebücher, unter anderem zu den Themen Trennungen, Abnehmen und Angstbewältigung.

"Affirmationen, richtig eingesetzt, können die Stimmung aufbessern, ermutigen, motivieren, entspannen und schmerzlindernd wirken", erklärt die Psychologin und Buchautorin Doris Wolf. Bei Selbstzweifeln, Ängsten, Unruhezuständen und Problemen im Umgang mit Misserfolgen oder Kritik seien Affirmationen daher besonders wirksam. Sind die positiven Sätze einmal in das Unterbewusstsein gelangt, können sie jederzeit in Krisensituationen abgerufen werden. Deshalb empfiehlt die Psychotherapeutin auch einigen ihrer Patienten die unterstützende Arbeit mit Affirmationen.

Die passenden Affirmationen finden

Laut Wolf sollten Affirmationen stets in der Gegenwart formuliert sein und "genau das beinhalten, was wir denken und tun wollen". Das Gehirn versteht negative Wörter wie "Nein", "nicht" und "kein" nicht, sondern filtert diese heraus. Will man mehr Geld in sein Leben ziehen, bringt also ein Satz wie "Ich will nicht arm sein" nichts. Im Unterbewusstsein kommt dann "Ich will arm sein" an. Eine geeignetere Affirmation findet man durch eine Frage wie "Was will ich anstatt Armut?" Um Reichtum anzuziehen, wäre dann beispielsweise der Alternativsatz "Ich bin wohlhabend" geeignet.

Viele Menschen haben jedoch Probleme mit direkten Affirmationen. Wer sich bisher für einen Versager gehalten hat, wird beim Denken und Aussprechen des Satzes "Ich bin ein Gewinner" sehr viel inneren Widerstand verspüren. Hilfreicher sind in solchen Fällen indirekte Formulierungen, die realistisch und problemorientiert sind. Auch kann die Frage "Wie erreiche ich mein Ziel?" beim Finden der richtigen Affirmationen helfen. Zum Beispiel sind in diesem Falle Sätze wie "Ich vertraue auf meine Fähigkeiten" oder "Ich erreiche Stück für Stück meine Ziele" wesentlich besser geeignet.

Erst für gute Laune sorgen

Vor dem Affirmationstraining selbst, empfiehlt die Psychotherapeutin, sich in eine gute Stimmung zu versetzen: "Dies erreichen wir, indem wir an eine Situation denken, in der wir glücklich oder erfolgreich waren oder an etwas, wofür wir dankbar sind. Hilfreich ist es auch, eine selbstbewusste Körperhaltung einzunehmen, wenn wir uns die Affirmation sagen." Auch vor dem Einschlafen eigne sich daher das Affirmationstraining sehr gut, da man in der Regel entspannt ist.

Die meisten Menschen denken oder sagen ihre Affirmationen laut auf. Doch es gibt noch weitere Möglichkeiten, sich die positiven Sätze leicht und dauerhaft einzuprägen: Die Autosuggestionen können auch gesungen, aufgenommen und angehört, immer wieder aufgeschrieben oder als Bildschirmschoner verwendet werden. Hierbei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Generell gilt beim Affirmationstraining, dass Geduld eine wertvolle Tugend ist. Es dauert zwischen 30 und 90 Tagen, bis die Affirmationen verinnerlicht werden. Erste Effekte merkt man dennoch schon nach ein paar Tagen. Manchmal stellt sich auch eine sogenannte "Erstverschlechterung" ein, das heißt, alte Denkmuster melden sich verstärkt zurück. Das ungute, merkwürdige Gefühl verschwindet nach ein paar Tagen wieder, vorausgesetzt man bleibt weiterhin am Ball. Besteht das komische Gefühl weiterhin, ist das ein Zeichen dafür, dass die Affirmationssätze noch einmal umformuliert werden sollten. Die - möglichst kurzen - Autosuggestionen sollten schließlich immer ein gutes Gefühl auslösen und möglichst motivieren oder aufheitern.

Stolperfalle oder selbsterfüllende Prophezeiung?

Ob Affirmationen sinnvoll sind, wenn sich das Problem außerhalb des eigenen Einflussbereiches befindet, ist umstritten. Wolf rät davon ab: "Hier besteht die Gefahr, dass wir enttäuscht werden, denn wir können andere und das Schicksal nicht kontrollieren." Natürlich bergen Affirmationen, die sich nicht auf einen selber beziehen, die Gefahr der Enttäuschung. Dennoch lohnt es sich, auch diese auszuprobieren, denn damit wird die Wahrscheinlichkeit, dass das gewünschte Ereignis eintritt, wesentlich erhöht. Eine Erklärung hierfür liefert die selbsterfüllende Prophezeiung. Diese besagt, dass Erwartungen die eigene Wahrnehmung und dementsprechend auch das Verhalten beeinflussen. Redet man sich vor einem Bewerbungsgespräch mit der Affirmation "Ich bekomme den Job" gut zu, steigert das optimistische Denken die Motivation zur Vorbereitung und somit auch die Erfolgschancen.

Affirmationen können zudem dazu beitragen, dass andere Menschen sich freundlicher und zuvorkommender verhalten. Wer seine Schwiegermutter nicht mag, weil sie unzuverlässig und rechthaberisch war, nimmt jene Momente gar nicht mehr wahr, in denen diese sich zuverlässig und entgegenkommend verhält. Aufgrund der negativen Erwartungshaltung gegenüber der Schwiegermutter begegnet man ihr kühl und abweisend. Das führt dazu, dass diese sich ebenso distanziert verhält. Die Chancen auf ein besseres Verhältnis steigen jedoch, wenn man sich regelmäßig einen Satz wie "Meine Schwiegermutter ist ein liebenswerter Mensch und ich wünsche ihr das Allerbeste" sagt. Mit der Zeit wird sich dieser Affirmationssatz auf das eigene Verhalten auswirken, indem man die Schwiegermutter anlächelt oder generell freundlicher zu ihr ist. Diese wird das freundliche Verhalten dann höchstwahrscheinlich erwidern. Es heißt schließlich nicht umsonst: "So wie es in den Wald hineinschallt, schallt es heraus."

Quelle: n-tv.de, imi