Panorama

Wind, Regen, Schnee Auf Hoch "Rosamunde" folgt der Tiefschlag

48907dd21cbd95d25ceb3002af1aa225.jpg

Nach dem Wochende wird es deutlich ungemütlicher.

(Foto: dpa)

Der goldene Oktober endet pünktlich zum Monatswechsel. Und dann wird es ungemütlich: Die Temperaturen sinken spürbar. Der Wind frischt auf. Es regnet vermehrt. Und ein Langfristmodell sieht derzeit für den November ein Überangebot an Regen, wie ntv Meteorologe Björn Alexander weiß.

ntv: Der goldene Oktober scheint in die Verlängerung gehen zu wollen. Auch am Wochenende?

Björn Alexander: Leider nein. Denn während die Sonne in der Osthälfte zwar noch ein bisschen Schonfrist bekommt, ziehen im Westen vermehrt Wolken und zum Teil kräftige Schauer auf. Gleichzeitig frischt der Wind teilweise stark bis stürmisch auf. 

Bleibt es denn wenigsten warm?

Auf jeden Fall hält die milde Luft noch etwas durch. Auch am Wochenende sind teilweise noch Spitzenwerte von knapp 20 Grad Celsius möglich. Einen richtigen Tiefschlag sehen die Wettercomputer erst in der nächsten Woche. Dann kommt zur Wochenmitte nasskalte Polarluft bei uns an uns lässt die Schneefallgrenze insbesondere in den Alpen auf unter 1000 Meter sinken.

Fällt denn viel Schnee?

Oberhalb von rund 1500 Metern könnten doch etliche Zentimeter zusammenkommen. Hier wird also weiter an der Schneeauflage für die Wintersaison vorgearbeitet. In den tieferen Lagen wird es - nach jetzigem Stand - wesentlich weniger an Flocken geben. 

In Anbetracht des Wetterumschwungs: Droht der nächste Herbststurm?

Hierbei sind die verschiedenen Wettermodelle noch ziemlich unterschiedlicher Auffassung. Zwar wird es windiger, teilweise eben auch stürmisch. Aber ein richtiges Sturmtief über Deutschland ist derzeit glücklicherweise nicht in Sicht. Aber ungemütlich mit Wind, Regen und entsprechenden Temperaturen wird es allemal.

Wann können wir uns über das nächste Herbsthoch freuen?

Einen richtigen Nachfolger für das aktuelle Hoch "Rosamunde" sehen die Vorhersagen momentan noch nicht. Fürs erste November-Drittel sollte demnach beim Tiefdruckeinfluss bleiben. Und auch die Langfristvorhersagen - wie das amerikanische CFS-Modell - sehen für den November 2021 ein Überangebot von Regen auf uns zukommen. Es sind zwar experimentelle Prognosen. Aber dieser Trend zu einem recht durchwachsenen November zeigen inzwischen doch einige Berechnungen.

ntv-Meteorologe Björn Alexander

ntv-Meteorologe Björn Alexander verrät den Wetter-Dreiklang der kommenden Woche: wolkig, regnerisch, windig.

(Foto: ntv)

Sicherlich aber kein Vergleich zum Regen im Süden Italiens. Wie viel ist bereits gefallen und wie viel Regen kommt noch?

Von Sonntag bis Dienstag sind im Osten Siziliens nach inoffiziellen Messung stellenweise über 600 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Das ist in etwa der Jahresniederschlag von Berlin. Hinzu berechnen die Wettercomputer mit den jetzt erneut aufkommenden Unwettern in Süditalien nochmals bis zu 300 Liter bis einschließlich Samstag. Gleichzeitig legt auch der Wind heftig zu. Selbst ein ausgewachsener Mittelmeersturm, ein sogenannter Medicane bildet sich derzeit gerade aus. Dieser trägt übrigens den Namen "Apollo".

Was ist ein Medicane und wie stark stürmt es?

Ein Medicane entsteht, wenn sich ein eigentlich ganz normales Tief über warmem Wasser immer weiter verstärkt und so immer mehr tropische Eigenschaften bekommt. Meteorologisch gesehen, wird er somit zu einem sogenannten Medicane - ein mediterraner Hurrikan. Die Windgeschwindigkeiten, die hierbei auftreten können, liegen in Böen bei bis zu 130 Kilometer pro Stunde. Vielleicht sogar auch mehr. Also volle Orkanstärke, was sich wiederum mit meterhohen Wellen auswirken wird. Ein extrem gefährliche und brisante Lage sowohl an Land als auch auf dem offenen Mittelmeer. Betroffen ist hierbei der Bereich von Malta bis Sizilien und rüber nach Kalabrien.

Zurück zum Wetter in Deutschland: Was erwartet uns am Samstag?

Oft sieht es abseits von lokalen Nebelfeldern noch richtig gut aus. Einzig im Westen und Nordwesten kommen mit einem teilweise stark bis stürmisch auflebenden Wind erste Schauer auf. Ebenfalls kräftig unterwegs ist der Wind in Richtung Erzgebirge sowie an den Alpen, wo mit Föhn am Samstag bis zu 18 und am Sonntag bis 19 Grad möglich sind. Ansonsten erwarten uns am Wochenende häufig 13 bis 17 Grad. Kalt wird es somit nicht.

Am Sonntag ist Reformationstag und Halloween. Mit welchen Wetteraussichten?

Nachdem uns ein Teil der Wettercomputer zuletzt ja teilweise heftige Windböen am Sonntag bescheren wollten, sind die Vorhersagen inzwischen wieder etwas entschärft worden. Dennoch wird es vor allem in der Westhälfte ein wechselhafter und windiger Tag. Nachmittags und abends sind neben Schauern auch örtliche Gewitter und intensivere Böen dabei. Durchaus mal mit Stärke 5 bis 7, während es in der Osthälfte - abseits der Föhnregionen an den Alpen und am Erzgebirge - wesentlich ruhiger und länger freundlich weitergeht.

Wie geht es anschließend weiter?

An Allerheiligen am Montag kommen die dichteren Wolken mit Regen ebenfalls im Süden und Osten an und lassen vor allem im Süden der Sonne keine Chance mehr. Dabei erhalten die Temperaturen einen ersten Dämpfer mit maximal noch 8 bis 15 Grad. Im Westen gibt es derweil bei einem weiterhin starken Wind durchwachsene Aussichten mit Regengüssen. Am besten kommt noch der Norden in punkto Sonne durch den 1. November. Und bei den Nordlichtern ist außerdem das Regenrisiko gering.

Was bringen uns die folgenden Novembertage?

Es bleibt unbeständig bis wolkig und wiederholt ziehen Schauer durch, die von einem strammen Wind begleitet sein können und ab der Wochenmitte im Bergland in Schnee übergehen. Denn es wird nochmals kühler. Dienstag mit Höchstwerten zwischen 7 und 13 Grad. Am Mittwoch erwarten uns höchstens noch 4 bis 12 Grad. Und auch anschließend sind kaum mehr als 5 bis 11 Grad drin und nachts erwarten uns unter Aufklarungen gerne mal Frost oder Bodenfrost.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.