Panorama

"Erst einmal Daumendrücken" Berliner Tierpark feiert Eisbär-Nachwuchs

91b9e63d90424c043c55ada6e993d35f.jpg

Gemeinsam liegen Mutter und Kind in der Wurfhöhle des Berliner Zoos.

(Foto: dpa)

Nachwuchs in der Hauptstadt: Im Tierpark im Osten Berlins bringt die achtjährige Eisbärin Tonja in der Nacht ein Junges zur Welt. Ihre Wärter hoffen das Beste - ihre letzten Würfe starben bei der Geburt oder kurz darauf. Überlebt der kleine Eisbär diesmal?

Nach dem plötzlichen Tod von Eisbärenbaby Fritz vor neun Monaten ist der Berliner Tierpark nun wieder hoffnungsfroh: Die Eisbärin Tonja brachte erneut ein Baby zur Welt. Wie der Betreiber mitteilte, entdeckte der zuständige Tierpfleger den Winzling am Donnerstag in der künstlichen Wurfhöhle, in die sich das Muttertier schon vor zwei Monaten zurückgezogen habe.

Bärin und Bären-Baby sind für die Tierparkgäste derzeit noch nicht zu sehen. Wie auch in der Natur verlassen die Mütter mit ihren Jungtieren die Wurfhöhle erst im Frühjahr. Der Zoo veröffentlichte dafür auf seinem Youtube-Kanal ein kurzes Video der Geburt und teilte es anschließend auf Twitter. Das Junge ist etwa meerschweinchengroß und hat noch kein typisch flauschiges Fell.

Bei der Durchsicht von Kameraaufzeichnungen aus der Wurfhöhle entdeckten die Pfleger, dass Tonja in der Nacht zunächst zwei Jungtiere zur Welt gebracht hatte. Das erste der beiden wurde jedoch tot geboren. Es sei inzwischen nicht mehr auf den Kamerabildern zu sehen. Das deutet darauf hin, dass das Muttertier es - wie bei Eisbären in solchen Fällen üblich - gefressen hat.

Auch das zweite Junge, dessen Geschlecht noch unklar ist, hat eine kritische Phase vor sich. "Wir freuen uns sehr, doch wie auch im letzten Jahr heißt es jetzt erst einmal Daumendrücken", erklärte Direktor Andreas Knieriem. Bei Eisbären liegt die Jungtiersterblichkeit bei etwa 50 Prozent. "In den ersten zehn Tagen ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Jungtier nicht überlebt, besonders hoch", sagte Knieriem.

Im November 2016 hatte Tonja erstmals Nachwuchs zur Welt gebracht: Zwillinge. Es waren für den Tierpark im Berliner Ortsteil Friedrichsfelde die ersten neugeborenen Eisbären seit 22 Jahren. Entsprechend groß war die Begeisterung - fast zehn Jahre nach der Geburt des berühmten Eisbären Knut aus dem Zoo in der City West. Eines der beiden Jungtiere aus dem vergangenen Herbst starb nach einigen Tagen, das zweite - Fritz - erkrankte im Alter von vier Monaten überraschend an einer Leberentzündung und starb unter Qualen.

In Berlin gehören der Tierpark im Osten der Stadt und der gut zwölf Kilometer westlich gelegene Zoo zusammen: Gemeinsamer Betreiber ist der Zoologische Garten Berlin AG, die als gemeinnützige Aktiengesellschaft beide Einrichtungen führt.

Quelle: ntv.de, lri/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.