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Podcast zu Wikipedia Freie Enzyklopädie braucht mehr Kontrolle

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(Foto: imago/imagebroker)

*Datenschutz

Wikipedia bietet freies und kostenloses Wissen für alle, aber den eigenen Anspruch, neutral zu sein, erfüllt das Online-Lexikon nicht. Stattdessen lässt das offene System auch mangelhafte Quellen, Werbung und pöbelnde Nutzer herein.

Was dagegen helfen könnte, darum geht es in diesem "Wieder was gelernt"-Podcast. Hören Sie rein oder lesen Sie hier einen kurzen Auszug.

Bei Wikipedia darf jeder mitschreiben, jeder darf Einträge bearbeiten und verbessern. Doch das Online-Lexikon ist in der Praxis nicht immer so frei. Ein Beispiel ist eine Liste deutschsprachiger Science-Fiction-Autorinnen, die eine Autorin im März veröffentlicht hatte. Der Eintrag gefiel nicht jedem, mehrere Nutzer fanden ihn nicht relevant und wollten ihn deshalb löschen lassen - obwohl viele andere Menschen das ganz anders sahen. Einen anderen Fall kennt Johannes Weberling, er leitet das Projekt Wiki-Watch an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder).

"Ich habe es selber auch in meinem Bekanntenkreis erlebt. Eine junge Biochemikerin hat wirklich sehr gut einen Begriff erläutert und bekam dann von irgendeinem unwissenden Editor, der aber schon jahrelang dabei war, erklärt, das sei nicht relevant, was sie da geschrieben hätte. Sie war natürlich stinksauer, denn das ist Spitzenforschung gewesen."

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Johannes Weberling leitet Wiki-Watch an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder).

(Foto: Dietmar Horn/GMD)

Wiki-Watch ist sozusagen der Beobachter von Wikipedia. Das Projekt hat ein Programm geschrieben, das die Artikel bewertet und am Ende null bis fünf Sterne für ihre Vertrauenswürdigkeit vergibt - je mehr, desto besser. Das alles macht Wikipedia selbst nämlich nicht.

"Es gibt in Wikipedia in keiner Weise ein Qualitäts- und Vollständigkeitscontrolling. Es gibt keinerlei Möglichkeiten, valide Begriffe dort nachzusuchen, von denen man sicher sein kann, dass sie wirklich stimmen. Weil das alles subjektive Sachen sind, die natürlich belegt werden müssen, nur die Belege sind teilweise schon sehr krude. Vor allem sind die Begriffe nicht vollständig."

Dass jeder mitschreiben kann auf Wikipedia, versteckt hinter einem Decknamen, birgt noch ein weiteres Problem: Werbung. Eigentlich ist die nicht erlaubt, steht zumindest in den Richtlinien.

Wie PR-Agenturen trotzdem bei Wikipedia mitschreiben und wie das Online-Lexikon besser kontrolliert werden könnte, das hören Sie in dieser Podcast-Folge. Alle Folgen finden Sie in der n-tv App, bei Audio Now, Deezer, iTunes, Soundcloud und Spotify. Für alle anderen Podcast-Apps können Sie den RSS-Feed verwenden. Nehmen Sie die URL und fügen Sie "Wieder was gelernt" einfach zu Ihren Podcast-Abos hinzu.

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Quelle: n-tv.de, cam

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